Tuesday, December 08, 2020

Siemensbahn (2): "Manou's Schlemmerstube"

Völlig absurd erscheint mir die Vorstellung, dass der Hochbahn-Teil der Siemensbahn - im Bild zu sehen ist ein Abzweig vom Popitzweg nahe U-Bhf Siemensdamm - inzwischen seit 40 Jahren völlig ungenutzt und sinnlos in der Landschaft herumsteht und den Blick verstellt. Aber es ist nicht nur Vorstellung, es ist Realität. Realität im Bezirk Siemensstadt, der einen eher rauhen Charme hat. Aber eben nicht "kultig" rauh wie Kreuzberg oder Neukölln, sondern eher rauh im Sinne von am Rande und fast vergessen. "Manou's Schlemmerstube" steht da möglicherweise stellvertretend für diesen rauhen Charme. Gewiss kein Gourmet-Tempel, und Vegan-vegetarisches ist dort eher nicht zu bekommen. Die Betreiberin empfing uns aber sehr geduldig und freundlich; mitgehörte Gespräche mit den Stammgästen am Eck verbreiteten ein wohliges Gefühl von Vertrautheit und Solidarität untereinander.
Interessant (und nicht groß verwunderlich), dass es "Manou's Schlemmerstube" offenbar schon 2004 in einem ganz ähnlichen Zustand gab: www.stadtschnellbahn-berlin.de.
Und anbei die ausliegende Speisekarte, eigentlich viel zu klein auf A5-Größe ausgedruckt. Dabei fällt mir erstmals auf, dass da anders als auf dem Schild "Manou's Schlemmerbude" und nicht "Manou's Schlemmerstube" wie auf dem Schild steht.

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Siemensbahn (1): Auf dem Bahndamm bis Gartenfeld

Auf die Siemensbahn bin ich wohl durch Zeitungs- und Fernsehberichte über deren geplante Wiedereröffnung aufmerksam geworden. Zunächst hieß es, das solle bis 2025 geschehen, inzwischen ist die Rede von 2029. Ehe es mit Sanierungsarbeiten losgeht, wollte ich mir diese nochmal im verwahrlosten Zustand ansehen. Erste Besuche machte ich im April diesen Jahres; wie das in Berlin zum Glück üblich ist, fanden sich an mindestens zwei Stellen Löcher im Zaun, durch die sich dann auf den Bahndamm hinaufsteigen ließ. Ich ging jeweils das bewachsene Stück in nordwestliche Richtung. Das Teilstück in Richtung  Süden, das über eine Hochbahn führt, habe ich mir bisher nur von unten her angesehen, wobei ich mir auch vorstelle, dass das oben nicht zugänglich ist. Gleiches dürfte auch für den ehemaligen Bahnhof Wernerwerke gelten, der direkt am vielbefahrenen Siemensdamm liegt.
Die Siemensbahn ist eine stillgelegte S-Bahn-Strecke mit insgesamt vier Stationen zwischen Jungfernheide und Gartenfeld, die zwischen 1927 und 1929 in Eigenregie der Firma Siemens & Halke erbaut worden ist und bis 1980 existierte. Infolge des Reichsbahnerstreiks im September 1980 wurde sie eingestellt, nie wieder in Betrieb genommen und weite Teile der Strecke wurden seitdem weitgehend sich selbst überlassen. Zum Jahr 2029 ist eine Wiederinbetriebnahme sowie eine Verlängerung bis nach Hakenfelde geplant. Anlass dafür sind geplante oder bereits entstandene neue Wohngebiete in Gartenfeld und im Norden Spandaus, dazu plant Siemens einen Technologiepark in Siemensstadt. Warum die Wiedereröffnung nun auf so einen langen Zeitraum hin ausgerichtet ist, erschließt sich mir nicht wirklich, auch wenn es aktuell keine Verbindung mehr vom S-Bhf Jungfernheide zur Strecke gibt und ein neues Viadukt über die Spree gebaut werden muss.
Aber: ich beschwere mich nicht darüber. Denn es ist wirklich spektakulär, was zu sehen ist. Und so ist ausgiebig Zeit, sich die Trasse noch mehrmals im jetzigen Zustand anzusehen. Die Gleiskörper sind an manchen Stellen zwar freigeräumt, aber eben nur an manchen Stellen; anderswo wildern Bäume und Sträucher vor sich hin. Sehenswert natürlich insbesondere auch der ehemalige Bahnhof Siemensstadt, der offensichtlich auch gern von Sprayern besucht wird. Insgesamt ist zwar wenig Betrieb auf den Gleisen, und auch die Anwohner*innen sind es ganz offensichtlich gewohnt, dass da hin und wieder jemand über die ehemalige Bahnstrecke läuft. Ganz alleine war ich bisher aber noch nie dort, es begegneten mir teils Pärchen, teils spielende Kinder, bereits erwähnte Sprayer sowie andere, die wie ich an "Lost Places" ihre besondere Freude haben.
Bei den ersten beiden Besuchen bin ich jeweils nicht weit über den ehemaligen Bahnhof Siemensstadt hinausgekommen. Diesmal sollte es weiter gehen, möglichst bis zum ehemaligen Endbahnhof Gartenstadt, in dem bis 2012 eine Gärtnerei untergekommen war. Markant an jenem Stück ist, dass an manchen Stellen die Gleise völlig entnommen wurden, während an anderen Stellen bis zu sechs Gleise parallel noch enthalten sind. Spektakulär auch ein altes Stellwerk, das begehbar ist - in aller Vorsicht, versteht sich, und legal ist das alles natürlich auch nicht - ehe am Ende der Strecke der ehemalige Endbahnhof Gartenfeld steht, in dessen verschiedenen Bereichen noch Überreste der Gärtnerei zu finden sind.
Es gibt - neben der Wikipedia-Seite, die regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird - mindestens drei sehr empfehlenswerte Websites mit mehr Informationen und vor allem auch teils sehr guten Fotos (und einem Film) zur Siemensbahn. Auf www.stadtschnellbahn-berlin.de werden historische Informationen und Fotos von 1930 über 1979 bis 2005 zusammengestellt. Von dort gibt es einen link zur Seite www.stadtschnellbahn-berlin.de/spaziergang, auf der Thomas Krickstein in neun Unterkapiteln sehr interessante Fotos von sechs Spaziergängen aus dem Juli 2004 gesammelt hat. Sehr interessant unter anderem, dass manche Teile der Strecke 2004 offensichtlich verwilderter waren als heutzutage, andere hingegen (vor allem das Stellwerk!) noch in einem deutlich besseren Zustand da standen. Auf www.blocksignal.de hat Steffen Böhr 138 Fotos von einem Spaziergang auf der Siemensbahn im März 2015 veröffentlicht.

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Sunday, November 08, 2015

Hirschgarten

Wie der Wald nördlich der S-Bahn-Haltestelle Hirschgarten genau heißt, konnte ich nun auf die Schnelle gar nicht rauskriegen. Es geht mir eigentlich auch viel mehr um die große Freifläche, die es in jenem Wald gibt und bei der ich mir schon häufiger überlegt hatte, wodurch die eigentlich so entstanden ist, wie sie heute vor einem liegt. Nach einem erneut schönen Spaziergang dort habe ich mir endlich mal die Mühe gemacht, ins Internet zu gucken, und Dank einer Website konnte ich erfahren, dass es bis 1990 ein Übungsgelände der GST war. Jetzt wird's Tag - ich hatte etwas Militärisches erwartet, und das trifft demnach auch zu. Zumindest hat es dort Schießübungen gegeben, und umzäunt war das Gelände früher sicher auch. Schön, dass es nun - längst schon - frei zugänglich ist. Und dass das Gelände offensichtlich insofern gepflegt wird, dass es nicht zuwuchert. Einzelne Bäume wachsen, vor allem die schnell wachsenden Birken, und einzelne kleine Nadelbäume.
Die Bezeichnung "Hirschgarten" meint übrigens nicht den Wald, sondern die Siedlung südlich der S-Bahn-Linie, die ab 1870 dort angelegt wurde. Der Name geht offenbar auf einen Bankier Hirsch zurück, der sich ab 1870 als einer der ersten dort eine Villa hinstellen ließ. Wieder was gelernt...
Und auch wieder was Neues entdeckt: am nah gelegenen Neuenhagener Mühlenfließ grasen neuerdings Büffel! Ein wirklich sehr schönes Eckchen Berlin.

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Tuesday, February 22, 2011

Ostidylle auf Abruf


Eine Wohnsiedlung in Berlin-Rummelsburg.


Offenbar schon vollständig oder nahezu vollständig unbewohnt.

Schön sind die Reste einer untergegangenen Zivilisation zu sehen.

Aber wie geht es weiter?
Im Siedlungsabschnitt direkt rechts daneben (= östlich) ist die Antwort zu finden.
Dieser Abschnitt ist in seiner Sanierung schon sehr weit fortgeschritten.

Wie nennt man das, "fantasielos"?
Und die Grünflächen, die in der "Ost-Idylle" noch gemeinschaftlich genutzt wurden, sind nun in umzäunte Klein-Parzellen eingeteilt.

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Verlassene Orte

Mein Lieblingsfotograf, der jeden Sonntag auf dem Boxhagener Platz verkauft, hat nun auch ne Website:

www.hassan-fotografie.de

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Friday, November 26, 2010

Albtraum Baugruppen-Häuser


Es ist schon zum heulen, wie immer weiter die letzten verträumten Orte in Berlin verschwinden.
Eine weitere Baugruppe zerstört einen weiteren solchen Ort ab Frühjahr 2011 in Treptow zwischen Kiefholzstraße und ehemaligem Bahndamm.

Auch das gekonnt gemalte Grafitti wird daran voraussichtlich nichts ändern.


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Friday, August 21, 2009

Spreepark Plänterwald

Die Situation um den Ende 2001 geschlossenen ehemaligen Vergnügungspark Spreepark Plänterwald, der auch schon zu DDR-Zeiten bestand, kommt in Bewegung. Zunächst feierte vor wenigen Wochen der sehr sehenswerte Film "Achterbahn" Premiere: ein Dokumentar-Film über den ehemaligen Betreiber Norbert Witte und dessen Familie. Der auch für Nicht-Berliner interessant sein dürfte, da es einfach eine heiße Geschichte um eine ebensolche Familie ist. Und da die Berichte über den Spreepark (für meinen Geschmack zu sehr) im Hintergrund bleiben.

Dann vor drei Wochen die Meldung, dass es nun sonntags immer Führungen auf dem Gelände gibt: mit 15.- Euro allerdings sehr teuer.

Gestern ein längerer Bericht in der Berliner Zeitung, dass das Erbpachtrecht des insolventen Norbert Witte, der seit kurzer Zeit wieder in einem Bauwagen auf dem Gelände wohnt, wohl zwangsversteigert werden soll.

Was halte ich davon? Die Situation vor 1-2 Jahren fand ich am idealsten. Ein umzäuntes, allerdings unbewachtes Gelände, das friedlich vor sich hin wucherte, und das damit sehr geheimnisvoll blieb. Beim Kollegen vom Stralau-Blog gibt es einen Hinweis auf sehr interessante Fotos, entstanden auf einer solchen heimlichen Tour. Durch einen neuen Käufer wäre zu befürchten, dass dieser Schlummer-Zustand wieder aufgehoben werden würde, und Berlin eine weitere Kuriosität, ein weiteres Provisorium verlieren würde.

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Monday, August 17, 2009

Bergen

Tuesday, June 02, 2009

ProMille in Leipzig

Zeitreisen

Und nochmal Leipzig: hier hat sich in den letzten 20 Jahren sicher auch nicht viel verändert. Und obwohl die Straße längst Hans-Oster-Straße heißt, prankt an einer Häuserwand noch das alte Straßenschild.


Was Jonny Schehr für ein Verbrecher war, dass die (völlig abseitige) Straße nicht mehr nach ihm heißen durfte?
Ein Kommunist, zeitweiliger KPD-Vorsitzender, ermordet am 1.2.1934. Hm...
Mehr unter http://de.wikipedia.org/wiki/John_Schehr
Die Straße hieß von 1945-2000 so, wurde dann umbenannt. Eben sah ich noch, dass eine Straße im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg immer noch so heißt. Dagegen wurde eine Straße in Eisenhüttenstadt ebenfalls umbenannt; in Poststraße.

Hans Oster hingegen war ein General, erhängt im April 1945 nach Beteiligung am 20. Juli 1944. Übrigens sind einige Straßen in dieser Umgebung in Leipzig nach Widerstandskämpfern des 20. Juni benannt - wäre interessant zu wissen, wie diese zur DDR-Zeit hießen.

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Thursday, April 03, 2008

Zeitlos


Beruhigend, wenn Uhren nur Zierde sind... Und wenn das zudem seit Jahren so ist, wie an der Kirche am Rudolfplatz ("Oberbaumcity", Friedrichshain).
Zur Kirche und dem Viertel soll' s derzeit ne Ausstellung geben.

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Wednesday, March 12, 2008

Und immer wieder Gleisdreieck




Aufnahmen vom 9.3.2008. "Klicken macht groß!"

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Filmkulissenhaus



gesehen in: Gotenstraße, Schöneberg

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