Tuesday, November 01, 2022

Östro 430 + Bärchen und die Milchbubis + Suzy & the Slits

Sonntagabend,  aber es war tatsächlich recht voll im Cassiopeia. Angenehm gefüllt. Es war schon interessant, da mit Suzy and the slits ne Band mit ganz jungen Leuten gespielt hat. Die wiederum offenbar auch viele Leute mitgebracht haben. Es war echt sowas wie ein Mehr-Generationen-Konzert. Die Band hat eigentlich recht guten Früh-80er-Punk gemacht, mit wilder Sängerin auch, also schon ganz gut. Eigentlich. Inzwischen denke ich mir nur, dass es so ne Musik schon vor mittlerweile 40 Jahren gegeben hat. Und irgendwie kickt mich sowas dann heute nicht mehr und ich kann es für mich persönlich nicht für ganz voll nehmen. Dass andere voll mitgegangen sind und ihren Spaß hatten, freut mich dabei aber!

Die beiden folgenden Bands waren dann quasi das "Original", allerdings natürlich um mittlerweile eben jene 40 Jahre gealtert. Eine Gelegenheit, über Zeit nachzudenken, und Entwicklungen mit der Zeit. Auch wenn sie - das will ich gleich voraus schicken - in dem Sinne nicht "alt" oder "oll" oder irgendwas, sondern eher interessant wirkten. Nach all der Zeit noch ihre Lieder zu spielen, und das auf eine sehr glaubwürdige Weise! Bärchen und die Milchbubis waren sehr nett, sehr freundlich, sehr zugewandt. Ich musste irgendwie dran denken, das könnten die Lehrerinnen und Lehrer für viele der jungen Leute aus dem Publikum sein. Ich bin mit dem Bassisten hinterher zufällig sehr nett ins Gespräch gekommen. Wo er u.a. meinte, dass der Sampler "Jung kaputt spart Altersheime" nicht offiziell sei, sie zumindest nicht gefragt worden seien, was mich doch sehr überrascht hat! Musikalisch war es teils etwas harmlos, ich musste an die Mimmis denken, aber diesen Sound gab es in den 80ern eben auch, und die beiden Hits "Jung kaputt spart Altersheime" und "Pogo poppt auf" gehen ja in eine etwas andere Richtung. 

Östro 430 war dann quasi der Gegenpart, offensiv, kräftig, eine wahnsinnige Power insbesondere bei der Sängerin, obwohl inzwischen um die 60. Hat mich echt beeindruckt und ich hab mir dann tatsächlich die Platte gekauft. Eine Doppel-LP, mit 25 € natürlich recht teuer. Und da sie schön aufgemacht ist, aber kein Klappcover hat, hätte es die CD im Digi-Pack für 15 € wohl auch getan. Aber super Musik, mit Orgel und Saxophon, ziemlich geil, und teils heiße, offensive Texte. Die Band war bisher immer etwas an mir vorbei gegangen, eigentlich schade, dafür habe ich aber nun also wieder mal was interessantes "Neues" entdeckt. Es gibt mit der Sängerin ein ganz interessantes Interview in der taz unter dem Titel "Soziale Verantwortung ist Punk". Sie hat wirklich Format und Präsenz und Ausstrahlung, kann auch so richtig gut und kräftig singen. Interessant, ihre kräftige, unbequeme und undogmatische Sicht auf die Dinge mitzukriegen. Die womöglich nicht immer auf der Höhe der Zeit, auf der Höhe der aktuellen Diskussionen ist, dachte ich mir so. Zum  Thema "Gendern" sagte sie auch, dass das womöglich ein Generationen-Gap sei. Aber ich hab so gemerkt... das ist ne Herangehensweise, die mir vertraut ist und die ich cool finde... Punk 80er und weniger Punk 2020er.

Labels: , ,

Wednesday, March 22, 2017

„Schön, dass es dir gefallen hat!“

Samstag, 20.11 Uhr. Ich sehe, dass CURLEE WURLEE heute spielen, im „Schokoladen“. An jedem anderen Tag würde ich vor Freude aufheulen und es wäre überhaupt keine Frage, zum Konzert dieser tollen Band in diesem tollen Laden zu gehen. Aber heute? Nein, ausgeschlossen. Fühle mich traurig, ermattet, gebremst, wie gelähmt, als ob ich Blei in den Knochen hätte. Und da im Schokoladen immer um 22 Uhr Schluss sein muss, warte ich nur noch kurz, und die Gelegenheit ist eh vorbei.
Samstag, 20.51 Uhr. Da steht immer noch, dass CURLEE WURLEE heute spielen, im Schokoladen. So weit ist es nicht. Gerade mal 15 Minuten mit dem Fahrrad, und das auf der neu entdeckten Traum-Route durch die Ost-City auf der Linienstraße. Und wenn ich jetzt noch los gehe, könnte ich eventuell wirklich noch…
CURLEE WURLEE hatte ich irgendwann Mitte der 2000er im „Wild at heart“ gesehen. Im Anschluss an das Konzert habe ich mir Platten von ihnen gekauft, und ich erinnere mich, wie die Sängerin, die sie mir verkaufte, mir begeistert  zujubelte: „Schön, dass es dir gefallen hat!“. Das werde ich wohl immer mit dieser Band und diesen Platten verbinden. Danach habe ich CURLEE WURLEE aus den Augen verloren. Ich wusste gar nicht, dass es sie noch gibt. Ihren toll eingängigen Song „Black hair“ von der Picture-7“ habe ich öfters in der KVU gespielt, als ich da noch aufgelegt habe.
Also los jetzt. Das ist doch genau das Richtige. Und nicht, Trübsal zu blasen! Also rauf auf’s Pferd. Gleich an der Ecke am Spätkauf… das ist doch Michi von EROTIC DEVICES, und neben ihm steht Gers, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe! Was für eine Freude! Gers spricht nur Englisch; da ich mit einer Frau zusammen arbeite, die bisher auch fast nur Englisch spricht, bin ich das Sprechen in dieser Sprache gerade gewöhnt; ich merke, wie es flutscht, und das bringt weitere Punkte für die Bessere-Laune-Skala! Es stellt sich heraus, dass Erotic Devices, mit denen ich immerhin mal eine Platte gemacht habe, nun genau gegenüber meines neuen Heimes proben…
Aber der Schokoladen ruft, und ich komme original an, als CURLEE WURLEE gerade auf die Bühne gehen. Gerade noch Zeit, ein Radler zu holen, und dann geht es los. Es wird wiederum ein großartiger Auftritt. Garage-Punk mit Orgel, was dem ganzen einen 60’s-touch gibt, und das besondere Pfund ist natürlich die  Sängerin mit dem charmanten französischen Akzent. 45 Minuten, für die sich die Anreise gelohnt hat. Als Erinnerung hole ich mir noch ihre neue 7“; seit den Platten, die ich habe, sind verschiedene andere erschienen, aber die neueste genügt nun erstmal.  
Eigentlich bin ich im Wort, gleich nach dem Konzert nach Hause zu fahren, um auf einen Hund aufzupassen. Freunde nehmen mich aber noch mit zu einer Party von „Marbert“. Das ist sicher Marbert von BERTZ RACHE, denke ich mir. Ich selbst kenne ihn nicht persönlich, aber ich kenne sonst keinen, der so heißt, und das traditionelle home von Bertz Rache (die übrigens im Jahr 1993 eine 7“ bei Incognito Records veröffentlichten, u.a. mit dem Hit „Im Osten gibt’s kein Telefon“) ist doch hier um die Ecke. Natürlich ist es so, wie gedacht. Aber ich staune, denn alles bei Marbert ist wie im Ost-Berlin der 90er Jahre. Ein schrottiges, unsaniertes Haus. Fassade, Treppenhaus: alles rott,  provisorisch geflickt und liebevoll umgestaltet und angemalt. Die Tür zum Treppenhaus steht natürlich – ganz traditionell – für jederman offen. In den Wohnungen noch Kohleöfen. Selbst die Einrichtung der Wohnung ist noch ganz im 90er Jahre-Stil. U.a. ein geil-debiles "Winnetou und Old Shatterhand"-Gemälde vom Flohmarkt über der Couch. Ein schönes Erlebnis, die 90er Jahre konserviert wieder zu sehen. Und das im Jahre 2017 in Berlin-Mitte, das sonst doch so vollständig durch saniert wirkt!
Noch kurz ein paar Happen in der Küche genommen, und dann aber nach Hause zum Hund.
Ich habe derzeit zwei Leute um mich, die längere Zeit in England gelebt haben. Beide lachen, als ich ihnen von CURLEE WURLEE erzähle, und es stellt sich heraus, dass CURLY WURLY ein englischer Schoko-Riegel ist; die Verpackung ist wirklich zu hässlich, um sie hier abzubilden. Aber so hatte es eine besondere Verbindung, dass CURLEE WURLEE ausgerechnet im „Schokoladen“ gespielt haben…

Labels: , ,

Monday, March 06, 2017

Gerrit Meijer gestorben

Bereits vor zwei Wochen ist Gerrit Meijer im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Ich wollte über ihn bereits im Herbst letzten Jahres schreiben. Anlässlich von "40 Jahre Punk" hatte Radio Eins vom RBB einen Tag lang einen Themen-Tag über Punk gesendet; bestechend daran war, dass nicht nur den großen, bekannten Bands, die man so erwarten würde, Raum gegeben wurde, sondern dass auch Berliner Bands gespielt wurden und ihre Protagonisten zu Wort kamen. Unter anderem Gerrit Meijer, Gitarrist und Sänger von PVC, einer der ersten Punk-Bands aus Berlin, der sehr Bemerkenswertes von sich gab. Und zwar, dass Punk für ihn längst tot sei. Denn das, womit Punk immer kokettiert hätte, würde heute von viel radikaleren Menschen (v.a. Islamisten) tatsächlich in die Tat umgesetzt. Damit sei der Wunsch von Punk, immer noch einen drauf zu setzen, immer noch weiter zu provozieren, obsolet geworden und Punk an sein Ende gekommen. Diese Aussage hat mich in ihrer Klarsichtigkeit beeindruckt. Da war einer am Mikrofon, der sich auskannte, immer noch am Puls der Zeit und wach und scharf im Denken war.
PVC hatte bei Incognito Records 1997 eine Doppel-10" mit alten Aufnahmen veröffentlicht, 2007 noch eine Anthology mit Songs aus den Jahren 1977-2007. Als ich 2010 Incognito übernahm, lud er mich zu sich nach Moabit ein; die Straße, in der er wohnte, quere ich mittlerweile, wenn ich nach Charlottenburg fahre. Er hatte noch weitere alte Aufnahmen, und mein Eindruck war, ihm ging es insbesondere darum, soviel wie möglich zu veröffentlichen. Mangels Geld und da ich nicht vollständig von den Songs (es ging um PVC wie auch um welche seiner anderen Band WHITE RUSSIA) überzeugt war, kam damals nichts zustande.
Wir blieben in losem Kontakt; ab und an kamen Rechte-Anfragen bzgl. PVC an Incognito, die ich an ihn weiter leitete, und letzten Herbst, als sein Buch erschien, lud er mich zu einer Lesung ein, zu der ich schließlich nicht hinging.   
Nein, ich habe ihn - im Gegensatz zu vielen anderen aus der Berliner Punk-äh-Sekte, der er immer nah verbunden blieb, auch wenn er durch seine vielfältigen Aktivitäten bzgl. "Punk-Ur-Zeit" auch für die Medien, insbesondere in Berlin, ein Ansprechpartner geworden war - nicht wirklich gut gekannt. Er hat mich auf der Straße nicht erkannt. Ich bin ehrlich gesagt auch kein übermäßiger PVC-Fan, finde nur "Wall City Rock", "Berlin by night" und "Can't Escape" so richtig gut, viele andere Songs nur durchschnittlich. Wahr ist auch, dass Gerrit einige Jahre und bei wichtigen Aufnahmen (u.a. beim Einspielen der ersten LP) gar nicht bei PVC spielte. Und dass Nachrufe wie der in der Berliner Zeitung, er sei "der Sid Vicious Kreuzbergs" gewesen, in vielerlei Hinsicht totaler Humbug sind. Bei PVC-Auftritten in den 2000ern wirkte er für manchen Jung-Punk sicher total rätselhaft und deplaziert: mit seinem schlohweißen Haar auf der Bühne stehend. Aber er war bis zuletzt ein wacher, aufrechter, unpeinlicher, beeindruckender Typ. Der fehlen wird. Und dessen Buch ich mir nun - auch wenn die Geschichte der frühen Punk-Zeit für mich eigentlich durch ist - doch zulegen möchte.
Signieren geht leider nicht mehr.

Labels: , , , ,

Sunday, January 22, 2017

"So isser, der Nolte!"

Bereits Mitte Dezember 2016 gab es 20 Jahre New Rose Radio zu feiern, seit dieser Zeit macht Nolti jeden Montag seine Punk-Radiosendung! Bis vor wenigen Jahren auch im Offenen Kanal Berlin; seit dieser jedoch anders heißt und professioneller sein will, nur noch online auf www.new-rose.de.
Nolti ist ein Character; er gestaltet seine Sendung - die er zwar mit zwei Partnern gegründet hatte, aber längst alleine moderiert - sehr persönlich und es gehören ohne Frage besondere Eigenschaften dazu, eine solche Sendung wirklich 20 Jahre wöchentlich durchzuziehen. Respekt für dieses Durchhaltevermögen!
Am Feier-äh-Party-Abend spielten zunächst GERMAN EX, eine überaus sympathische Deutschpunk-Klassiker-Coverband aus Potsdam, die die Songs nicht einfach runterbretterte (was auch okay gewesen wäre), sondern noch nett und sympathisch was zu den einzelnen Songs sagte. Es gab die ganze Palette von Slime über Canal Terror zu Schleimkeim. Gut!
Als nächste STRG Z, eine Band mit großem Potential aus Dresden, was Musik und auch Auftreten angeht. Der Sound war klasse, u.a. 80er-Jahre-typischer Punk und New Wave angehaucht, wie es ja auch Bands wie Gruppe 80, Front, usw. machen, aber es hatte schon was Spezielles. Dazu passte auch das leicht schnodderige Äußere der Mitglieder... aus den dreckigen Kellern der Pegida-Stadt, stellte ich mir vor, und das gefiel mir. Das einzige, was mir nicht gefiel, waren die Pausen zwischen den Songs, die dem Set viel Energie nahmen. Die Band kann richtig was... noch mehr, als sie an dem Abend gezeigt hat! Sehr guter, treffender und zeitgemäßer Name für eine Band, die rückwärtsgewandte Musik spielt.
Über die RAZORS als Top-Act des Abends gibt's nicht viele Worte zu verlieren. Viele der alten Songs sind klasse, von ihren neuen brauche ich - ich bin mal so ehrlich - so ziemlich kein einziges.
Es war ein rauschender Abend: Nolti hatte zwischendrin noch zusammen mit BADLY DAMAGED "New Rose" gesungen, dazu gab es auch eine Verlosung - mittels ausgegebener Wartenummern seines Arbeitgebers...
Und Nolti wäre nicht Nolti, wenn er bei aller Freude über all die Leute, die gekommen waren (und das Wild at heart war proppevoll gewesen!), nicht auch seine Enttäuschung über die Leute geäußert hätte, die nicht gekommen sind... Nachzuhören in der Nachlese-Sendung Nr. 690 im Sendungsarchiv. Sendung Nr. 692 bietet übrigens einen schönen (persönlichen) Punkrock-Jahresrückblick auf 2016.

Labels: , ,

Saturday, June 18, 2016

Undertones

Damit es hier nicht nur um die Arbeit geht! Das Konzert der UNDERTONES am Freitag vor zehn Tagen konnte mich nicht recht begeistern, aber eventuell deswegen, weil ich am Tag
des Konzert "früh" gearbeitet hatte, am Nachmittag dann drei Stunden geschlafen, und für den nächsten Tag stand nochmals Arbeiten (und Aufstehen um 6) bevor. (Somit dreht es sich also doch wieder um die Arbeit...)
Also sie waren keineswegs schlecht, aber vielleicht war ich nicht richtig offen für sie. Obwohl es immerhin die letzte mir wichtige Band war, die ich noch nicht live gesehen hatte. Aber zwei Songs sind mir doch besonders in Erinnerung geblieben. "It's gonna happen" war mir zuvor noch nie aufgefallen, was für ein großartiger Pop-Punk-Knaller! "Wednesday week" hatte ich früher mal auf Kassette, und ich meinte die letzten Jahre immer, es sei von den BEATLES. Und wunderte mich, dass ich es nicht wieder finden konnte.
Die beiden Songs waren Grund genug, mir im Nachhinein die hier abgebildete "An Anthology"-Doppel-CD zu besorgen, eine wunderbare Zusammenstellung, an der ich seither große Freude habe.
Ein Freund aus Hamburg wies mich übrigens auf eine Website hin, auf der man Setlisten von Konzerten nachlesen kann. Hier die der UNTERTONES am 10. Juni 2016 in Berlin.

Labels: , ,

Sunday, May 22, 2016

JAM TODAY und SEX PISTOLS EXPERIENCE live auf der MS Stralau

Vor einer Woche spielten JAM TODAY aus Hamburg und die SEX PISTOLS EXPERIENCE auf der 2. von Mario Irrek organisierten Boots-Tour auf der Spree. Diesmal zwei Cover-Bands, die zwei Konzerte (eins ab 14, das zweite ab 17 Uhr) hatten monatelangen Vorlauf, so dass ich ganz vergessen hatte, dass ich ihm JAM TODAY empfohlen hatte. Erst Sänger und Gitarrist Helge erinnerte mich daran, dass ich ihnen das "eingebrockt" hatte. Die Hamburger wieder großartig, auch der Sound war besser als letztes Jahr an gleicher Stelle bei RAZORS und OUTCASTS. Und es hieß zum Glück nicht wirklich "Going underground", das heißt, das Schiff sank nicht...
Als Haupt-Act dann die SEX PISTOLS EXPERIENCE, eine Truppe, über die ich hier - glaube ich - schonmal geschrieben hatte. Sex Pistols-Covers, bereits über 1000 Shows, insbesondere in England ein großes Ding. Musikalisch super, exakt wie auf dem "Never mind the Bollocks"-Album, auch perfekt druckvoll. Die Leute sehen sogar teils aus wie die Originale, zumindest "Johnny" und "Sid". Alles Bombe also, auch die Stimmung war wirklich außerordentlich gut. Die Songs der PISTOLS originalgetreu live zu hören... das ist schon was Besonderes...! Nur als "No future" gespielt wurde, "No future for you", das 1977 der Queen galt... da wurde mir bewusst: hier irrte Punk ausnahmsweise mal... Denn bekanntermaßen ist die Queen 39 Jahre später immer noch Königin...!
Die nächste Bootstour übrigens am 18. September mit PETER & THE TEST TUBE BABIES, Karten 35 € each.

Labels: ,

Artikel im aktuellen PLASTIC BOMB

Mein Artikel über die "Punk - a world history"-Sampler-Reihe, den es hier online zu lesen gibt (wir berichteten...), ist nun auch im aktuellen PLASTIC BOMB-Fanzine erschienen, das es ab dem 25. Mai an jedem größeren Bahnhofskiosk zu kaufen gibt. Eigentlich hatte ich mich sehr gefreut, dass sie ihn drucken, aber das Ergebnis ist doch etwas dürftig und enttäuschend ausgefallen. Sie haben ihn nämlich mit einer Schreibschrift layoutet, die nicht gerade zum Lesen einlädt... Außerdem kündigen sie den Artikel im Inhaltsverzeichnis an als Artikel über "die Geschichte von Punk". Da hat sich wohl jemand nicht die Mühe gemacht zu erfassen, worum es eigentlich geht...

Labels: ,

Tuesday, December 29, 2015

Dem deutschen Volke

Seitens der Band wurde mir versichert, dass dieses Motiv (ursprünglich aus dem Jahr 1994) auch in Dresden plakatiert wurde, und dass es sogar eigentlich dafür neu aufgelegt wurde. Da freut sich  Punkrock, dass er sich nach langer Zeit mal wieder gesellschaftlich relevant fühlen darf. Weiter SO, Zivilgesellschaft! Verdienst-Orden für die TERRORGRUPPE!



Labels:

Saturday, November 07, 2015

Razzia live 2015

Längst bin ich dazu übergegangen, nicht mehr jedes Konzert mitzunehmen. Eher herrscht die Parole "Klasse statt Masse" vor. Ich brauche mir auch nicht mehr Bands angucken, die ich eh schon mehrmals gesehen habe. In diesem Jahr gab es mindestens zwei Highlights, über die ich an dieser Stelle noch kein Wort verloren habe. Das waren zum einen The Damned im Wild at heart und zum anderen - mal was ganz anderes - die Beatsteaks in der Wuhlheide. Dazu gehört eigentlich auch noch das Boots-Konzert auf der Spree mit Razors und Outcasts Anfang September. Das waren alles einzigartige Konzerte, die mir bis heute tief intus geblieben sind. The Damned mit einem wahnsinnig guten, klaren, druckvollen um nicht zu sagen perfekten Sound, und das in so einem kleinen Laden wie dem Wild at heart. Beatsteaks, ein Stadion-Rock-Erlebnis, mein erstes "großes" Konzert seit den Toten Hosen 1994, würde ich mal sagen. Ich inmitten von lauter 20-jährigen; Open Air, bestes Wetter, toller Konzertort, an dem man je nach Lust und Laune hin und her wandern kann zwischen Innenraum und Tribüne, wo dann u.a. ganze Familien saßen oder standen. Beim Boots-Konzert waren es fast weniger die Bands an sich, sondern mehr so das Boot fahren, sich die Stadt vom Wasser aus angucken und dabei ordentlich beschallt zu werden.
Razzia gestern im SO 36 waren ein weiteres Highlight in der Sammlung der Konzerte dieses Jahres. Sie sind eigentlich eine Band der 80er und frühen 90er Jahre, die ab 1984 mit ihrem Album "Tag ohne Schatten" und fast mehr noch durch das zweite "Ausflug mit Franziska" (mit Orgel-Einsatz!) zu Klassikern, um nicht zu sagen Ikonen des Deutschpunk wurden. Ich bin relativ spät auf sie gestoßen, hatte zuvor - die in Stuttgart unvermeidlichen - Normahl kennengelernt, dann Slime, Daily Terror, Hass und ähnliche. Verglichen mit den Prolls von Normahl erschienen mir Razzia wie Schwäne, die mit ihrem feinen norddeutschen Akzent, den unpeinlichen Texten und der ausgefeilten, dabei aber immer druckvollen Musik begeisterten. 1999 sah ich sie erstmals, im legendären "Eimer" in Berlin-Mitte. Damals aber mit anderem Sänger, der originale war seinerzeit längst ausgestiegen. Ich erinnere mich nicht vollständig an dieses Konzert, aber ich meine, das Gefühl gehabt zu haben, dass es letztendlich nicht wirklich Razzia gewesen sei, eben, weil die markante Stimme fehlte.
2012 oder 2013 taten sich die Hamburger wieder zusammen, diesmal in Original-Besetzung, und spielten wieder Konzerte. Ich habe das Konzert in Berlin damals sausen lassen, weil ich dachte, das könne einfach nichts Gutes werden, und so wollte ich mir die Band nicht kaputt machen lassen. Es soll aber sehr gut gewesen sein, hatte ich von mehreren Seiten gehört. Und diesmal wollte ich mir sie dann nicht entgehen lassen. Das SO 36 war schließlich sogar ausverkauft, und Razzia spielten - anders als gedacht - schon als zweite Band. "Arsch im Sarge", "Als Haus wärst du ne Hütte", "Schatten über Geroldshofen" gehörten zu den ersten Liedern, und schnell wurde deutlich: ja, sie haben es noch voll drauf! Der markante, einzigartige Gesang klang wie auf Platte. Ebenso die tolle Lead-Gitarre, die auch nur bei Razzia so klingt, wie sie eben klingt. Und das ganze war druckvoll und mitreißend. "Kranke Geister, kranke Leiber", "Kaiserwetter" und "Nacht im Ghetto" wurden auch noch gespielt, neben einigen Songs von späteren LPs, die ich nicht so präsent hatte. Auf jeden Fall war es sehr sehr gut gewesen.
Im Anschluss spielten noch Fliehende Stürme aus Stuttgart, von denen ich zuvor nicht viel kannte. Das war eher punkiger Dark Wave. Ein Soundteppich, auf den man sich erst mal einlassen muss. Der mir dann durchaus gefiel, denn das hat schon eine gewisse eigene Magie - aber irgendwann war dann mein Interesse auch wieder geschwunden, denn letztendlich klingt vieles doch sehr gleichförmig. Da wurde mir nochmals die geniale Vielseitigkeit von Razzia bewusst, deren Songs auch etwas Düsteres haben, aber eben auch viele weitere Facetten. Fliehende Stürme haben aber durchaus viele Fans. Beim Rausgehen waren die Reihen zwar etwas lichter als bei Razzia, aber sie haben den Laden keinesfalls leer gespielt.

Labels: , ,

Sunday, March 08, 2015

Buzzcocks + Cyanide Pills live in Berlin

Einige Jahre lang hatten sich die Buzzcocks rar gemacht. Auch dieses Jahr sollte es nur zwei Konzerte in Deutschland geben - eines in Hamburg, eines in Berlin. Nachdem mir letztes Jahr - durch seltsames Tour-Booking! - die Undertones entgangen waren, wollte ich mir dieses Jahr nach rund 22 Jahren wenigstens mal wieder die Buzzcocks angucken. Die eigentlich veranschlagte Location "Bi Nuu" war einige Wochen vor dem Konzert ausverkauft - die Betreiber (denen zusätzlich noch das "Lido" gehört, und denen gute Bande zum Kulturbürgermeister des Bezirkes nachgesagt werden) verlegten es schließlich ins "Astra", einem sehr großen Laden, in dem u.a. auch die großen "Punk & Disorderly"-Festivals stattfinden. Durchaus überraschend, dass die Buzzcocks so einen Laden füllen können - letztendlich war es sogar komplett ausverkauft. U.a. hatte aber auch Radio 1 mehrmals dafür geworben, war als Unterstützer aufgetreten.
Bereits vor dem Konzert war klar, dass es ein Ereignis werden würde. Viele Leute aus anderen Städten hatten ihr Erscheinen angekündigt. Allgemeine Vorfreude war angesagt, außer bei den Leuten, die "Bin Nuu" / "Lido" / "Astra" wegen diverser Vorfälle beim Übergang von "Kato" zu "Bi Nuu" immer noch boykottieren. Etwa 20.30 Uhr fingen die Cyanide Pills aus Leeds an. Eine bekannte Größe im 77-Style-Punkrock, fünf junge Kerls um Mitte / Ende 20, die schon seit geschätzten fünf Jahren aktiv sind, inzwischen zwei LPs und diverse 7"es raus haben und immer noch in der selben Konstellation wie am Anfang spielen. Eine gute Truppe, die auch ihren eigenen Stil hat. Allerdings wurde schnell deutlich, dass sie eher in kleineren Läden wie etwa dem "Wild at heart" zuhause sind. Sie wirkten auf der großen Bühne des "Astra" recht verloren, auch der Sound war nicht so packend wie in nem kleinen Schuppen.
Nach einiger Pause dann die Buzzcocks aus Manchester. Nicht ganz in Original-Besetzung, aber die wesentlichen Kräfte Steve Diggle und Pete Shelley sind noch mit dabei. Die ersten drei Lieder waren alles Volltreffer: "Boredom", Fast cars" und "I don't mind". Dann ein paar neuere Lieder, die dann auch dazu führten, dass der Auftritt etwas verflachte. Ich begegnete diesem Gefühl und machte mich auf weiter nach vorne. Aber irgendwie konnte ich nicht vollständig überzeugt werden. Bei einem Hit wie "Sick city sometimes", gesungen von Steve Diggle, kam der Gesang sehr schlecht rüber. Manche andere Songs wie "Autonomy" oder "Noise annoys" wurden künstlich in die Länge gezogen, was mir überhaupt nicht gefiel. Worauf ich auch überhaupt nicht kann, sind Animationen an das Publikum, in die Hände zu klatschen. (Und auf ein Publikum, das das dann auch noch mitmacht...) Das hatte was von Stadion-Rock.
"Promises" wurde noch gespielt, und als Zugabe - ich hatte es vorhergesehen - "Harmony in my head", "Ever fallen in love" und "Orgasm addict". Da wurde es dann endgültig skuril, denn ich stand ganz vorne, um mich herum nur 20-jährige Mädchen. Die sich von einer Band bestehend aus Männern Ende 50 " You are an Orgasm addict" vorsingen ließen. Wenn das nicht schon an Kinderschändung grenzte... Da sind verschiedene andere "alte" Bands wirklich selbstironischer unterwegs, u.a. um genau solchen Situationen vorzubeugen.
Es war ein Rock-Konzert, und viele junge Menschen haben sich offenbar einreden lassen, dass es ein Event sei, die Buzzcocks live zu sehen und sind deswegen hingegangen. Die Band war mit viel Spielfreude zu Werke gegangen, insbesondere Steve Diggle ist eine sympathisch wirkende alte Rock-Sau, während Shelley mehr so den bärtigen Lehrer darstellt... Dennoch haben sie zu viert die große Bühne wirklich ausgefüllt, einfach durch ihre Präsenz. Vielleicht ist es auch menschlich verständlich, dass sie angesichts der Freude über ein solch großes Publikum ein bisschen Rockstar-mäßig aufgetreten sind. Und natürlich ist es - Stichwort Ironie-frei - etwas anderes, vor 100 als vor über 1000 Leuten zu spielen. Aber für mich war es dann auch okay, als es vorbei war.
Dass es dennoch ein sehr schöner Abend war, lag an den zahlreichen Begegnungen, die so ein großes Konzert mit sich bringt. Insofern durchaus - das erhoffte Ereignis!

Labels: ,

Sunday, November 16, 2014

Poor & Weird Festival Berlin

Vier Bands - und alle vier zu laut! So dass ich noch am Morgen danach völlig zugedröhnt bin. THE NOT AMUSED habe ich schon viel zu oft gesehen, und obwohl mich mit manchen von ihnen eine Freundschaft verbindet, muss ich sagen, dass das ganze eher ein Holter-die-Polter-Auftritt gewesen ist. Ohnehin fraglich, ob sie dieses Festival für voll genommen hatten - der Gitarrist, der sonst nie ohne Schlips anzutreffen ist, trug demonstrativ nur grob-kariertes Bauarbeiter-Hemd! Möglicherweise, wurde gemutmaßt, sollte dieser ungewöhnliche Aufzug auch den Schnauzbart von Mit-Veranstalter "Eberhard-Feik-sein-Sohn" kritisieren. Als zweite spielten BELLA WRECK - die waren super! Ich sah sie zuvor zweimal im "Trickster" und fand sie dort beides Mal eher durchschnittlich. In der Zwischenzeit hatte ich jedoch ihre wirklich fabelhafte LP kennengelernt. Und nun sah ich sie erstmals, seitdem mir ihre Songs, von denen manche an HÜSKER DÜ erinnern, total geläufig sind. Das auch noch auf der großen Bühne des "Cassiopeia" - und sofort wurde deutlich: diese Band braucht eine große Bühne! Das sind Musiker, die können wirklich was! Vielleicht klingt auch deshalb ihre LP so perfekt, was für ein Debüt ja völlig ungewöhnlich ist. Weil - sie einfach wissen, was sie wollen und wie sie klingen wollen. Höchste Meinung von dieser Band!
IMPO & THE TENTS waren auch super, ihre Lieder sind einfach genial spritzig. Erst live habe ich realisiert, dass sie auch ein Keyboard haben. Das gab ihrem Highspeed-Powerpop noch eine gewisse skandinavische Melancholie hinzu. Super - außer dass der Sänger einen wirklich übel-hässlichen Oberlippenbart trug...
Von EDDIE & THE HOT RODS hatte ich so richtig schön gar nix erwartet. Hatte mich auch gewundert, dass diese als Headliner die Massen anziehen sollen. Zunächst waren nur die drei Musiker auf der Bühne - der Alt-Star hält sich zurück, fragte ich mich? Aber er kam dann auch bald, es ging los und es wurde echt charmant! Am Anfang dachte ich, na, musikalisch ist es nicht so ganz meines, es war doch sehr rockig. EDDIE & THE HOT RODS sind ja auch synonym mit dem Genre "Pub-Rock". Aber ich bin dennoch geblieben, und es gefiel mir immer besser. Die Band hatte auch echt Spaß in den Backen, und Eddie himself (der eigentlich ganz anders, nämlich Barry Masters heißt) war ein charmanter Entertainer, alt, aber schlank & fit, das gefiel mir gut! Ließ mich ein bisschen an "die Katze" - Tom Jones denken (wobei es mich nicht wundern würde, wenn diese Assoziation nur mir gekommen wäre). Dann endlich das heiß ersehnte "Do anything you wanna do", und es gab kein Halten mehr. Ein wirklich grandioser Song, den die meisten natürlich erstmals von den TOTEN HOSEN gehört hatten auf ihrer "Learning English"-LP. Im Anschluss gab es noch den Song "Gloria", und dann noch eine Zugabe. Vor allem der Sänger ließ einen an eine andere Zeit denken. Pub-Rock, Kneipen-Musik der späten 70er, frühen 80er Jahre. Rauch, Bier, auf der kleinen Bühne am Rand tritt eine Band mit diesem Typen am Gesang auf. Und dann spielt DIESE Band aus dieser anderen Zeit "Born to be wild" von STEPPENWOLF als letzten Song! Total unerwartet, total überraschend, total durchgeknallt - aber völlig stimmig! Saugut, und noch jetzt, einen Tag danach, habe ich deswegen ein fettes Grinsen im Gesicht...

Labels: ,

Thursday, February 20, 2014

OMA HANS nochmal in Berlin



Am Wochenende spielen OMA HANS zwei Konzerte im SO 36 in Berlin. Und beide sind ausverkauft. Respekt, sagt der neutrale Beobachter in mir. Den Leuten wird sicher ordentlich eingeheizt, und sie werden ne tolle Show bekommen.
Der (Ex-?)Fan in mir muss aber an den Text zum Song „0832“ denken, in dem es – mit viel Pathos – u.a. heißt:
„Das ist meine kleine Nische. Wenn’s bekannt wird, hau ich ab… Denn fast alles, was berühmt wird, ist so öde! … ich kann es nicht mehr ab!“
Massen beim OMA HANS-Konzert führen das OMA HANS-Prinzip ad absurdum. Auch ist es mir nur schwer erträglich, diese ganzen eigentlich kritischen Menschen dabei zu beobachten, wie sie (ganz wie bei EA 80) innerlich Haltung annehmen und willenlos ihrem, äh, Vorbild folgen. Es wäre nicht mein Platz da.
Remember: The Stranglers, No more heroes.


Labels:

Thursday, December 16, 2010

Slime in Berlin (1)

32 tolle Fotos vom großartigen gestrigen Slime-Konzert (incl. Song-Liste) gibt's hier:

http://www.flickr.com/photos/mikaelzellmann/5264440391/in/set-72157625607526178/

(auf Bild 18 ist übrigens ein Blogger zu erkennen, der einen "Tiefflieger" von sich wegschiebt)

Wer heute hingeht: tut das mal nicht zu spät, wer wie ich gestern erst um 22.00 Uhr kam, hatte bereits 5 Lieder verpasst.

Sie haben die erste 7" limitiert wieder veröffentlicht und verkaufen diese am Stand, der übrigens u.a. von Fabsi/Mimmis betrieben wird, für 7.- €. Neben durchaus stylishen Shirts...

Nach dem Konzert gab es - wie es fast schon zu erwarten war - noch kurz unkoordinierte Riot-Versuche, jedenfalls ging ein Blumenkasten aus der Nachbarschaft zu Bruch und zwei Mülltonnen verbarrikadierten die Oranienstraße. Gleich war ziemlich viel Polizei präsent, aber das ganze war doch etwas albern, da ohne Anlass und außerdem auf Kosten des SO 36. So war das völlig okay, dass es gleich wieder vorbei war.

Das Konzert war in jedem Fall super wie erwartet. Die Band ist weiterhin DIE deutsche Punk-Band! Wobei am Applaus und Mitsingen deutlich wurde, dass die Klassiker aus den 80ern als das Wahre gelten; die - meist keineswegs schlechten - Lieder aus den 90ern gaben dann eher die Möglichkeit zu allgemeinen Pogo-Pausen. Die dem zumeist mittelalte und ältere Publikum (waren die ganzen Jungschen an der Hürde "Konzert frühzeitig ausverkauft" gescheitert?) auch gut taten.

Labels: , ,

Monday, September 27, 2010

Leatherface im Deutschlandfunk

"Samstag gehört der Papi mir", und montags von 19 bis 20.00 Uhr gehöre ich dem Deutschlandfunk. "Andruck - die Sendung für politische Literatur" höre ich wenn möglich jede Woche. Oder ich ziehe mir die Sendung aus dem Internet runter, der "DLF" hat ne ganz gute Website.
Am Schluss der heutigen Sendung kam eine Vorschau. Eine Sendung über "Leatherface". Heute 22.05 Uhr. "Das werden ja bestimmt nicht die Leatherface sein...", denke ich mir. Als "Springtime" im Hintergrund eingespielt wird. Und kein Zweifel mehr möglich ist.
Schusselig wie man manchmal ist, fällt es mir erst 22.25 Uhr wieder ein, siedend heiß. Radio an, und eine sehr schöne Sendung gehört. Mit - natürlich - sehr genialer Musik. Und dazu einem Sprecher mit deutlichem englischen Akzent. Passte bestens.
Diese Musik-Sendung ham se leider nicht zum Runterladen von der Webside, schade. Aber ich hab gleich nach nem Mitschnitt gefragt, mal sehen.
So lange an dieser Stelle, was sie Nettes über Leatherface in der Ankündigung schrieben; runtergezogen von:

http://www.dradio.de/dlf/vorschau/

Rock et cetera

Leatherface
Die letzte große Punkband?
Von Paul Baskerville

Leatherface aus Sunderland im Nordosten Englands ist eine Punkband.
Der Chef ist Sänger und Gitarrist Frankie Stubbs.

21 Jahre nach der Veröffentlichung des Debütalbums 'Cherry Knowle' hat die Band mit 'The Stormy Petrel' ein neues Album herausgebracht, das genau so vital und rigoros wie eh und je klingt.

Der Begriff Punkband ist relativ: Ihre Musik hat durchaus Hardcore- oder Punk-Komponenten, mitunter aber auch etwas Folk und Pop.

Man muss sich eine Mischung aus The Police, Motörhead und Tom Waits vorstellen:

Das Gitarrenspiel von Frankie Stubbs erinnert an den Police-Gitarristen Andy Summers.
Der Gesang ist zwar so rau und heiser wie bei Lemmy von Motörhead, aber Stubbs strahlt eine ganz andere feingeistige, eigenwillige Melancholie aus, die in der Tat mit Waits vergleichbar ist.

Den Bandnamen Ledergesicht könnte man heute selbstironisch verstehen, denn Frankie Stubbs ist nicht mehr der Jüngste, aber die Band hieß immer so, sie wurde nach dem Bösewicht eines Kultfilms benannt.

Stubbs hat immer wieder seine Bandmitglieder gefeuert, aber nach zwölf Jahren Pause ist der erste Leatherface-Gitarrist Dickie Hammond wieder dabei, und bis auf den Bassisten spielen sie 2010 wieder in der Originalbesetzung.

Die Texte sind immer tiefgründig, politisch und von sozialer Relevanz.

Labels:

Tuesday, December 01, 2009

Very British - The Not Amused!

"Very British" waren beide Bands, die am SA, 21.11. bei der MOLOKO PLUS-Party im Cortina Bop auftraten - THE NOT AMUSED und GUITAR GANGSTERS. Wobei letztere tatsächlich aus London kommen - und die anderen nur so tun, als ob... Aber das machen diese vier KreuzbergerInnen ganz hervorragend, und nicht nur deswegen gefiel mir ihr Auftritt besser als der der GANGSTERS. Diese sind mir einfach generell etwas zu lahm - wobei sie mir inzwischen besser gefallen als Mitte der 90er, als ich sie zuletzt gesehen hatte.
THE NOT AMUSED machen in jedem Fall schönen Power-Pop-Punk, sind Mod-mäßig stylish angezogen und legten ein sehr schönes Konzert hin. Die Krönung war der beschwingte Umgang mit den diversen vorgekommenen Pannen - der Sänger hatte seine große Freude dabei und hat diese hervorragend charmant begleitet...

Die NOT AMUSED hatten bereits eine Platte draußen, eine 6-Song-12"(siehe Foto!) , die mir recht gut gefiel. Seit Mai gibt's aber nun eine neue - wieder eine 12", diesmal 7 Songs. Erschienen in 300er-Auflage: 150 beim Schweizerischen Label "Sprinter Records", 150 selbst produziert auf dem eigenen "Queen Mum Records"-Label. Gestern habe ich diese Platte zum 1. Mal gehört: und diese gefällt mir noch besser als die erste: mit noch mehr Substanz und noch griffigeren Melodien. Und besser produziert. Top!
Der Gesang erinnert mich etwas an "The Jinxed", eine Band aus Duisburg von Mitte der 90er, die nicht groß rausgekommen ist, ich aber immer gut fand. Und die Mucke - Power-Pop a la England der späten 70er.

Sehr geil, sehr charmant, wer auf derlei Mucke steht: zugreifen!

Hier einige Infos: www.not-amused.co.uk

Labels:

Friday, November 06, 2009

Anstehende Konzerte

Nach längerer Zeit mal wieder ein Blog-Eintrag - auch, auf dass ich selbst folgende anstehende Konzerte nicht vergesse:

FR, 13.11., NAZI DOGS* + EASTY ROIS in der KVU**

SA, 21.11., THE NOT AMUSED + GUITAR GANGSTERS im Cortina Bop (ist gleichzeitig MOLOKO PLUS-Party!)

SA, 28.11., KICK JONESSES*** im Schokoladen

----------------------------------------------------------------------------------------
*: genau die - über die hab ich im April 2008 schonmal geschrieben. Siehe: http://bunte-truemmer.blogspot.com/2008/04/nazi-dogs-live.html Vielleicht haben sie ja inzwischen zugelegt...

**: anschließend an das Konzert lege ich zusammen mit Dada mal wieder auf!

***: genau die aus Kaiserslautern - Nachfolge-Projekt von WALTER ELF

Labels:

Wednesday, October 14, 2009

CASH FOR YOUR STORIES live in Berlin

Kurze Rückschau auf das zurück liegende Konzert-Wochenende:

Freitag, Kastanienkeller: super familiäres Konzert. Schließlich 80-100 Leute da, womit der knuffige gemütliche Laden gut ausgelastet, aber nicht zu voll war. Schön so. Ca. zur Hälfte Freunde und Bekannte - tolles Wiedersehen mit vielen alten FreunInnen, die anderen 50% neue Gäste. Coole Mischung.

RUT RANDALE begannen gegen 11 und waren noch besser und überzeugender als beim ersten Mal, als ich sie sah. ALTE SCHULE MASTHORN mit Lukas Hungar am Gesang hab ich nicht viel von gesehen, da ich in der Zeit den Merch-Stand machte. Ihre CD gefällt mir aber echt gut: z.T. HipHop, z.T. Elektro, z.T. Punk, eine heiße Mischung aus Chaoze One, ... but Alive und nicht zuletzt Grabowski.

Dann die Engländer, die 11 Songs ihres Sets spielen konnten - zu "Girls'n'Prams" hat' s leider nicht mehr gereicht, da Schluss sein musste wegen Nachbarn.
Insgesamt ein sehr schöner Abend, mit immerhin 9 verkauften C.F.Y.S.-Platten!

Samstag, KÖPI: ging schon nerviger los, wir viel zu früh da, und die Köpi-Leute tierisch nervös wegen 750 Nazis in der Stadt unterwegs - es wurde ein Überfall befürchtet. Den es zum Glück letztendlich nicht gab. Wir also viel zu früh da, die Räume noch durch und durch kalt, irgendwie wurde ich nicht locker. Auch als die netten anderen Bands aus Wales ankamen, u.a. REJECTED.

Insgesamt waren heute einige hundert Leute da, war ja KÖPI-Fest angesagt, die Freunde & Bekannte-Quote war entsprechend geringer. Als erstes die ersten Waliser - ich weiß den Namen nicht mehr, war musikalisch eher mittelmäßig, aber okay. Zumal nach nichtmal 25 Minuten Schluss war.
Als nächstes C.F.Y.S., diesmal mit dem ganzen Set. Kamen insgesamt auch ganz gut beim Köpi-Publikum an. Leider gelangen aber heute keine 7"-Verkäufe.
Als dritte Band REJECTED, mit typischem knalligen GB-Punk a la CONTEMPT u.ä. Auch alle üblichen Themen durchdeklinierend (Tierversuche, Cops,...). Bei ner deutschen Band hätte das einen wohl eher gelangweilt, aber bei diesen Briten... kommt das meist verdammt gut. So auch bei REJECTED. Höhepunkt der "Show" war, als der Sänger zweimal nacheinander von der Bühne kotzte - sich dann aber kurz den Mund abwischte und weiter sang, als sei nichts gewesen...

Knaller des Abends noch BURN FLAG ab etwa halb 2 in der Nacht im Koma F, auch auf dem Köpi-Areal. Ein kleinerer Raum, der gut gefüllt war, und eine großartige BLACK FLAG-Cover-Band abfeierte, die alles gab. Geiler Schlusspunkt...

Aber nun ist erstmal etwas Ruhe im Karton bei mir...

Labels: ,

Monday, October 05, 2009

Am Wochenende gilt's! Cash For Your Stories live!

Friday, September 25, 2009

Cash For Your Stories am 10.10. in der KÖPI!

Wow - nachdem es zunächst ganz schön zäh lief, hat es nun doch noch zu einem vielversprechenden Konzert-Wochenende für CASH FOR YOUR STORIES gereicht!

So spielen die guten nicht nur zur Release-Party auf am 9.10. in der Kastanie/Prenzlauer Berg (zusammen mit RUT RANDALE + ALTE SCHULE MASTHORN), sondern auch noch am 10.10. in der KÖPI! Das Flaggschiff öffnet seine Toren für uns - großartig!

Und zwar im Rahmen der "AGH Jubiläums Feierlichkeiten", das klingt ohnehin nach einem großen Punk-Fest, unten mal einige Auszüge. Bei der BLACK FLAG-Coverband "Burn Flag" spielt übrigens JONNY FREEDOM mit, der wohl zum Jahreswechsel auch eine 7" bei ANDI'S FRIENDS RECORDS veröffentlichen wird...

"15:00 Uhr 1. KØPI-Kickerturnier mit Wanderpokal
Anmeldung bis 14:00 Uhr - 1. Preis: Wanderpokal + Special Preise und Trostpreise mit Moderation und DJs
-----------------------------------------------
22:00 Uhr Konzert im AGH
"Threat Manifesto" (Wales/UK) - "Rejected" (Anarcho Punk aus Wales/UK) - "Cash for Your Stories" (Gefrickel aus Manchester/UK)
-----------------------------------------------
im Koma F: Punkrock-Cover Night
"Burn Flag" (Berlin) danach Punkrock-Disse
-----------------------------------------------
Subversive Vokü mit Punkerfütterung, Infoladen und Lichtspiele im Peliculoso"

Labels: ,

Wednesday, August 26, 2009

Neues PLASTIC BOMB mit C.F.Y.S. ist da!

Heute kam das neue PLASTIC BOMB (laufende Nummer 68) bei mir an - mit einem Song von CASH FOR YOUR STORIES, deren erste 7" Mitte September auf meinem Label Andi' s Friends Records erscheint, darauf! Testet also ganz besonders mal Lied Nr. 13 an...

Dazu befindet sich auch noch eine halbseitige Archiv-Anzeige im Heft, auch von mir angeleiert. Mal sehen, ob' s was bringt - spannend ist' s allemal!

PLASTIC BOMB gab es eine Zeit lang im Bahnhofs-Zeitschriftenhandel; auf jeden Fall führt es jeder ernstzunehmende Punk- oder Indie-Plattenladen.

Labels: ,