Sunday, December 27, 2020
Friday, December 25, 2020
Wedding Nettelbeckplatz
Ich staune jedes Mal, was für ein extrem unwirtlicher Ort
der Vorplatz vor dem S- und U-Bhf Wedding ist. Wo die Lynar- auf die
Müllerstraße stößt und auf der anderen Seite die Schildower in die Müllerstraße.
Dauerbaustellen, Verkehr, ewiges Warten auf die Fußgängerampeln. Nur über diese
kann man auch als Radfahrer die Müllerstraße an dieser Stelle überqueren. Es
nervt.
Heute bin ich aber zu Fuß unterwegs und laufe einfach drauf los. Die Schildower
Straße und der Nettelbeckplatz sind für mich sonst nur Durchfahrtstationen,
wenn es in Richtung Humboldthain oder
Prenzlauer Berg geht. Heute habe ich die Zeit,
in aller Ruhe darüber zu laufen und auch mal stehen zu bleiben. Es sind nur
wenige kleine Menschen-gruppen über den Platz verteilt. Der Imbiss an der Ecke
hat geschlossen; es wirkt fast so, als sei es für immer. Dafür haben direkt
daneben – trotz Feiertags – zwei Spätis offen. Der Nettelbeckplatz hat schon
Atmosphäre, aber er hat auch was Schäbbiges, vor allem wohl wegen der teils
heruntergekommenen Gebäude und Geschäfte um ihn herum. Beim Einbiegen nach
Westen in die Gerichtstraße aber Verwunderung: „DA“, irgendwas mit „Appartements“.
Ein superneuer, superschicker Neubau. Es fällt schwer, dieses Haus und diesen
Platz zusammenzubringen.
Wenige Meter weiter steht das ehemalige Post-Gebäude. Es ist noch das Schild
für Großeinlieferer und Postfächer zu sehen. Und der ehemalige Schriftzug „Postamt“
zu erkennen. Seit wann ist sie nicht mehr in Betrieb? Schräg gegenüber davon
liegt in einem ehemaligen Krematorium das „Silent Green“, ein inzwischen schicker
Ort für Kulturschaffende. Einige
Schritte weiter geht es über eine große Grünfläche, den Max-Josef-Metzger-Platz,
zurück zur Müllerstraße. Von hier aus sieht diese sonst so furchtbare Straße ganz
akzeptabel aus, wie jede andere. Kurzentschlossen biege ich die Ruheplatzstraße
ein, die ihren Namen vom benachbarten Krematorium bzw. dem Urnenfriedhof
bekommen hat.
Die nächste Straße ist die Antonstraße; ich weiß zunächst nicht richtig, wo ich
bin, begreife dann aber, dass es südwestlich nun zu Karstadt gehen würde. In
der anderen Richtung ist am Ende der Straße ein breites Haus zu erkennen und
ich gehe in der Vermutung darauf zu, dass das die große Reinickendorfer Straße sein
wird. Unterwegs komme ich an einem
wirklich stimmungsvollen, unter anderem durch Spielplätze genutzten Brachgelände
vorbei, das in dieser Form auch im Prenzlauer Berg stehen könnte. Ich lande
schließlich nicht auf der Reinickendorfer, sondern auf der deutlich kleineren
Maxstraße. Nun weiß ich sogar, wo ich bin, denn vorn an der nächsten Ecke erkenne
ich das linke / autonome Hausprojekt Schererstraße 8,
in dem ich wohl im Herbst 2019 erstmals bei einem Konzert der richtig guten
französischen Band Bronco Libre
gewesen bin. Zwischen den vielen Plakaten und Flyern an der Außenwand des
Hauses ist ein Plakat zu erkennen, das erklärt, dass auch die Metzgerei, die
früher in jenem Haus war, bei der Weddinger Fleischrevolte
von 1912 geplündert wurde. Die Kacheln der ehemaligen Metzgerei sind
übrigens im Innenraum erhalten und geben diesem einen besonderen, wenn auch
etwas kühlen Charme.
An jener Straßenecke treffen sich die Max-, die Scherer und noch eine dritte Straße.
Welch Ironie! Diesen Mai bin ich erstmals nach sehr langer Zeit am Sowjetischen
Ehrenmal Schönholzer Heide in Pankow gewesen und habe mich sehr daran
erfreut zu sehen, dass ausgerechnet vor jenem großen Gelände die „Germanenstraße“ verläuft. Das Straßenschild
stammt noch aus der DDR-Zeit und zeugt davon, dass sie damals schon jenen Namen
getragen haben muss. Die DDR es demnach nicht fertig gebracht oder es für nötig
gehalten hat, der Straße einen anderen Namen zu geben.
Hier, direkt vor dem Hausprojekt
Schererstraße, beginnt tatsächlich einer
der drei Adolfstraßen Berlins. Alle
Straßenschilder sind auf verschiedene Weisen symbolisch abgeklebt.
Die Adolfstraße führt hinter den Mauern des ehemaligen Krematoriums vorüber und
endet an der Ruine des ehemaligen Postamts.
Labels: Berlin, Berlin-Geschichte, Characters, Straßenschilder, Wedding
Saturday, May 23, 2020
Werbeschilder, gesehen in Berlin-Wedding
Labels: Berlin, Berliner Format, Characters, Vanishing Berlin, Wedding
Tuesday, June 26, 2018
Sunday, June 03, 2018
Thursday, May 24, 2018
Schriften und Grafiken aus "Die Wahrheit" von 1964
Ich habe mir bei weitem nicht alles durchgelesen, eher nur mal durchgeblättert. Und neben der erwartbaren prosowjetischen Überschriften überraschte mich, dass die Zeitung offenbar kein reines Propagandablatt war, das der Bevölkerung mit dem Holzhammer die staatskommunistische Doktrin einhämmern wollte. Sondern dass "Die Wahrheit" auf ihren rund 16 Seiten pro Ausgabe, alle etwa drei Tage erscheinend, auch Unterhaltung und dabei u.a. eine durchaus ausgiebige Sportberichterstattung bot.
Besonders großartig finde ich ja die tollen Schriften und Grafiken, mit denen sie sich sichtlich viel Mühe gegeben haben. Hier eine kleine Auswahl. 
Labels: Berlin, Characters, DDR
Friday, April 06, 2018
Thursday, March 22, 2018
Fluch-treppe
Aber erst seit Anfang diesen Jahres komme ich an der "Fluch-treppe" (was für eine saubere, präzise Arbeit!) vorbei. Zum Jahresbeginn musste ich mir nämlich eine neue (Teil-) Strecke zur Arbeit suchen, da die Charité einen Durchgang durch ihr Gelände geschlossen hat. Hat sich inzwischen aber wieder ganz gut reguliert.
Labels: Berlin, Characters, Street-Art und Flyer, Vanishing Berlin
Wednesday, August 09, 2017
Monday, July 31, 2017
Sunday, April 30, 2017
Invaliden-Wirtshaus am Königstor zu verpachten
Labels: Characters, Preußen
Monday, January 30, 2017
"In Zeiten des abnehmenden Lichts"
Labels: Characters, DDR, Friedrichshain
Sunday, January 10, 2016
Weitere Eindrücke aus Kienitz
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Tuesday, December 29, 2015
Monday, September 21, 2015
Berlin Linienstraße
Labels: Berlin, Characters, Melancholie des Ostens

































