Wednesday, February 09, 2022

Sonnenuntergang Wedding Luxemburger Straße

 Rechts im Bild übrigens mein favorisierter Köfte-Imbiss.

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Sunday, January 02, 2022

Berliner Straßenschilder

Interessante Detail-Infos über Ost- und West- und Neu-Berliner Straßenschilder, die man alle noch im Straßenbild sehen kann, unter anderem auf korkmaennchen.de und im Weddingweiser.

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Friday, March 05, 2021

Das "Wild at heart" in Kreuzberg oder Spenden in der Corona-Zeit

Ich verdränge es oft schon, aber all die Konzertläden, die ich sonst gern besuche, leiden in der aktuellen Lage wie wahnsinnig. Wild at heart, Schokoladen, SO 36 - um mal nur die für mich wichtigsten zu nennen.
Es ist leider ein bisschen schwer, den aktuellen Stand der Dinge zu erfahren. Wobei das SO 36 schon einiges zu seiner Rettungs-Kampagne schreibt, und Hinweise gibt, wo man spenden kann. Das Wild at heart hat auch eine Spendenkampagne eingerichtet. Auf meine Frage zum neuesten Stand der Dinge kam nun neulich diese Information:

"Vielen Vielen Dank,ja wir halten den Kopf oben und versuchen das beste draus zu machen,momentan machen wir am Donnerstags immer um 20.00 unseren livestream "Wild at Heart TV" ansosnten findest du alle news auf der wild at heart Facebook seite."
In Hamburg haben Leute um Abel Gebhard eine Video-Podcast-Reihe gestartet, die neben viel Musik Punk-Szene-Läden und deren aktuelle Situation beleuchten. Das ist ziemlich gut gemacht und berührte mich an manchen Stellen richtig. Hier der Link:  https://dringeblieben.de

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Friday, February 12, 2021

Update zur Räumung des Camps an der Rummelsburger Bucht

Ausführlicher, mitfühlender Artikel im Tagesspiegel von Robert Klages. Dokumentation eines Trauerspiels, einer - bestenfalls - kopflosen Hauruck-Aktion ohne Rücksprache mit den Betroffenen, die zu reinen Objekten gemacht wurden. Und viele von ihnen ziehen nun wohl wirklich ganz ohne Dach über dem Kopf durch die Straßen. Den unseligen Tweet von Bezirks-Vize Kevin Hönicke, in dem er jede Verantwortung für die Zerstörungen am Samstag, die konkrete Folge seiner Aktion am Tag davor war, leugnet, hatte ich auch gelesen, er hat mich sprachlos hinterlassen. 
Und hier gibt es einen 4-minütigen Clip mit Interview mit zwei betroffenen Personen: youtube

 

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Eisbadender im Karpfenteich vermisst und schließlich verstorben

Nur wenige Tage nach der Räumung des Obdachlosenlagers an der Rummelsburger Bucht gibt es auch von einem anderen sehr schönen Ort traurige Nachrichten. Vorgestern ist im Karpfenteich im Treptower Park ein 43-jähriger Mann zweieinhalb Stunden lang im eiskalten Wasser des zugefrorenen Sees gewesen, er muss untergetaucht sein und hat offenbar den Weg nicht mehr selbst an die Oberfläche gefunden. Auch seine Begleiterinnen und Begleiter konnten ihn nicht finden, riefen Polizei und Notarzt. Diese konnten ihn erst nach der genannten sehr langen Zeit finden. Er hat zunächst noch gelebt, ist aber schließlich neun Stunden später im Krankenhaus verstorben. Eine wie ich finde sehr schlimme, sehr traurige Geschichte. Wenn ich mir diese fürchterliche Kälte am ganzen Körper vorstelle, und das über Stunden, und eine Panik, wenn es einem nicht mehr gelingt, über Wasser zu gelangen. Eigentlich erstaunlich, dass er nicht ertrunken ist. Ihm, denen, die dabei waren, sowie seinen Angehörigen gehört mein Mitgefühl.   
Die Geschichte berührt mich wohl deswegen besonders, weil es mir nicht fremd ist, im Karpfenteich zu schwimmen, und dieses Jahr bin ich mangels geöffneter Schwimmbäder immerhin bis Anfang November in den Plötzensee gegangen, was ich jeweils als schönes, besonderes Erlebnis empfunden habe. Eisbaden hingegen kann ich mir für mich persönlich nicht vorstellen. Und angesichts dieses Falls nun kann ich jeder Person nur empfehlen, auch die Finger davon zu lassen.
Mehr über den Fall im Tagesspiegel,  ein interessantes ausführliches Interview zum Schwimmen in kaltem Wasser und den Reaktionen im Körper darauf bei rbb24. 

(eigenes Foto von Eisschollen aus dem Karpfenteich vom 31.1., zehn Tage vor dem Unglück)

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Saturday, February 06, 2021

Obdachlos am Friedrich-Krause-Ufer

Am Friedrich-Krause-Ufer, an dem auch das Berliner Landesamt für Einwanderung liegt und wo 2016 Anis Amri den LKW gekapert hat, mit dem er schließlich den Anschlag auf dem Breitenbachplatz mit elf Toten und 55 Verletzten verübt hat, wohnt ein Mann auf dem Gehweg, unter einer Brücke, die vom Kohlekraftwerk zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal führt. Ich sehe ihn und wie er auf einer Camping-Liege wohnt, manchmal, wenn ich dort mit dem Fahrrad vorbeifahre. Und war mit ihm, der in etwa mein Alter hat, ins Gespräch gekommen, als ich ihm eine Matratze, die ich nicht mehr brauchte, angeboten hatte. Er hat diese dankbar, aber eindeutig mit dem Verweis auf Nässe abgelehnt. Seither haben wir noch mal miteinander geredet, als ich ihm angeboten habe, ich könne ihm mal was mitbringen, wenn ich einkaufen gehe. Auch das möchte er nicht. Er meinte, er sei gerade über die Weihnachtstage gut von Passantinnen und Passanten versorgt worden. So gut, dass er mir sogar Schokolade anbieten wollte. Dazu würde er regelmäßig vom Kältebus versorgt. Sie würden ihm auch immer wieder anbieten, ihn mitzunehmen in eine Wärmestube. Aber er wolle das nicht, er wolle lieber hier bleiben. Vor allem mit Verweis auf Diebstähle in den Unterkünften. Dazu habe ich den Eindruck, dass er seinen Platz dort nur selten verlässt und dass er ihn - und seine dort gelagerten Sachen - durch seine Anwesenheit womöglich verteidigen möchte. Pfandflaschen nehme er gern an. Es sei nun sein dritter Winter auf der Straße.
Ich bin froh, dass wir ins Gespräch gekommen sind. Er hat in erster Linie mein Mitgefühl, dort an der Straße zu leben. Auf einer klapprigen Liege, und das - auch wenn sein Platz halbwegs windgeschützt ist und wärmer wirkt als die sonstige Umgebung - in der Kälte. Zu hören, dass er andere Möglichkeiten hätte und in jedem Fall versorgt wird und auch zu hören, dass er zu wissen scheint, was er tut und dass er einen starken Charakter hat, hat mich ein Stück weit beruhigt. Dennoch bleibt es eine scheiß Situation, insbesondere in diesen Tagen, in denen es nachts zweistellige Minusgrade gibt und auch tagsüber nicht viel wärmer wird.

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Obdachlosencamp an der Rummelsburger Bucht geräumt

Heute Bericht in der Tagesschau (ab Minute 3:08), dass wegen der Kälte das Camp an der Rummelsburger Bucht geräumt wurde. In der Abendschau gibt es einen etwas ausführlicheren Bericht. Auch wenn es bezüglich der Kälte und des angekündigten Sturms eigentlich plausibel und die angebotene Möglichkeit der dauerhaften Unterbringung der Menschen im Warmen gut klingt, hat der beschriebene Zeitpunkt "später Abend / Nachts", der angewendete Zeitdruck sowie wie die Zerstörung von Bauten einen üblen Beigeschmack. Dass es sich um Baugelände handelt, das nun nach langer Kontroverse frei geräumt wurde, macht die Sache zusätzlich pikant.
Hier weitere Berichte: rbb inforadio, twitter Alexander Fischer, twitter Buchtpiratinnen, indymedia 

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Sunday, January 17, 2021

Streckfußstraße

 Gesehen in Berlin - Karow

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Tuesday, January 05, 2021

Mülltoni und Müllfried

"Mülltoni", gesehen in Maichingen, eingereicht als Gastbeitrag von einem lustigen Wanderfreund und Leser dieses Blogs... ;-)

"Mülltoni" erinnert auch an "Müllfried", gesehen im April 2020 am Wannsee. Um "Müllfried" herum streunerte damals, wie um ihn zu beschützen, ein langhaariger Typ, der aussah wie Anton "Toni" Hofreiter von den Grünen...

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Tuesday, December 29, 2020

My body my choice

 Gesehen in den Gerichtshöfen, Wedding

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Sunday, December 27, 2020

Berliner Spätkauf 3

 Gesehen in Berlin-Weißensee

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Friday, December 25, 2020

Wedding Nettelbeckplatz

Ich staune jedes Mal, was für ein extrem unwirtlicher Ort der Vorplatz vor dem S- und U-Bhf Wedding ist. Wo die Lynar- auf die Müllerstraße stößt und auf der anderen Seite die Schildower in die Müllerstraße. Dauerbaustellen, Verkehr, ewiges Warten auf die Fußgängerampeln. Nur über diese kann man auch als Radfahrer die Müllerstraße an dieser Stelle überqueren. Es nervt.
Heute bin ich aber zu Fuß unterwegs und laufe einfach drauf los. Die Schildower Straße und der Nettelbeckplatz sind für mich sonst nur Durchfahrtstationen, wenn es in Richtung Humboldthain oder Prenzlauer Berg geht. Heute habe ich die Zeit, in aller Ruhe darüber zu laufen und auch mal stehen zu bleiben. Es sind nur wenige kleine Menschen-gruppen über den Platz verteilt. Der Imbiss an der Ecke hat geschlossen; es wirkt fast so, als sei es für immer. Dafür haben direkt daneben – trotz Feiertags – zwei Spätis offen. Der Nettelbeckplatz hat schon Atmosphäre, aber er hat auch was Schäbbiges, vor allem wohl wegen der teils heruntergekommenen Gebäude und Geschäfte um ihn herum. Beim Einbiegen nach Westen in die Gerichtstraße aber Verwunderung: „DA“, irgendwas mit „Appartements“. Ein superneuer, superschicker Neubau. Es fällt schwer, dieses Haus und diesen Platz zusammenzubringen.
Wenige Meter weiter steht das ehemalige Post-Gebäude. Es ist noch das Schild für Großeinlieferer und Postfächer zu sehen. Und der ehemalige Schriftzug „Postamt“ zu erkennen. Seit wann ist sie nicht mehr in Betrieb? Schräg gegenüber davon liegt in einem ehemaligen Krematorium das „Silent Green“, ein inzwischen schicker Ort für Kulturschaffende.  Einige Schritte weiter geht es über eine große Grünfläche, den Max-Josef-Metzger-Platz, zurück zur Müllerstraße. Von hier aus sieht diese sonst so furchtbare Straße ganz akzeptabel aus, wie jede andere. Kurzentschlossen biege ich die Ruheplatzstraße ein, die ihren Namen vom benachbarten Krematorium bzw. dem Urnenfriedhof bekommen hat.
Die nächste Straße ist die Antonstraße; ich weiß zunächst nicht richtig, wo ich bin, begreife dann aber, dass es südwestlich nun zu Karstadt gehen würde. In der anderen Richtung ist am Ende der Straße ein breites Haus zu erkennen und ich gehe in der Vermutung darauf zu, dass das die große Reinickendorfer Straße sein wird.  Unterwegs komme ich an einem wirklich stimmungsvollen, unter anderem durch Spielplätze genutzten Brachgelände vorbei, das in dieser Form auch im Prenzlauer Berg stehen könnte. Ich lande schließlich nicht auf der Reinickendorfer, sondern auf der deutlich kleineren Maxstraße. Nun weiß ich sogar, wo ich bin, denn vorn an der nächsten Ecke erkenne ich das linke / autonome Hausprojekt Schererstraße 8, in dem ich wohl im Herbst 2019 erstmals bei einem Konzert der richtig guten französischen Band Bronco Libre gewesen bin. Zwischen den vielen Plakaten und Flyern an der Außenwand des Hauses ist ein Plakat zu erkennen, das erklärt, dass auch die Metzgerei, die früher in jenem Haus war, bei der Weddinger Fleischrevolte von 1912 geplündert wurde. Die Kacheln der ehemaligen Metzgerei sind übrigens im Innenraum erhalten und geben diesem einen besonderen, wenn auch etwas kühlen Charme.  
An jener Straßenecke treffen sich die Max-, die Scherer und noch eine dritte Straße. Welch Ironie! Diesen Mai bin ich erstmals nach sehr langer Zeit am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide in Pankow gewesen und habe mich sehr daran erfreut zu sehen, dass ausgerechnet vor jenem großen  Gelände  die „Germanenstraße“ verläuft. Das Straßenschild stammt noch aus der DDR-Zeit und zeugt davon, dass sie damals schon jenen Namen getragen haben muss. Die DDR es demnach nicht fertig gebracht oder es für nötig gehalten hat, der Straße einen anderen Namen zu geben.
Hier, direkt  vor dem Hausprojekt Schererstraße, beginnt tatsächlich einer der drei Adolfstraßen Berlins. Alle Straßenschilder sind auf verschiedene Weisen symbolisch abgeklebt.
Die Adolfstraße führt hinter den Mauern des ehemaligen Krematoriums vorüber und endet an der Ruine des ehemaligen Postamts.

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Tuesday, December 15, 2020

Sonnenaufgang heute

Schloss und Schlosspark Charlottenburg




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Zeitung Zigaretten in Friedenau


Gesehen am Südwestkorso, ohnehin eine interessante Gegend. Auf den ersten Blick verkehrsberuhigt und ein bisschen altehrwürdig-chic. Unter anderem der rewe in jener Straße spricht aber eine andere Sprache.

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Guerilla-Werbung für Corona-Schnelltests

 Gesehen in der Friedrichstraße

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Thursday, December 10, 2020

"Ein bisschen RUHE braucht jeder!"

Es ist nicht gerade der lauschigste Fleck: der vordere Außen-bereich von Violettas Imbiss im Westhafen. Auf der Straße, die direkt am Imbiss entlangführt, donnern die LKWs des Kieswerkes oder der Müllabfuhr, die offenbar auf dem Gelände einen Teil ihres Fuhrparks hat, vorbei. Dazu kommen auch immer wieder Bagger, Kräne und andere Fahrzeuge der "Behala" vorbei. Umso ironischer der Anblick dieses LKWs mit PASSENDER! Beschriftung direkt gegenüber... 

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Tuesday, December 08, 2020

Siemensbahn (2): "Manou's Schlemmerstube"

Völlig absurd erscheint mir die Vorstellung, dass der Hochbahn-Teil der Siemensbahn - im Bild zu sehen ist ein Abzweig vom Popitzweg nahe U-Bhf Siemensdamm - inzwischen seit 40 Jahren völlig ungenutzt und sinnlos in der Landschaft herumsteht und den Blick verstellt. Aber es ist nicht nur Vorstellung, es ist Realität. Realität im Bezirk Siemensstadt, der einen eher rauhen Charme hat. Aber eben nicht "kultig" rauh wie Kreuzberg oder Neukölln, sondern eher rauh im Sinne von am Rande und fast vergessen. "Manou's Schlemmerstube" steht da möglicherweise stellvertretend für diesen rauhen Charme. Gewiss kein Gourmet-Tempel, und Vegan-vegetarisches ist dort eher nicht zu bekommen. Die Betreiberin empfing uns aber sehr geduldig und freundlich; mitgehörte Gespräche mit den Stammgästen am Eck verbreiteten ein wohliges Gefühl von Vertrautheit und Solidarität untereinander.
Interessant (und nicht groß verwunderlich), dass es "Manou's Schlemmerstube" offenbar schon 2004 in einem ganz ähnlichen Zustand gab: www.stadtschnellbahn-berlin.de.
Und anbei die ausliegende Speisekarte, eigentlich viel zu klein auf A5-Größe ausgedruckt. Dabei fällt mir erstmals auf, dass da anders als auf dem Schild "Manou's Schlemmerbude" und nicht "Manou's Schlemmerstube" wie auf dem Schild steht.

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Siemensbahn (1): Auf dem Bahndamm bis Gartenfeld

Auf die Siemensbahn bin ich wohl durch Zeitungs- und Fernsehberichte über deren geplante Wiedereröffnung aufmerksam geworden. Zunächst hieß es, das solle bis 2025 geschehen, inzwischen ist die Rede von 2029. Ehe es mit Sanierungsarbeiten losgeht, wollte ich mir diese nochmal im verwahrlosten Zustand ansehen. Erste Besuche machte ich im April diesen Jahres; wie das in Berlin zum Glück üblich ist, fanden sich an mindestens zwei Stellen Löcher im Zaun, durch die sich dann auf den Bahndamm hinaufsteigen ließ. Ich ging jeweils das bewachsene Stück in nordwestliche Richtung. Das Teilstück in Richtung  Süden, das über eine Hochbahn führt, habe ich mir bisher nur von unten her angesehen, wobei ich mir auch vorstelle, dass das oben nicht zugänglich ist. Gleiches dürfte auch für den ehemaligen Bahnhof Wernerwerke gelten, der direkt am vielbefahrenen Siemensdamm liegt.
Die Siemensbahn ist eine stillgelegte S-Bahn-Strecke mit insgesamt vier Stationen zwischen Jungfernheide und Gartenfeld, die zwischen 1927 und 1929 in Eigenregie der Firma Siemens & Halke erbaut worden ist und bis 1980 existierte. Infolge des Reichsbahnerstreiks im September 1980 wurde sie eingestellt, nie wieder in Betrieb genommen und weite Teile der Strecke wurden seitdem weitgehend sich selbst überlassen. Zum Jahr 2029 ist eine Wiederinbetriebnahme sowie eine Verlängerung bis nach Hakenfelde geplant. Anlass dafür sind geplante oder bereits entstandene neue Wohngebiete in Gartenfeld und im Norden Spandaus, dazu plant Siemens einen Technologiepark in Siemensstadt. Warum die Wiedereröffnung nun auf so einen langen Zeitraum hin ausgerichtet ist, erschließt sich mir nicht wirklich, auch wenn es aktuell keine Verbindung mehr vom S-Bhf Jungfernheide zur Strecke gibt und ein neues Viadukt über die Spree gebaut werden muss.
Aber: ich beschwere mich nicht darüber. Denn es ist wirklich spektakulär, was zu sehen ist. Und so ist ausgiebig Zeit, sich die Trasse noch mehrmals im jetzigen Zustand anzusehen. Die Gleiskörper sind an manchen Stellen zwar freigeräumt, aber eben nur an manchen Stellen; anderswo wildern Bäume und Sträucher vor sich hin. Sehenswert natürlich insbesondere auch der ehemalige Bahnhof Siemensstadt, der offensichtlich auch gern von Sprayern besucht wird. Insgesamt ist zwar wenig Betrieb auf den Gleisen, und auch die Anwohner*innen sind es ganz offensichtlich gewohnt, dass da hin und wieder jemand über die ehemalige Bahnstrecke läuft. Ganz alleine war ich bisher aber noch nie dort, es begegneten mir teils Pärchen, teils spielende Kinder, bereits erwähnte Sprayer sowie andere, die wie ich an "Lost Places" ihre besondere Freude haben.
Bei den ersten beiden Besuchen bin ich jeweils nicht weit über den ehemaligen Bahnhof Siemensstadt hinausgekommen. Diesmal sollte es weiter gehen, möglichst bis zum ehemaligen Endbahnhof Gartenstadt, in dem bis 2012 eine Gärtnerei untergekommen war. Markant an jenem Stück ist, dass an manchen Stellen die Gleise völlig entnommen wurden, während an anderen Stellen bis zu sechs Gleise parallel noch enthalten sind. Spektakulär auch ein altes Stellwerk, das begehbar ist - in aller Vorsicht, versteht sich, und legal ist das alles natürlich auch nicht - ehe am Ende der Strecke der ehemalige Endbahnhof Gartenfeld steht, in dessen verschiedenen Bereichen noch Überreste der Gärtnerei zu finden sind.
Es gibt - neben der Wikipedia-Seite, die regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird - mindestens drei sehr empfehlenswerte Websites mit mehr Informationen und vor allem auch teils sehr guten Fotos (und einem Film) zur Siemensbahn. Auf www.stadtschnellbahn-berlin.de werden historische Informationen und Fotos von 1930 über 1979 bis 2005 zusammengestellt. Von dort gibt es einen link zur Seite www.stadtschnellbahn-berlin.de/spaziergang, auf der Thomas Krickstein in neun Unterkapiteln sehr interessante Fotos von sechs Spaziergängen aus dem Juli 2004 gesammelt hat. Sehr interessant unter anderem, dass manche Teile der Strecke 2004 offensichtlich verwilderter waren als heutzutage, andere hingegen (vor allem das Stellwerk!) noch in einem deutlich besseren Zustand da standen. Auf www.blocksignal.de hat Steffen Böhr 138 Fotos von einem Spaziergang auf der Siemensbahn im März 2015 veröffentlicht.

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Gallesteig

 Gesehen in Berlin-Charlottenburg

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