Monday, January 02, 2023

Friedrichshain-Doku im rbb

Eine knapp 90 minütige Doku über Friedrichshain in den 60er, 70er und 80er Jahren, erzählt anhand von 30 ausgewählten Orten mit Wortbeiträgen von Zeitgenössinnen und -genossen. 
Es ist natürlich ein eher populäres und teils auch nerviges Format. Das Bildmaterial ist allerdings in aller Regel sehr sehenswert. So sah das Frankfurter Tor also zur DDR-Zeit aus. Mit all den Trabbis, Wartburgs und nur vereinzelt ab und zu ein West-Auto. Es gab tatsächlich noch Pferdekutschen im Friedrichshain der 80er Jahre. Wo genau war der Fuhrhof in der Krossener Straße?
Und manches aus dem Stadtbild, wie es Ende der 90er noch zu sehen war, stammte tatsächlich noch aus DDR-Zeiten. Wie auch der Preis im "SEZ" noch bis zur Euro-Umstellung bei 3 Mark lag.
Themen sind u.a. jenes SEZ, der Volkspark Friedrichshain, das Frankfurter Tor, die Musikschule Friedrichshain, die Warschauer Straße, das Ostkreuz,... Lohnt.

30 Favoriten: Berlin wie es einmal war | ARD Mediathek


Labels: , ,

Sunday, January 02, 2022

Berliner Straßenschilder

Interessante Detail-Infos über Ost- und West- und Neu-Berliner Straßenschilder, die man alle noch im Straßenbild sehen kann, unter anderem auf korkmaennchen.de und im Weddingweiser.

Labels: , ,

Friday, December 25, 2020

Wedding Nettelbeckplatz

Ich staune jedes Mal, was für ein extrem unwirtlicher Ort der Vorplatz vor dem S- und U-Bhf Wedding ist. Wo die Lynar- auf die Müllerstraße stößt und auf der anderen Seite die Schildower in die Müllerstraße. Dauerbaustellen, Verkehr, ewiges Warten auf die Fußgängerampeln. Nur über diese kann man auch als Radfahrer die Müllerstraße an dieser Stelle überqueren. Es nervt.
Heute bin ich aber zu Fuß unterwegs und laufe einfach drauf los. Die Schildower Straße und der Nettelbeckplatz sind für mich sonst nur Durchfahrtstationen, wenn es in Richtung Humboldthain oder Prenzlauer Berg geht. Heute habe ich die Zeit, in aller Ruhe darüber zu laufen und auch mal stehen zu bleiben. Es sind nur wenige kleine Menschen-gruppen über den Platz verteilt. Der Imbiss an der Ecke hat geschlossen; es wirkt fast so, als sei es für immer. Dafür haben direkt daneben – trotz Feiertags – zwei Spätis offen. Der Nettelbeckplatz hat schon Atmosphäre, aber er hat auch was Schäbbiges, vor allem wohl wegen der teils heruntergekommenen Gebäude und Geschäfte um ihn herum. Beim Einbiegen nach Westen in die Gerichtstraße aber Verwunderung: „DA“, irgendwas mit „Appartements“. Ein superneuer, superschicker Neubau. Es fällt schwer, dieses Haus und diesen Platz zusammenzubringen.
Wenige Meter weiter steht das ehemalige Post-Gebäude. Es ist noch das Schild für Großeinlieferer und Postfächer zu sehen. Und der ehemalige Schriftzug „Postamt“ zu erkennen. Seit wann ist sie nicht mehr in Betrieb? Schräg gegenüber davon liegt in einem ehemaligen Krematorium das „Silent Green“, ein inzwischen schicker Ort für Kulturschaffende.  Einige Schritte weiter geht es über eine große Grünfläche, den Max-Josef-Metzger-Platz, zurück zur Müllerstraße. Von hier aus sieht diese sonst so furchtbare Straße ganz akzeptabel aus, wie jede andere. Kurzentschlossen biege ich die Ruheplatzstraße ein, die ihren Namen vom benachbarten Krematorium bzw. dem Urnenfriedhof bekommen hat.
Die nächste Straße ist die Antonstraße; ich weiß zunächst nicht richtig, wo ich bin, begreife dann aber, dass es südwestlich nun zu Karstadt gehen würde. In der anderen Richtung ist am Ende der Straße ein breites Haus zu erkennen und ich gehe in der Vermutung darauf zu, dass das die große Reinickendorfer Straße sein wird.  Unterwegs komme ich an einem wirklich stimmungsvollen, unter anderem durch Spielplätze genutzten Brachgelände vorbei, das in dieser Form auch im Prenzlauer Berg stehen könnte. Ich lande schließlich nicht auf der Reinickendorfer, sondern auf der deutlich kleineren Maxstraße. Nun weiß ich sogar, wo ich bin, denn vorn an der nächsten Ecke erkenne ich das linke / autonome Hausprojekt Schererstraße 8, in dem ich wohl im Herbst 2019 erstmals bei einem Konzert der richtig guten französischen Band Bronco Libre gewesen bin. Zwischen den vielen Plakaten und Flyern an der Außenwand des Hauses ist ein Plakat zu erkennen, das erklärt, dass auch die Metzgerei, die früher in jenem Haus war, bei der Weddinger Fleischrevolte von 1912 geplündert wurde. Die Kacheln der ehemaligen Metzgerei sind übrigens im Innenraum erhalten und geben diesem einen besonderen, wenn auch etwas kühlen Charme.  
An jener Straßenecke treffen sich die Max-, die Scherer und noch eine dritte Straße. Welch Ironie! Diesen Mai bin ich erstmals nach sehr langer Zeit am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide in Pankow gewesen und habe mich sehr daran erfreut zu sehen, dass ausgerechnet vor jenem großen  Gelände  die „Germanenstraße“ verläuft. Das Straßenschild stammt noch aus der DDR-Zeit und zeugt davon, dass sie damals schon jenen Namen getragen haben muss. Die DDR es demnach nicht fertig gebracht oder es für nötig gehalten hat, der Straße einen anderen Namen zu geben.
Hier, direkt  vor dem Hausprojekt Schererstraße, beginnt tatsächlich einer der drei Adolfstraßen Berlins. Alle Straßenschilder sind auf verschiedene Weisen symbolisch abgeklebt.
Die Adolfstraße führt hinter den Mauern des ehemaligen Krematoriums vorüber und endet an der Ruine des ehemaligen Postamts.

Labels: , , , ,

Tuesday, December 08, 2020

Siemensbahn (2): "Manou's Schlemmerstube"

Völlig absurd erscheint mir die Vorstellung, dass der Hochbahn-Teil der Siemensbahn - im Bild zu sehen ist ein Abzweig vom Popitzweg nahe U-Bhf Siemensdamm - inzwischen seit 40 Jahren völlig ungenutzt und sinnlos in der Landschaft herumsteht und den Blick verstellt. Aber es ist nicht nur Vorstellung, es ist Realität. Realität im Bezirk Siemensstadt, der einen eher rauhen Charme hat. Aber eben nicht "kultig" rauh wie Kreuzberg oder Neukölln, sondern eher rauh im Sinne von am Rande und fast vergessen. "Manou's Schlemmerstube" steht da möglicherweise stellvertretend für diesen rauhen Charme. Gewiss kein Gourmet-Tempel, und Vegan-vegetarisches ist dort eher nicht zu bekommen. Die Betreiberin empfing uns aber sehr geduldig und freundlich; mitgehörte Gespräche mit den Stammgästen am Eck verbreiteten ein wohliges Gefühl von Vertrautheit und Solidarität untereinander.
Interessant (und nicht groß verwunderlich), dass es "Manou's Schlemmerstube" offenbar schon 2004 in einem ganz ähnlichen Zustand gab: www.stadtschnellbahn-berlin.de.
Und anbei die ausliegende Speisekarte, eigentlich viel zu klein auf A5-Größe ausgedruckt. Dabei fällt mir erstmals auf, dass da anders als auf dem Schild "Manou's Schlemmerbude" und nicht "Manou's Schlemmerstube" wie auf dem Schild steht.

Labels: , , , ,

Siemensbahn (1): Auf dem Bahndamm bis Gartenfeld

Auf die Siemensbahn bin ich wohl durch Zeitungs- und Fernsehberichte über deren geplante Wiedereröffnung aufmerksam geworden. Zunächst hieß es, das solle bis 2025 geschehen, inzwischen ist die Rede von 2029. Ehe es mit Sanierungsarbeiten losgeht, wollte ich mir diese nochmal im verwahrlosten Zustand ansehen. Erste Besuche machte ich im April diesen Jahres; wie das in Berlin zum Glück üblich ist, fanden sich an mindestens zwei Stellen Löcher im Zaun, durch die sich dann auf den Bahndamm hinaufsteigen ließ. Ich ging jeweils das bewachsene Stück in nordwestliche Richtung. Das Teilstück in Richtung  Süden, das über eine Hochbahn führt, habe ich mir bisher nur von unten her angesehen, wobei ich mir auch vorstelle, dass das oben nicht zugänglich ist. Gleiches dürfte auch für den ehemaligen Bahnhof Wernerwerke gelten, der direkt am vielbefahrenen Siemensdamm liegt.
Die Siemensbahn ist eine stillgelegte S-Bahn-Strecke mit insgesamt vier Stationen zwischen Jungfernheide und Gartenfeld, die zwischen 1927 und 1929 in Eigenregie der Firma Siemens & Halke erbaut worden ist und bis 1980 existierte. Infolge des Reichsbahnerstreiks im September 1980 wurde sie eingestellt, nie wieder in Betrieb genommen und weite Teile der Strecke wurden seitdem weitgehend sich selbst überlassen. Zum Jahr 2029 ist eine Wiederinbetriebnahme sowie eine Verlängerung bis nach Hakenfelde geplant. Anlass dafür sind geplante oder bereits entstandene neue Wohngebiete in Gartenfeld und im Norden Spandaus, dazu plant Siemens einen Technologiepark in Siemensstadt. Warum die Wiedereröffnung nun auf so einen langen Zeitraum hin ausgerichtet ist, erschließt sich mir nicht wirklich, auch wenn es aktuell keine Verbindung mehr vom S-Bhf Jungfernheide zur Strecke gibt und ein neues Viadukt über die Spree gebaut werden muss.
Aber: ich beschwere mich nicht darüber. Denn es ist wirklich spektakulär, was zu sehen ist. Und so ist ausgiebig Zeit, sich die Trasse noch mehrmals im jetzigen Zustand anzusehen. Die Gleiskörper sind an manchen Stellen zwar freigeräumt, aber eben nur an manchen Stellen; anderswo wildern Bäume und Sträucher vor sich hin. Sehenswert natürlich insbesondere auch der ehemalige Bahnhof Siemensstadt, der offensichtlich auch gern von Sprayern besucht wird. Insgesamt ist zwar wenig Betrieb auf den Gleisen, und auch die Anwohner*innen sind es ganz offensichtlich gewohnt, dass da hin und wieder jemand über die ehemalige Bahnstrecke läuft. Ganz alleine war ich bisher aber noch nie dort, es begegneten mir teils Pärchen, teils spielende Kinder, bereits erwähnte Sprayer sowie andere, die wie ich an "Lost Places" ihre besondere Freude haben.
Bei den ersten beiden Besuchen bin ich jeweils nicht weit über den ehemaligen Bahnhof Siemensstadt hinausgekommen. Diesmal sollte es weiter gehen, möglichst bis zum ehemaligen Endbahnhof Gartenstadt, in dem bis 2012 eine Gärtnerei untergekommen war. Markant an jenem Stück ist, dass an manchen Stellen die Gleise völlig entnommen wurden, während an anderen Stellen bis zu sechs Gleise parallel noch enthalten sind. Spektakulär auch ein altes Stellwerk, das begehbar ist - in aller Vorsicht, versteht sich, und legal ist das alles natürlich auch nicht - ehe am Ende der Strecke der ehemalige Endbahnhof Gartenfeld steht, in dessen verschiedenen Bereichen noch Überreste der Gärtnerei zu finden sind.
Es gibt - neben der Wikipedia-Seite, die regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird - mindestens drei sehr empfehlenswerte Websites mit mehr Informationen und vor allem auch teils sehr guten Fotos (und einem Film) zur Siemensbahn. Auf www.stadtschnellbahn-berlin.de werden historische Informationen und Fotos von 1930 über 1979 bis 2005 zusammengestellt. Von dort gibt es einen link zur Seite www.stadtschnellbahn-berlin.de/spaziergang, auf der Thomas Krickstein in neun Unterkapiteln sehr interessante Fotos von sechs Spaziergängen aus dem Juli 2004 gesammelt hat. Sehr interessant unter anderem, dass manche Teile der Strecke 2004 offensichtlich verwilderter waren als heutzutage, andere hingegen (vor allem das Stellwerk!) noch in einem deutlich besseren Zustand da standen. Auf www.blocksignal.de hat Steffen Böhr 138 Fotos von einem Spaziergang auf der Siemensbahn im März 2015 veröffentlicht.

Labels: , , ,

Thursday, July 02, 2020

Kaufhalle Schwedter Straße schließt wegen Sanierung

Gesehen in Berlin Prenzlauer Berg im Juni 2020. Die alte "Kaufhalle", die lange ein Kaiser's, dann ein Edeka war (unten ein Foto aus dem März 2020), wird nun rundum saniert. Einerseits finde ich es ja schade, wenn übergebliebene Zeugnisse aus anderen Zeitepochen (in diesem Falle: aus der DDR-Zeit) endgültig verschwinden. Andererseits weiß ich zunehmend den Komfort moderner Supermärkte zu schätzen. Nein, es macht mir wirklich keinen Spaß mehr, in ollen Ramschläden einzukaufen...  

Labels: , , ,

Sunday, June 07, 2020

Waldsiedlung Hakenfelde und Gartenstadt Staaken

Ich wundere mich immer wieder, warum Spandau einen schlecht Ruf hat. Es wird häufig mit Marzahn verglichen, und "die Platte in Marzahn" gilt - für Bewohner*innen der Innenstadtbezirke - allgemein als Inbegriff einer Gegend, in der man nicht wirklich leben will, und wohin man nur dann zieht, wenn man sich die Innenstadt nicht mehr leisten kann. Aber Spandau, mit all seinem Wasser und dem vielen Grün... Klar, man ist weit weg von Berlin Mitte, braucht mit  der S-Bahn über eine halbe Stunde. Dennoch: wer die Berliner Innenstadt nicht mehr braucht, für den stelle ich mir Spandau als durchaus ernstzunehmende Option vor.
Eine Radfahrt führte mich zunächst in die Waldsiedlung Hakenfelde. Diese hat mir schonmal sehr gut gefallen. Ich mag diese kleinteilige Architektur echt gern, auch wenn sie mir (möglicherweise zu Unrecht) als "urdeutsch" vorkommt. Diese kleinen Häuschen mit Fensterläden und Gärten. U.a dort in der Eichenstraße. Ich fühle mich gut, wenn ich durch die Straßen gehe.Schräg nur, dass der eigentlich schöne Platz in der Mitte (siehe erstes Foto) nur als Parkplatz genutzt wird.
Als nächstes habe ich mir den Spekte-Grünzug angesehen, ein Park, der in Sichtweite des Spandauer Rathauses beginnt und endlos wirkt, nie zu Ende zu gehen scheint! Der Park geht bis zur Stadtgrenze und darüber hinaus nach Falkensee. Nach einem recht großen See mit Badestelle (was ein Luxus!) bin ich aber nach Süden abgebogen, zur Gartenstadt Staaken.
Verglichen damit war die Waldsiedlung Hakenfelde nur ein Vorgeschmack. Allein vom Umfang her dürfte die Gartenstadt Staaken etwas größer sein, aber sie ist auch nochmal um einiges spektakulärer.  Buchstäblich jede Straße scheint eine andere Architektur zu haben. In der Straße "Am kleinen Platz" sieht es aus wie in den Niederlanden (Foto Nr. 2). In zwei benachbarten Straßen wie in England. An einem Platz könnte man sich wie in Hansestädten an der norddeutschen Küste fühlen. Toll auch der sehr große Kirchplatz, von dem Wege durch große Gartenanlagen in umliegende Straßen führen. Passend zum geradezu überbordenden Grün hat die Gartenstadt Staaken auch einige hübsche Straßennamen, von denen ich einige hier dokumentieren will. Wobei der etwas sperrig klingende "Ungewitterweg" - ich hab's extra nachgeschlagen - nicht mit einem Unwetter zu tun hat, sondern nach Curt Ungewitter benannt wurde, einem Piloten, der 1927 36-jährig nahe Staaken abgestürzt ist. Bis 1935 hatte die Straße "Russenweg" geheißen, was den neuen Machthabern nach 1933 offenbar nicht mehr gefallen hat.



Labels: , , ,

Sunday, December 22, 2019

Ex-Kino "Clou" / "Momox" / "Sputnik"

Heute bin ich beim Spaziergang durch die Gemeinde auf die Spuren eines ehemaligen Kinos gestoßen. Das Gebäude steht nicht mehr, aber im ehemaligen Durchgang in der Reinickendorfer Straße 113 sind in den immer noch dort hängenden ehemaligen Programmkästen zahlreiche Informationen dazu festgehalten.
Demnach wurde es 1952 unter dem Namen "Clou" gegründet. Durch seine gut erreichbare Lage direkt an der Ring-Bahn und am S-Bhf Wedding war es auch für Besucher aus Ost-Berlin interessant und erlebte mit der endgültigen Schließung der Sektorengrenzen ab dem 13. August 1961 einen erheblichen Besucherrückgang.
In den späten 1970er Jahren gehörte es einem türkischen Betreiber, der es in "Momox" umbenannte und viele türkischsprachige Filme zeigte. Ehe es 1984 von einem Kollektiv namens "Sputnik GbR" übernommen wurde. 1992 wurde es nochmal renoviert, aber 1998 geschlossen. "Geschlossen wegen Multiplex" stand damals nach den Erinnerungen der zeitweiligen Mitbetreiberin Madeleine Bernstorff außen dran. Trotz Denkmalschutzes wurde der Bau, der sich im Hof direkt an die Ringbahn angrenzend befunden haben muss, 2006 abgerissen.
Schön und interessant, dass immerhin noch die Schaukästen auf die Existenz des Kinos hinweisen!
Abbildung von 1987, hängt in einer der Programmkästen.
"Science Fiction - Filme aus einer besseren Zukunft. Filme aus der CSSR, UdSSR, DDR, Bulgarien, Polen. Die Zukunft kann/soll/wird rot sein."

Labels: , , ,

Saturday, November 03, 2018

Reichpietschufer

Max Reichpietsch galt einer der Rädelsführer des ersten Matrosenaufstandes im Sommer 1917 und wurde mit dem Tod bestraft. Die beabsichtigte abschreckende Wirkung hielt bis in den Oktober und November 1918 an, umso mehr Mut erforderten die schließlich erfolgten Sabotagen und Meutereien in Wilhelmshaven und Kiel ab dem 29. Oktober 1918.
Dass die DDR ihn 1967 mit einer - durchaus hübschen - Briefmarke ehrte, verwundert nicht sehr. Bemerkenswert aber die Benennung der Straße nach ihm in Berlin-Tiergarten (also West-Berlin!) bereits 1947. Oder wäre es passender, das "bereits" wegzulassen? 1947 war womöglich der Kalte Krieg noch nicht so ausgeprägt wie spätestens ab 1948. Und die Alliierten womöglich noch auf der Suche nach Nicht-Nazis und Nicht-Reaktionären, nach denen sie Straßen benennen lassen konnten. 

Labels: , , , ,