Saturday, December 29, 2018

Neue Punk-Hit-List

Das ist meine neue Punk-Hit-Zusamenstellung; 25 Songs, die mich die letzten Monate begleitet haben. Oftmals kennengelernt durch meine favorisierte Punkrock-Hit-Station New Rose Punkrock-Radio, aber auch die Erinnerungen an drei sehr gute Konzerte 2018 sind eingearbeitet (The Number Ones, Dickies, 8 Eimer Hühnerherzen). Bei Interesse einfach mal bescheid geben.

Labels:

Wednesday, December 26, 2018

Tolle Bands, tolle Leute, würde ich mir wieder ansehen… Konzerte 2018

Nachdem es 2017 18 Konzerte gewesen waren, zu denen ich gezielt und wegen der Bands hingegangen war, bestätigt sich die Zahl 2018 exakt wieder. Mensch beachte den Schnitt von exakt 1,5 Konzerten pro Monat! Hier ein kleiner Rückblick, und ganz Historiker-untypisch ist diesmal nicht die Chronologie das erste Sortierkriterium, geordnet wird vielmehr weitgehend nach dem Gefallen der musikalischen Darbietung. Mit fünf Besuchen, das noch vorab, war übrigens das Wild at heart meine persönliche „Location of the year“.
Die Preise in der Kategorie „Tolle Band“ gehen an THE DAMNED, gesehen im SO 36, THE DICKIES, Wild at heart, die KÜCHENSPIONE, KVU, und 8 EIMER HÜHNERHERZEN, Badehaus.
THE DAMNED begeisterten wieder durch viele tolle Songs, auch aus der Wave-Zeit, den begnadeten Profi-Gesang von Dave Vanian und dass Captain Sensible weiterhin ein großartiger und wahnsinnig sympathischer Entertainer ist. All thumbs up! THE DICKIES sah ich, das darf ich fast nicht laut sagen, das erste Mal, und wer weiß, ob die nochmal wieder kommen, denn der Sänger, längst um die 60, muss immer wieder mal Konzerte wegen Unpässlichkeiten absagen. Sie räumten vom ersten Song an gnadenlos ab, ein furioses Punk-Feuerwerk, absolut großartig-begeisternd!
Die KÜCHENSPIONE waren der absolute Gewinner des HÖRSTURZ-Festivals in der immer noch „neuen“ KVU. Für ein Ost-Punk-Festival gab es in Berlin sicherlich dennoch, also auch wenn sie noch relativ neu bezogen ist, keine passendere Location. KÜCHENSPIONE aus Weimar sah ich inzwischen zum dritten Mal seit 1992, und es überraschte mich selbst, dass sie mich auch diesmal voll überzeugten. Tad ist auch einfach ein großartiger Sänger. Auch DIE DEUTSCHEN KINDER und ABRAUM waren übrigens ziemlich gut, ZERFALL – natürlich – auch mit neuer Besetzung nicht mein Ding. Doch, die KÜCHENSPIONE-Platte muss ich mir dringend noch besorgen… Die Band, die ich 1993 mal per Brief für mein damaliges Fanzine interviewt hatte, bedeutet mir wirklich was!
Die 8 EIMER HÜHNERHERZEN füllten prompt das „Badehaus“ ausverkauft und begeisterten ein breitest besetztes Publikum, von der Radio Eins-Hörerin jeglicher Altersstufe bis zum Altpunker. Super Musik mit super Sängerin und einfach ganz hervorragende Musiker*innen, die trotz ausrastenden Publikums ein Set wie auf Platte runter spielen. Lohnt, am 28.12. geht’s im – natürlich auch längst ausverkauften – S-molly in die zweite Runde für mich. Sicher ein würdiger Jahresabschluss.
Der Preis „Toller Typ“ geht an Jock McDonald, den Sänger der BOLLOCK BROTHERS, gesehen im Februar in einem sehr vollen Wild at heart. Das ist mal eine Punk-Legende, 1977 kurzzeitig Geschäftsführer im legendären „Roxy“ in London, mit der Familie Lydon bestens bekannt und mit all seinen obskuren Machenschaften ein kleiner Malcolm McLaren (wer sich erinnert: ich habe mal einen Artikel über die von ihm arrangierte Samplerreihe „Punk – a world history“ geschrieben). Unglaublich, mit welcher Ernsthaftigkeit er auftritt, mit welchem Respekt er seiner eigenen Kunst begegnet und diesen auch einfordert. Er schaut dann manchmal mit etwas irrem Blick ins Publikum. Die Musik ist mir im ganzen zu wavig, vergleichbar mit P.I.L., aber es war ein Erlebnis, Jock McDonald auf der Bühne zu erleben!  
Voll gut und würde ich mir wieder angucken“ sage ich zu KALTFRONT, ist ja eh klar, schon mehrmals gesehen und auch im Cortina Bop waren sie wieder gut, THE NUMBER ONES aus Dublin, erfrischender, aber keineswegs zu seichter Powerpop im Keller der K19 in Friedrichshain, NOT SCIENTISTS aus Frankreich mit Emo-Punk im Schokoladen, von denen ich keine Platte brauche, deren Konzert aber sehr gut war und NASTY RUMOURS aus der Schweiz im Cortina Bop, die mit tollem 77-style-Punk und witzigsten Sprüchen für super Unterhaltung sorgten. Wenn eine Band richtig gut ist, tröstet das auch über den manchmal etwas dürftigen Sound im Cortina Bop hinweg, wurde mir insbesondere an jenem Abend klar.
Ein schönes „Wiedersehen mit vielen Freundinnen und Freunden“ gab es anlässlich des Konzerts der SLEEPERS, ESCALATOR HATERS und THE NOT AMUSED – es darf geraten werden, wer so aufgelegt bzw. AMUSED war, so ein Konzert zu organisieren… Und die SLEEPERS überhaupt wieder auszugraben, die zuletzt Anfang der 80er live gespielt hatten. Beeindruckend, wie die Band schließlich abräumte, und den Publikums-Support bestärkte! Stark Gitarren-orientiert, eigene Note, top! ESCALATOR HATERS aus der Schweiz und NOT AMUSED waren allesamt auch bestens aufgelegt. Immer wieder gern!!! Ein Wiedersehen mit Freundinnen und Freunden gab es auch im Sommer bei NOT THE ONES in der Linienstraße und den KNATTERTONES beim Hoffest des Hauses Schwarzenberg in den Hackeschen Höfen. Geil, geil, geil, an solchen besonderen Orten gucke ich mir auch Bands gern nochmal an, die ich schon x-mal gesehen habe!
Ein Wiedersehen und längeres Gespräch gab es auch mit Falk von FRONT, die in der KVU spielten. Ich musste allerdings bemerken, dass ihr aktueller Sound nicht mehr ganz der meine ist, und so beichte ich hier öffentlich, dass ich früher abgehauen bin…
Nichts zu meckern gab es bzw. voll okay war es bei den LURKERS, die mit FOXY im Wild at heart spielten. FOXY aus den USA waren okay, aber nicht mehr, LURKERS dann vor allem dank Arturo und seiner fitten Ansagen lebendig und fast schon „jugendlich“, also 100% unpeinlich und gut. Das einzige, was mir diesmal auffiel, war, dass manche ihrer Songs mit zwei Gitarren natürlich besser klingen als nur mit einer.
CHELSEA hingegen werde ich mir nicht mehr angucken. Auf der Bühne durchaus fit und gut drauf, musste ich Gene October beim Gang zur Bar dabei beobachten, dass er kaum noch gerade laufen konnte. Und zwar nicht, weil er besoffen war; mein Eindruck war eher, dass er mittlerweile ein armer alter Mann geworden ist… was mir für ihn, sicher einer der charismatischen Sänger der alten Punk-Bands, richtig leid tut. Aber zum Fremdschämen gehe ich eben zu keinem Punk-Konzert und so geht ein „Last Drink“ an GENE OCTOBER und CHELSEA!
VULTURE CULTURE, einer Band aus Paderborn, die in den frühen 90ern durch die damals noch sehr kleine bundesweite Punk-Szene ging,  gibt es zu meiner Überraschung immer noch, und sie spielten im Jahr 2018 mit CRAZY SQUEEZE aus den USA im Wild at heart. V.C. „voll (frühe) Neunziger“, mit entsprechendem Sound und auch nur mittelprächtigem Publikumszuspruch. Aber so war das damals eben, wie ich schon mal geschrieben hatte, und VULTURE CULTURE ziehen das mit reichlich Spaß in den Backen (und einer Sängerin, die wir 1994 noch als Bassistin mit auf einem Fanzine-Poster hatten!) weiterhin durch und halfen auch mir die eine und andere Gänsehaut über. CRAZY SQUEEZE hatte ich mir vom Gesang her bulliger und böser vorgestellt. Nee, der (hauptamtliche) Sänger passt nicht, weg mit dem, dann gehe ich nochmal hin. Sonst nicht…
Bleiben als letztes noch ES WAR MORD, SLAMTILT und die neue Band des Ex-MOSKITO SPEZIAL-Sängers, die ich im Clash sah, was aber musikalisch nicht so wichtig war, und so betrachtet war es ein schöner und gelungener Abend mit ein bisschen Bier in einer Umgebung, wie sie in den (mittleren/späten) 90ern schon existiert hat. Mit der Ausnahme, dass ich inzwischen mehr Leute kenne, die ich an solchen Orten treffe… Und das ist schön. Und so kann es beim Jahresabschluss mit den HÜHNERHERZEN und 2019 weitergehen. Auf bald!

Labels: ,

Wednesday, December 05, 2018

Obdachlos in Berlin

Gesehen nahe Treptower Park

Labels: