Monday, January 02, 2023

Friedrichshain-Doku im rbb

Eine knapp 90 minütige Doku über Friedrichshain in den 60er, 70er und 80er Jahren, erzählt anhand von 30 ausgewählten Orten mit Wortbeiträgen von Zeitgenössinnen und -genossen. 
Es ist natürlich ein eher populäres und teils auch nerviges Format. Das Bildmaterial ist allerdings in aller Regel sehr sehenswert. So sah das Frankfurter Tor also zur DDR-Zeit aus. Mit all den Trabbis, Wartburgs und nur vereinzelt ab und zu ein West-Auto. Es gab tatsächlich noch Pferdekutschen im Friedrichshain der 80er Jahre. Wo genau war der Fuhrhof in der Krossener Straße?
Und manches aus dem Stadtbild, wie es Ende der 90er noch zu sehen war, stammte tatsächlich noch aus DDR-Zeiten. Wie auch der Preis im "SEZ" noch bis zur Euro-Umstellung bei 3 Mark lag.
Themen sind u.a. jenes SEZ, der Volkspark Friedrichshain, das Frankfurter Tor, die Musikschule Friedrichshain, die Warschauer Straße, das Ostkreuz,... Lohnt.

30 Favoriten: Berlin wie es einmal war | ARD Mediathek


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Sunday, January 02, 2022

Berliner Straßenschilder

Interessante Detail-Infos über Ost- und West- und Neu-Berliner Straßenschilder, die man alle noch im Straßenbild sehen kann, unter anderem auf korkmaennchen.de und im Weddingweiser.

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Friday, May 01, 2020

1. Mai 2020 im Zeichen von 75 Jahre Kriegsende

Der 1. Mai war heute für mich quasi Radio- und Podcast-Tag. Nach 4 Tagen „ohne“ einiges bei DLF und DLF Kultur nachgehört, u.a. zum Kriegsende 1945 Die letzten Tage der NS-Herrschaft, Todesmärsche der KZ-Häftlinge und – damit verbunden – zur Frühgeschichte der DDR: Die Ankunft der Gruppe Ulbricht. 75 Jahre her und ich musste mehrmals an die Erzählungen von Hans Gasparitsch aus Stuttgart denken, die ich einst hören durfte, v.a. zum 1. Mai 1945...(abgebildet das Buch, das er unter Pseudonym geschrieben hat).
… Später noch die aktuelle Folge des New Rose Radio, und nun läuft nebenher noch die jüngste Folge des Union-Podcasts Textilvergehen… Ein individualistisch verbrachter Tag, aber irgendwie doch mit dem Gedanken, auf den richtigen Seiten zu stehen…

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Thursday, January 09, 2020

HO Selbstbedienung in Angermünde

Gesehen Anfang Januar 2020

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Sunday, December 22, 2019

Ex-Kino "Clou" / "Momox" / "Sputnik"

Heute bin ich beim Spaziergang durch die Gemeinde auf die Spuren eines ehemaligen Kinos gestoßen. Das Gebäude steht nicht mehr, aber im ehemaligen Durchgang in der Reinickendorfer Straße 113 sind in den immer noch dort hängenden ehemaligen Programmkästen zahlreiche Informationen dazu festgehalten.
Demnach wurde es 1952 unter dem Namen "Clou" gegründet. Durch seine gut erreichbare Lage direkt an der Ring-Bahn und am S-Bhf Wedding war es auch für Besucher aus Ost-Berlin interessant und erlebte mit der endgültigen Schließung der Sektorengrenzen ab dem 13. August 1961 einen erheblichen Besucherrückgang.
In den späten 1970er Jahren gehörte es einem türkischen Betreiber, der es in "Momox" umbenannte und viele türkischsprachige Filme zeigte. Ehe es 1984 von einem Kollektiv namens "Sputnik GbR" übernommen wurde. 1992 wurde es nochmal renoviert, aber 1998 geschlossen. "Geschlossen wegen Multiplex" stand damals nach den Erinnerungen der zeitweiligen Mitbetreiberin Madeleine Bernstorff außen dran. Trotz Denkmalschutzes wurde der Bau, der sich im Hof direkt an die Ringbahn angrenzend befunden haben muss, 2006 abgerissen.
Schön und interessant, dass immerhin noch die Schaukästen auf die Existenz des Kinos hinweisen!
Abbildung von 1987, hängt in einer der Programmkästen.
"Science Fiction - Filme aus einer besseren Zukunft. Filme aus der CSSR, UdSSR, DDR, Bulgarien, Polen. Die Zukunft kann/soll/wird rot sein."

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Saturday, March 09, 2019

Eindrücke aus Leipzig 2019


Auch wenn Leipzig nicht mehr die Stadt von noch vor zehn Jahren ist, in der es noch häufiger verfallenene Gebäude das Stadtbild prägten, gefällt es mir weiterhin gut. Es fällt direkt in der Innenstadt - im Gegensatz zu den Vorstädten, die oftmals homogener sind - eine architektonische Vielfalt auf, die in Berlin so nicht zu finden ist. Wo die Viertel oder Kieze vergleichsweise einheitlicher sind. Möglicherweise ist Leipzig mit Gebäuden für aktuell rund 560.000 Einwohner dahingehend schlicht komprimierter als Berlin mit aktuell rund 3,58 Mio in Berlin. Und es stehen historische Gebäude, Altbauten aus dem 19. Jahrhundert, Fabriken, (einige wenige) Stalin-Bauten, Plattenbauten und die ollen DDR-Garagen dicht beieinander. Generell scheint mir die sozialistische Handschrift bis heute stark stadtprägend zu sein. Die zufällige Entdeckung eines Fotos von 1989 zeigte mir, dass gar das stadtweit sichtbare City-Hochhaus Leipzig von 1968 bis 1972 errichtet wurde und somit ein DDR-Bau ist.

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Saturday, November 03, 2018

Reichpietschufer

Max Reichpietsch galt einer der Rädelsführer des ersten Matrosenaufstandes im Sommer 1917 und wurde mit dem Tod bestraft. Die beabsichtigte abschreckende Wirkung hielt bis in den Oktober und November 1918 an, umso mehr Mut erforderten die schließlich erfolgten Sabotagen und Meutereien in Wilhelmshaven und Kiel ab dem 29. Oktober 1918.
Dass die DDR ihn 1967 mit einer - durchaus hübschen - Briefmarke ehrte, verwundert nicht sehr. Bemerkenswert aber die Benennung der Straße nach ihm in Berlin-Tiergarten (also West-Berlin!) bereits 1947. Oder wäre es passender, das "bereits" wegzulassen? 1947 war womöglich der Kalte Krieg noch nicht so ausgeprägt wie spätestens ab 1948. Und die Alliierten womöglich noch auf der Suche nach Nicht-Nazis und Nicht-Reaktionären, nach denen sie Straßen benennen lassen konnten. 

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Thursday, May 24, 2018

Schriften und Grafiken aus "Die Wahrheit" von 1964

"Die Wahrheit" war das "Organ des Vorstands der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands - Westberlin", und, ohne es nun im Detail zu wissen, ein Ableger der DDR-Staatspartei in West-Berlin. Die Zeitung war mir bisher nur durch eine Ausstellung vor ein paar Jahren mit Fotos von Jürgen Henschel im Kreuzberg-Museum bekannt gewesen. Auch besitze ich das Begleitbuch "Der Fotograf der Wahrheit" mit Fotos aus Kreuzberg 1967-88.
Ein Kollege fand nun neulich ein perfekt erhaltenes gebundenes Exemplar des Jahrgangs 1964 im Mülleimer und war so nett, dabei an mich zu denken und es mir zu sichern.
Ich habe mir bei weitem nicht alles durchgelesen, eher nur mal durchgeblättert. Und neben der erwartbaren prosowjetischen Überschriften überraschte mich, dass die Zeitung offenbar kein reines Propagandablatt war, das der Bevölkerung mit dem Holzhammer die staatskommunistische Doktrin einhämmern wollte. Sondern dass "Die Wahrheit" auf ihren rund 16 Seiten pro Ausgabe, alle etwa drei Tage erscheinend, auch Unterhaltung und dabei u.a. eine durchaus ausgiebige Sportberichterstattung bot.
Besonders großartig finde ich ja die tollen Schriften und Grafiken, mit denen sie sich sichtlich viel Mühe gegeben haben. Hier eine kleine Auswahl. 






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Wednesday, November 08, 2017

Zeitreise: Dreharbeiten in der Linienstraße



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Sunday, October 22, 2017

Zwei Abende in der Zionskirche

 
Beeindruckend oder befremdlich? Direkt nachdem die Dokumentation, auf die ich hier neulich hingewiesen hatte, vor nach Zeitungsangaben rund 350 Zuschauern gelaufen war, sollte die Diskussion begonnen werden. Es meldete sich eine Frau, die mit einem Wahnsinns-Verve losfeuerte, wie es sein könnte, dass der ehemalige Angreifer auf das Zionskirch-Publikum sich in der Dokumentation so präsentieren könnte, ohne dass darauf hingewiesen werde, dass er sich weiterhin auf Neonazi-Demonstrationen zeige. Woher nur nimmt sie die Gewissheit, dass das hier „ihre“ Veranstaltung ist, wie kommt sie darauf, dass automatisch jeder Anwesende ihrer Meinung ist, dass sie so offensiv auftritt? Wobei sie inhaltlich durchaus Recht hatte. Jener ehemalige Täter kommt in der Tat sehr „authentisch“ und durchaus positiv rüber. Es ist ein Gewinn für die Dokumentation, dass er dort mit auftritt. Aber natürlich ist es problematisch, dass nicht recht deutlich wird, von was er sich letztendlich distanziert: von der Gewalt oder einer rechten Einstellung. Sein Zungenschlag („Zecken“) lässt eher ersteres vermuten. Dass zum Schluss aus dem „off“ geäußert wird, dass er bis zum heutigen Tage Kommunisten hasst, würde allerdings vermutlich auch jemand wie (Ex-?) Punk Stracke aus Leipzig für sich bestätigen, der sich u.a. im „Ostpunk“-Film unversöhnlich gegenüber allen Nachfolgern der SED äußert und diese zu bekämpfen vorgibt.
Nach dieser ersten Wortmeldung verlief die Diskussion – zu der Element of Crime natürlich nicht gekommen waren, warum sollten sie auch – aber friedlicher und differenzierter. So wurde von Seiten der damaligen Veranstaltern geäußert, dass der Angriff auf das Publikum durch die Skinheads zunächst gar nicht ins Gewicht gefallen war. Sie hätten sich darüber gefreut, dass rund 1.000 Zuschauer zum Konzert in die Kirche gekommen waren, und dieser Erfolg sei das Entscheidende gewesen. Erst die Berichte durch westdeutsche Medien mit Beginn des nächsten Tages hätten diese Ereignisse in den Vordergrund gestellt und DDR- und Deutschlandweit bekannt gemacht. Sie seien dann auch ein Impuls gewesen, eine Antifa in der DDR aufzubauen.
Insgesamt gab der Besuch ein Gefühl für diese beeindruckend große, recht marode aussehende Kirche an der Grenze von Mitte zu Prenzlauer Berg an einem Herbst-Abend, wie er vielleicht auch damals gewesen war.
Am Abend darauf gab es dann nach einer Sondergenehmigung ein Punk-Konzert in der Kirche, bei der u.a. Hans am Felsen aus Berlin und The Movement aus Koppenhagen auftraten. Warum ausgerechnet eine Band aus Dänemark an so einem Abend, fragte ich mich, auch wenn sie noch so antifaschistisch sein möge? Es war letztendlich aber völlig egal, wer da spielte, denn die Akkustik war – womöglich durch den hohen Turm der Kirche – so schlecht, dass man kein Wort verstand und auch keinen Ton wieder erkannte. Es war so schlimm, dass mir der völlig chaotische und uneingängige Sound auf den Magen ging und ich den Raum wegen Übelkeit frühzeitig verlassen musste. Auch das ein Gefühl aus der Zionskirche. Das daran denken ließ, dass es gar nicht so schlecht sein muss, nicht bei jedem historischen Ereignis dabei gewesen zu sein.

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Wednesday, October 11, 2017

30 Jahre Überfall auf die Zionskirche

Am 17.10.1987 überfielen 30 Skinheads aus Ost und West ein Punk-Konzert in der Zionskirche in Berlin-Mitte - ein Ereignis, das in die DDR-Geschichte eingegangen ist. Erstmals konnte die DDR-Führung nicht mehr leugnen, dass es auch in der DDR Neonazis gab.
30 Jahre später nun gibt es kommenden Freitag eine Diskussionsveranstaltung (laut einer Ankündigung auch mit Mitgliedern von Element of Crime, die damals spielten) und am Samstag ein Konzert u.a. mit Hans am Felsen und The Movement.
Hier eine sehr gute 50-minütige Dokumentation über die Ereignisse und auch die gesellschaftlichen Hintergründe, in der damalige Veranstalter, Opfer, Beobachtende, DDR-Politiker und -Journalisten sowie auch Täter zu Wort kommen: Nazis in der DDR der Fall Zionskirche
Und ein kurzer Überblickstext zum Einstieg: BSTU - Zionskirche

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Sunday, February 05, 2017

Preußische Geschichte trifft Barnimkiez und löst Rätsel um „Höchste Straße“


Präsentiert sich der „Barnimkiez“, das neulich erwähnte neu entdeckte Gebiet rund um Barnimstraße, Höchste Straße und Co., heutzutage als unwirtliches, unfreundliches, enges DDR-Neubaugebiet, das an den von konservativer Seite gern gebrachte spöttische Spruch „Auch in der DDR war nicht alles gut“ denken lässt, überrascht es umso mehr, dass ausgerechnet dieser Teil des heutigen Friedrichshains zu den am frühesten bebauten zählt.
Das „Barnimviertel“ gehörte einst zur Georgenvorstadt, später Königsvorstadt, noch später Königsstadt genannt. Jene zog sich ausgehend vom am heutigen Alexanderplatz gelegenen Georgentor, das zur aus den Erfahrungen des 30-jährigen Krieges ab 1658 unter Kurfürst Friedrich Wilhelm (der „große Kurfürst“) errichteten Festung um Berlin gehörte, in nordöstliche Richtung. 1701 zog König Friedrich I. nach seiner Krönung in Königsberg durch jenes Tor in Berlin ein und seither wurde es Königstor und das davor bestehende Gebiet Königsvorstadt genannt.
Einige Jahrzehnte später wird ein neues „Königstor“  (zunächst "Bernauer Tor", ab 1809 Königstor) an der Kreuzung Friedenstraße, Greifswalder Straße Teil der ab 1734 unter König Friedrich Wilhelm I. („Soldatenkönig“) aus wirtschaftlichen Gründen errichteten Akzisemauer. Jene verlief u.a. entlang der heutigen Friedenstraße, die damals als Straße aber noch nicht existierte. Somit war die damals schon eingerichtete, auf einem Plan von 1829 als zumindest teilweise bebaut eingezeichnete „Höchste Straße“ tatsächlich die höchst gelegene jenes Viertels. Jener  im Buch „kleine Friedrichshain geschichte“ (Düspohl/Moldt 2013) dokumentierte Plan weist im Übrigen nahezu alle anderen Gebiete des heutigen Friedrichshains unbebaut: als Wiesen und Brachgelände aus.
Auf einem weiteren in diesem Buch abgebildeten Falk-Plan von 1948 ist schön zu sehen, wie stark jenes Viertel durch den Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde, was die erfolgte Neubebauung (incl. teilweiser Änderung von Straßenverläufen) zur DDR-Zeit begreiflich macht.
Alles schlecht war in der DDR aber auch nicht – inzwischen konnte ich einen Durchgang durch das 300 Meter lange „Schlangen“-Hochhaus hin zu Mollstraße / Platz der Vereinten Nationen entdecken…

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Tuesday, January 31, 2017

Höchste Strafe

Neulich bin ich kurzentschlossen einen anderen Weg vom Volkspark Friedrichshain zum Supermarkt gelaufen, u.a., um meine neue Umgebung kennenzulernen. Die Büschingstraße entlang laufend, nach der weiter im Süden eine Tram-Haltestelle benannt ist, so dass es mich wunderte, dass sie bereits hier beginnt…  stieß ich verdutzt auf die „Höchste Straße“. Woher kommt nur dieser Name, in dieser Umgebung, die wie so viele Gegenden Berlins kein oder nur minimales Gefälle aufweist? Die, unterhalb des Volksparks gelegen, keineswegs besonders exponiert ist? Die „Höchste Straße“ liegt auch deutlich sichtbar unterhalb der Friedenstraße. Auf einer Website wurde sie - 1830 angelegt, 1870 so benannt - in Bezug gesetzt zur Barnimstraße, so dass ich mir heute die Lage der Barnimstraße näher ansehen wollte.
Das Viertel, in dem sich - abgegrenzt durch die Mollstraße im Süden und Südwesten, die Friedenstraße im Norden  und die in diesem Abschnitt wirklich lebensfeindliche Otto-Braun-Straße im Westen - Höchste Straße, Barnim-, Wein-, Büsching- und Georgenkirchstraße befinden, ist der westlichste Zipfel Friedrichshains. Weit entfernt von Frankfurter Tor, Warschauer Straße, Oberbaumbrücke, East-Side-Gallery, Simon-Dach-Straße, RAW-Gelände, Ostkreuz, Rigaer Straße und was sonst noch als „typisch Friedrichshain“ gelten könnte. Wenn überhaupt, hatte ich die Gegend bisher vom Volkspark, also der Friedenstraße aus wahrgenommen. Dort stehen, bis auf einen Zehngeschosser, nur traditionelle Mietskasernen, und ich hatte angenommen, die ganze Gegend bestünde aus dieser in Berlin häufigen (und längst begehrten) Altbau-Bebauung. Zumal wenige Meter weiter der für seine Altbauten bekannte Bezirk Prenzlauer Berg beginnt. Aber es ist vielmehr so, dass lediglich an jenem nördlichen Rand des Viertels diese Altbauten stehen, und sich hinter diesen ein komplettes DDR-Neubau-Viertel mit Plattenbauten befindet. Vor einigen Jahren hatte ich anlässlich einer Stolperstein-Verlegung über jüdisches Leben in Friedrichshain recherchiert; eine Ballung von jüdischen Haushalten hatte es - bis zum erzwungenen Exodus bzw. der Ermordung dieser Bewohner durch die Nazis - hier gegeben. Die Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg werden für diese Gegend "besonders stark" genannt, darauf seien in den 1960er Jahren umfangreiche Abrisse gefolgt.
An einem Zugang von Norden aus erwartet einen gleich die „DDR-Speisegaststätte PILA“ in der Weinstraße, wobei „PILA“ offensichtlich die Abkürzung für „Pionierlager“ sein soll und sich das Lokal „und DDR-Museum“  angeblich schon seit 2006 hält. Ich finde ja skurile Orte interessant, aber nach kurzer Beschau von außen beschloss ich, dass ich mir das nicht von innen ansehen muss; in Erwartung von Enge und (unter-?) durchschnittlichem Essen. (Es lohnt sich, sich die Online-Bewertungen anzusehen, auch wenn diese im Ganzen deutlich positiver ausfallen als von mir erwartet). Auf dem Weg zur Barnimstraße kam ich durch den westlichen Teil der „Höchsten“ zur Georgenkirchstraße, wo mich das abgewrackt wirkende Schild des Restaurants „Bamboo's Hut“ anlächelte und ich kurz darauf  – unerwartet - auf einen Kaiser’s stieß. Das ist das Gute eines Plattenbau-Viertels, in dem viele Menschen leben: es gibt Einkaufsmöglichkeiten. Die Barnimstraße liegt – wie erwartet – natürlich nicht höher als die „Höchste“, wie es in einem Beitrag hieß. Entweder diese Information ist schlicht falsch, oder es hieß früher womöglich eine andere Straße Barnimstraße? Dagegen spricht jedoch, dass es in der heute existenten Barnimstraße eine Grünfläche gibt, an der auf das seit 1864 dort befindliche, 1974 geschleifte Frauengefängnis Barnimstraße hingewiesen wird. Auf einem Foto auf jener Website ist zu erahnen, dass die Gegend früher von Mietskasernen geprägt sein muss.
Da ein skuriler, wellenförmig angelegter, sicher einige hundert Meter langer, "Schlange" genannter Plattenbau die Gegend gegen Osten und Südosten komplett abschirmt, führte mich mein Weg über die Büschingstraße nach Norden zurück in Richtung Platz der Vereinten Nationen. Früher Leninplatz. Aber diesen packe ich jetzt nicht auch noch in diese Tour mit ein. Auf der leider noch nicht das Rätsel um die „Höchste Straße“ geklärt werden konnte…

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