Saturday, July 16, 2022

Baumpatenschaft vom Balkon aus

Exerzierstraße, Wedding

Wednesday, February 09, 2022

Sonnenuntergang Wedding Luxemburger Straße

 Rechts im Bild übrigens mein favorisierter Köfte-Imbiss.

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Saturday, February 06, 2021

Obdachlos am Friedrich-Krause-Ufer

Am Friedrich-Krause-Ufer, an dem auch das Berliner Landesamt für Einwanderung liegt und wo 2016 Anis Amri den LKW gekapert hat, mit dem er schließlich den Anschlag auf dem Breitenbachplatz mit elf Toten und 55 Verletzten verübt hat, wohnt ein Mann auf dem Gehweg, unter einer Brücke, die vom Kohlekraftwerk zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal führt. Ich sehe ihn und wie er auf einer Camping-Liege wohnt, manchmal, wenn ich dort mit dem Fahrrad vorbeifahre. Und war mit ihm, der in etwa mein Alter hat, ins Gespräch gekommen, als ich ihm eine Matratze, die ich nicht mehr brauchte, angeboten hatte. Er hat diese dankbar, aber eindeutig mit dem Verweis auf Nässe abgelehnt. Seither haben wir noch mal miteinander geredet, als ich ihm angeboten habe, ich könne ihm mal was mitbringen, wenn ich einkaufen gehe. Auch das möchte er nicht. Er meinte, er sei gerade über die Weihnachtstage gut von Passantinnen und Passanten versorgt worden. So gut, dass er mir sogar Schokolade anbieten wollte. Dazu würde er regelmäßig vom Kältebus versorgt. Sie würden ihm auch immer wieder anbieten, ihn mitzunehmen in eine Wärmestube. Aber er wolle das nicht, er wolle lieber hier bleiben. Vor allem mit Verweis auf Diebstähle in den Unterkünften. Dazu habe ich den Eindruck, dass er seinen Platz dort nur selten verlässt und dass er ihn - und seine dort gelagerten Sachen - durch seine Anwesenheit womöglich verteidigen möchte. Pfandflaschen nehme er gern an. Es sei nun sein dritter Winter auf der Straße.
Ich bin froh, dass wir ins Gespräch gekommen sind. Er hat in erster Linie mein Mitgefühl, dort an der Straße zu leben. Auf einer klapprigen Liege, und das - auch wenn sein Platz halbwegs windgeschützt ist und wärmer wirkt als die sonstige Umgebung - in der Kälte. Zu hören, dass er andere Möglichkeiten hätte und in jedem Fall versorgt wird und auch zu hören, dass er zu wissen scheint, was er tut und dass er einen starken Charakter hat, hat mich ein Stück weit beruhigt. Dennoch bleibt es eine scheiß Situation, insbesondere in diesen Tagen, in denen es nachts zweistellige Minusgrade gibt und auch tagsüber nicht viel wärmer wird.

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Tuesday, December 29, 2020

My body my choice

 Gesehen in den Gerichtshöfen, Wedding

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Friday, December 25, 2020

Wedding Nettelbeckplatz

Ich staune jedes Mal, was für ein extrem unwirtlicher Ort der Vorplatz vor dem S- und U-Bhf Wedding ist. Wo die Lynar- auf die Müllerstraße stößt und auf der anderen Seite die Schildower in die Müllerstraße. Dauerbaustellen, Verkehr, ewiges Warten auf die Fußgängerampeln. Nur über diese kann man auch als Radfahrer die Müllerstraße an dieser Stelle überqueren. Es nervt.
Heute bin ich aber zu Fuß unterwegs und laufe einfach drauf los. Die Schildower Straße und der Nettelbeckplatz sind für mich sonst nur Durchfahrtstationen, wenn es in Richtung Humboldthain oder Prenzlauer Berg geht. Heute habe ich die Zeit, in aller Ruhe darüber zu laufen und auch mal stehen zu bleiben. Es sind nur wenige kleine Menschen-gruppen über den Platz verteilt. Der Imbiss an der Ecke hat geschlossen; es wirkt fast so, als sei es für immer. Dafür haben direkt daneben – trotz Feiertags – zwei Spätis offen. Der Nettelbeckplatz hat schon Atmosphäre, aber er hat auch was Schäbbiges, vor allem wohl wegen der teils heruntergekommenen Gebäude und Geschäfte um ihn herum. Beim Einbiegen nach Westen in die Gerichtstraße aber Verwunderung: „DA“, irgendwas mit „Appartements“. Ein superneuer, superschicker Neubau. Es fällt schwer, dieses Haus und diesen Platz zusammenzubringen.
Wenige Meter weiter steht das ehemalige Post-Gebäude. Es ist noch das Schild für Großeinlieferer und Postfächer zu sehen. Und der ehemalige Schriftzug „Postamt“ zu erkennen. Seit wann ist sie nicht mehr in Betrieb? Schräg gegenüber davon liegt in einem ehemaligen Krematorium das „Silent Green“, ein inzwischen schicker Ort für Kulturschaffende.  Einige Schritte weiter geht es über eine große Grünfläche, den Max-Josef-Metzger-Platz, zurück zur Müllerstraße. Von hier aus sieht diese sonst so furchtbare Straße ganz akzeptabel aus, wie jede andere. Kurzentschlossen biege ich die Ruheplatzstraße ein, die ihren Namen vom benachbarten Krematorium bzw. dem Urnenfriedhof bekommen hat.
Die nächste Straße ist die Antonstraße; ich weiß zunächst nicht richtig, wo ich bin, begreife dann aber, dass es südwestlich nun zu Karstadt gehen würde. In der anderen Richtung ist am Ende der Straße ein breites Haus zu erkennen und ich gehe in der Vermutung darauf zu, dass das die große Reinickendorfer Straße sein wird.  Unterwegs komme ich an einem wirklich stimmungsvollen, unter anderem durch Spielplätze genutzten Brachgelände vorbei, das in dieser Form auch im Prenzlauer Berg stehen könnte. Ich lande schließlich nicht auf der Reinickendorfer, sondern auf der deutlich kleineren Maxstraße. Nun weiß ich sogar, wo ich bin, denn vorn an der nächsten Ecke erkenne ich das linke / autonome Hausprojekt Schererstraße 8, in dem ich wohl im Herbst 2019 erstmals bei einem Konzert der richtig guten französischen Band Bronco Libre gewesen bin. Zwischen den vielen Plakaten und Flyern an der Außenwand des Hauses ist ein Plakat zu erkennen, das erklärt, dass auch die Metzgerei, die früher in jenem Haus war, bei der Weddinger Fleischrevolte von 1912 geplündert wurde. Die Kacheln der ehemaligen Metzgerei sind übrigens im Innenraum erhalten und geben diesem einen besonderen, wenn auch etwas kühlen Charme.  
An jener Straßenecke treffen sich die Max-, die Scherer und noch eine dritte Straße. Welch Ironie! Diesen Mai bin ich erstmals nach sehr langer Zeit am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide in Pankow gewesen und habe mich sehr daran erfreut zu sehen, dass ausgerechnet vor jenem großen  Gelände  die „Germanenstraße“ verläuft. Das Straßenschild stammt noch aus der DDR-Zeit und zeugt davon, dass sie damals schon jenen Namen getragen haben muss. Die DDR es demnach nicht fertig gebracht oder es für nötig gehalten hat, der Straße einen anderen Namen zu geben.
Hier, direkt  vor dem Hausprojekt Schererstraße, beginnt tatsächlich einer der drei Adolfstraßen Berlins. Alle Straßenschilder sind auf verschiedene Weisen symbolisch abgeklebt.
Die Adolfstraße führt hinter den Mauern des ehemaligen Krematoriums vorüber und endet an der Ruine des ehemaligen Postamts.

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Sunday, October 18, 2020

"Bitte kein Yuppieladen!"

 Gesehen in Wedding, Tegeler Straße

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Saturday, May 23, 2020

Sommerbad Humboldthain

Holt es sich ein_e Sammler_in oder der nächste Wind...?
Im Bad selbst übrigens noch keine Anstalten, zu öffnen - vier Berliner Freibäder machen ab Montag auf, Tickets können nun online gekauft werden: berlinerbaeder.de/ticket/

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Werbeschilder, gesehen in Berlin-Wedding

 Reinickendorfer Straße
Müllerstraße
 Eingang Volkspark Rehberge Afrikanische Straße

Aroser Allee

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Sunday, December 22, 2019

Ex-Kino "Clou" / "Momox" / "Sputnik"

Heute bin ich beim Spaziergang durch die Gemeinde auf die Spuren eines ehemaligen Kinos gestoßen. Das Gebäude steht nicht mehr, aber im ehemaligen Durchgang in der Reinickendorfer Straße 113 sind in den immer noch dort hängenden ehemaligen Programmkästen zahlreiche Informationen dazu festgehalten.
Demnach wurde es 1952 unter dem Namen "Clou" gegründet. Durch seine gut erreichbare Lage direkt an der Ring-Bahn und am S-Bhf Wedding war es auch für Besucher aus Ost-Berlin interessant und erlebte mit der endgültigen Schließung der Sektorengrenzen ab dem 13. August 1961 einen erheblichen Besucherrückgang.
In den späten 1970er Jahren gehörte es einem türkischen Betreiber, der es in "Momox" umbenannte und viele türkischsprachige Filme zeigte. Ehe es 1984 von einem Kollektiv namens "Sputnik GbR" übernommen wurde. 1992 wurde es nochmal renoviert, aber 1998 geschlossen. "Geschlossen wegen Multiplex" stand damals nach den Erinnerungen der zeitweiligen Mitbetreiberin Madeleine Bernstorff außen dran. Trotz Denkmalschutzes wurde der Bau, der sich im Hof direkt an die Ringbahn angrenzend befunden haben muss, 2006 abgerissen.
Schön und interessant, dass immerhin noch die Schaukästen auf die Existenz des Kinos hinweisen!
Abbildung von 1987, hängt in einer der Programmkästen.
"Science Fiction - Filme aus einer besseren Zukunft. Filme aus der CSSR, UdSSR, DDR, Bulgarien, Polen. Die Zukunft kann/soll/wird rot sein."

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