Wednesday, April 13, 2022
Thursday, April 02, 2020
MO, 20.05., Abschied von Lipari via Milazzo
Von Montag bis Montag war ich auf den Inseln gewesen. Diesen
Montag früh ging es dann via Milazzo, wo ich mir während der Wartezeit auf den
Bus zum Bahnhof noch etwas den Hafen ansah, in Richtung Westen. Mein nächstes
Ziel war Agrigento im Süden von
Sizilien, für das ich aber zunächst in Richtung
Palermo bis Termini Imirese fahren musste, von dort gibt es dann eine
Zugverbindung nach Agrigento. Die Fahrt mit dem Zug von Milazzo, von diesem
völlig überdimensioniertem Bahnhof im monumentalen Stile außerhalb der
Kleinstadt (im Film „Die mit der Liebe spielen“, der u.a. auf der unbewohnten Liparischen Insel Lisca Bianca vor Panaräe spielt, ist der Bahnhof noch in seinem alten Zustand dokumentiert) aus die
Küste entlang, mit tollen Blicken aufs
Meer und die Inseln, war nochmal toll und spektakulärer, als ich sie von 2017
in Erinnerung hatte.
Von Termini Imirese an begann dann jedoch ein anderer Urlaub, mit ganz anderen –
und gelinde gesagt nicht nur positiven – Erlebnissen. In Agrigento bin ich schließlich
zwei Tage gewesen, ehe ich mit dem Fernbus weiter nach Catania gefahren bin,
von dort aus habe ich am Donnerstag vom Ätna immerhin das gewaltige Valle del Bove gesehen (leider bei trübem Wetter, so muss hier ein anderes Foto aus der Halbhöhenlage des Ätna, später am Tag aufgenommen, herhalten; ein Foto bei Wikipedia ist aber sehr gut!). Sizilien erschien mir diesmal wie Festland, mit Städten, die ganz
nett sind, aber letztendlich eben doch italienische Städte, wie ich sie
inzwischen eigentlich zur Genüge kenne und wie ich sie nicht noch x mal sehen
muss. Auch ist das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel außerhalb der großen Städte
schlicht ärgerlich. Es fehlt das Inselgefühl, das ich diesmal v.a. auf Lipari und Filicudi hatte.
Das hat u.a. mit einer gewissen Leichtigkeit zu tun, dazu ist das Meer nie
weit, man trifft Leute, denen man schon begegnet ist, leicht mal wieder. Bewegt
sich auch manchmal mit dem Schiff fort. Und es gibt dort diese magischen Orte,
bei denen ich mich ungläubig frage, ob es wirklich so schöne Flecken geben
kann! Mein Plan ist, das nächste Mal die Inseln mit der Fähre von Neapel aus anzusteuern, und Sizilien dabei ganz außen vor zu lassen. Dass es ein nächstes Mal geben wird, steht für mich fest…
Nachtrag: es ist wirklich zum Speien mit diesem Blog-Format! Eben musste ich sehen, dass sechs weitere Berichte, die ich über die Liparischen Inseln geschrieben habe, einfach nicht angezeigt werden! Sie sind aber immerhin (muss ich darüber glücklich sein?) nicht verloren und ich verlinke sie nun hiermit neu:
lipari-rueckkehr-an-einen-sehnsuchtsort.html
di_14.05._lipari-monte-rosa-und-bimssteinwerk.html
mi_15.05.-1-lipari-west-kueste.html
mi-15.05.-2-lipari-spaggia-valle-muria.html
do-16.05.-vulcano.html
fr-17.05.-lipari-jaehes-ende-eines-sommertages
di_14.05._lipari-monte-rosa-und-bimssteinwerk.html
mi_15.05.-1-lipari-west-kueste.html
mi-15.05.-2-lipari-spaggia-valle-muria.html
do-16.05.-vulcano.html
fr-17.05.-lipari-jaehes-ende-eines-sommertages
Und hier - beginnend mit dem vierten Artikel, also bitte etwas scrollen - gibt es noch vier Berichte über meinen Aufenthalt auf Lipari und Stromboli im Mai 2017: http://bunte-truemmer.blogspot.com/2017/06/
Labels: Auf Reisen, Lipari, Liparische Inseln, Sizilien
Sunday, March 29, 2020
Lipari im Zeichen des Corona-Virus
Wenn ich zuletzt so viel auf meinen Urlaub auf Lipari
zurückgeblickt habe, erscheint es mir wichtig, auch die aktuelle Lage auf
dieser wundervollen Insel zu betrachten. Schließlich ist Italien ein Land, das
vom Corona-Virus ganz besonders betroffen ist; ein Freund aus der Lombardei
spricht von massiven Bewegungseinschränkungen, er könne sich aktuell nur im
Radius von 200 Meter um die eigene Wohnung bewegen, und auch das nur mit
triftigem Grund. Stand heute sind in Italien bereits 11.000 Menschen am
Corona-Virus gestorben.
Folgende Informationen habe ich vom Betreiber des Bellezze Eoliane Blog sowie der Bertreiberin meines favorisierten Quartiers auf Lipari, B & B Diana Brown, Elena Villini.
Folgende Informationen habe ich vom Betreiber des Bellezze Eoliane Blog sowie der Bertreiberin meines favorisierten Quartiers auf Lipari, B & B Diana Brown, Elena Villini.
Demnach gibt es
aktuell noch keine Corona-Fälle auf Lipari, aber alle Bewohnerinnen und
Bewohner müssen zuhause bleiben und dürfen nur für die notwendigsten Dinge
raus. Die Fähren und Tragflügelboote fahren, aber nur mit wenigen Menschen, die
aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen fahren müssen oder um die Insel
mit Essen und Vorräten zu versorgen. (Online zeigt die Betreiberin des Verkehrs
mit Tragflügelboote, LibertyLines
keine Verbindungen an!)
Die Folge all der Restriktionen ist natürlich, dass keine Touristen auf die Inseln kommen können, was sehr bitter ist für eine Insel, deren Bewohner mindestens zur Hälfte vom Tourismus lebt.
Auch auf Lipari wird die Welt eine andere sein, wenn die Corona-Krise (hoffentlich bald) zu Ende sein wird. Nochmal Elena Villini:
„I hope it will be all right and to resume our lives normally.
I hope to have you as my guest in the future. I wish you all the best too.“
Die Folge all der Restriktionen ist natürlich, dass keine Touristen auf die Inseln kommen können, was sehr bitter ist für eine Insel, deren Bewohner mindestens zur Hälfte vom Tourismus lebt.
Auch auf Lipari wird die Welt eine andere sein, wenn die Corona-Krise (hoffentlich bald) zu Ende sein wird. Nochmal Elena Villini:
„I hope it will be all right and to resume our lives normally.
I hope to have you as my guest in the future. I wish you all the best too.“
So möge es kommen…
Labels: Lipari, Liparische Inseln
Tuesday, March 24, 2020
SO, 19.05., Filicudi
Filicudi ist mit einem Alter von rund 1 Million Jahre die
älteste Insel der „Äolen“ und gehört mit 9,5 km² zu den kleineren Inseln des
Archipels. Laut Wikipedia-Angaben bewohnten im Jahr 2001 235 (!) Menschen die
Insel. Westlich von Filicudi kommt nur noch Alicudi; die abgelegene Insel ist
mit dem Tragflächenboot von Lipari aus in rund 1 ½ Stunden zu erreichen. Meine
Wahl,
mir Filicudi als nächstes anzugucken, ging vor allem auf die
Beschreibungen im Iwanowski‘s-Reiseführer (sicher der ausführlichste über die
Inseln, die jüngste Auflage ist aber leider von 2010) zurück, in dem vom verlassenen
Geister-Dorf Zucco Grande und von mit Steinen ausgelegten Maultierpfaden, die
bis heute die Insel prägten, die Rede war.
mir Filicudi als nächstes anzugucken, ging vor allem auf die
Beschreibungen im Iwanowski‘s-Reiseführer (sicher der ausführlichste über die
Inseln, die jüngste Auflage ist aber leider von 2010) zurück, in dem vom verlassenen
Geister-Dorf Zucco Grande und von mit Steinen ausgelegten Maultierpfaden, die
bis heute die Insel prägten, die Rede war.
In aller Frühe machte
ich mich auf den Weg zum Hafen in Lipari; Sara hatte mir gesagt, dass auch noch
andere ihrer Gäste heute nach Filicudi aufbrechen würden. Auf dem Schiff kamen
wir tatsächlich ins Gespräch, und es kam dann auch dazu, dass wir den ganzen
Tag auf Filicudi zusammen verbringen würden. Eigentlich war mein
Plan gewesen,
zuerst die Überreste des bronzezeitliche Dorfs auf dem Capo Graciano im Südosten
anzusteuern und dann Zucco Grande zu besuchen. Zu dritt einigten wir uns aber
auf die umgekehrte Reihenfolge, und wanderten nach einem kurzen Aufenthalt im
Hafen-Cafe los. Dort war mir aufgefallen, dass es ein deutschsprachiges Buch
über die Insel gab, aber ich wollte mir nochmal bis später überlegen, ob ich es
mitnehme, zumal mir den Preis von 20 € für dies kleine Büchlein recht hoch
erschien.
Vom Hafen aus bekamen wir gleich einen Eindruck von den wirklich tollen Wegen auf Filicudi: vom Meeresniveau aus stiegen wir zunächst durch bewohntes Gebiet („Rosa“?), später im nicht bewohnten Bereich oberhalb des Meeres zum verlassenen Dorf Zucco Grande an der Ostküste der Insel auf, das seit 1949 leer steht und dessen Häuser seitdem dem Verfall
preisgegeben werden. Laut Iwanowski‘s
gibt es aber mindestens eine Person, die sich halbwegs um den Erhalt der Wege
durch die teils schon zugewucherten Häuser kümmert, auch sind sicher dieser
Person die zwei Bereiche zu verdanken, die offenbar für Wanderer hergerichtet
wurden. Die Wege, die überall zu sehenden Steinmauern wie auch die Vegetation
und die orangenen Flechten geben der Insel einen ganz eigenen Charakter, und
auch die Wegführung oberhalb des Meeres ist absolut spektakulär!
Bis Rosa (?) liefen wir denselben Weg zurück, den wir gekommen waren, gingen
von dort aus aber nicht zurück zum Hafen, sondern nahmen auch noch den Ort
Pecorini mit, der eine Kirche, ein ehemaliges Postamt und eine Mauer mit schrill-bunten
Grafitti hat! Unser Weg führte uns – nachdem wir den Ort wieder verlassen
hatten - wiederum oberhalb der Küste entlang. Der Höhenunterschied zum Meer ist
an dieser Stelle aber schließlich nicht mehr allzu hoch, denn wir überquerten
hier einen Isthmus, also eine niedere Landverbindung zwischen den drei
ehemaligen Vulkanen von Filicudi, die nun in unseren Rücken lagen, und dem
ehemaligen Vulkan an der Südostspitze, in der Capo Graciano liegt. In der
frühen Bronzezeit um 2000 v. Chr. gab es eine Siedlung auf jener Landverbindung
direkt am Meer, diese wurde jedoch nach einer gewissen Zeit auf die halbe Höhe
des ehemaligen Vulkanes des Capo Graciano verlegt. Die vermuteten Lagen der
Häuser sind inzwischen durch im Boden eingelassene Steine gekennzeichnet. Zahlreiche Tongefäse aus dieser Capo Graciano-Kultur sind im Museum in Lipari ausgestellt. Auch hat man von jener
Halbhöhenlage einen tollen Blick aufs Meer, auf den Hafen und die tief
gelegenen kleinen Orte von Filicudi.
Plan gewesen,
zuerst die Überreste des bronzezeitliche Dorfs auf dem Capo Graciano im Südosten
anzusteuern und dann Zucco Grande zu besuchen. Zu dritt einigten wir uns aber
auf die umgekehrte Reihenfolge, und wanderten nach einem kurzen Aufenthalt im
Hafen-Cafe los. Dort war mir aufgefallen, dass es ein deutschsprachiges Buch
über die Insel gab, aber ich wollte mir nochmal bis später überlegen, ob ich es
mitnehme, zumal mir den Preis von 20 € für dies kleine Büchlein recht hoch
erschien.Vom Hafen aus bekamen wir gleich einen Eindruck von den wirklich tollen Wegen auf Filicudi: vom Meeresniveau aus stiegen wir zunächst durch bewohntes Gebiet („Rosa“?), später im nicht bewohnten Bereich oberhalb des Meeres zum verlassenen Dorf Zucco Grande an der Ostküste der Insel auf, das seit 1949 leer steht und dessen Häuser seitdem dem Verfall
preisgegeben werden. Laut Iwanowski‘s
gibt es aber mindestens eine Person, die sich halbwegs um den Erhalt der Wege
durch die teils schon zugewucherten Häuser kümmert, auch sind sicher dieser
Person die zwei Bereiche zu verdanken, die offenbar für Wanderer hergerichtet
wurden. Die Wege, die überall zu sehenden Steinmauern wie auch die Vegetation
und die orangenen Flechten geben der Insel einen ganz eigenen Charakter, und
auch die Wegführung oberhalb des Meeres ist absolut spektakulär!
Bis Rosa (?) liefen wir denselben Weg zurück, den wir gekommen waren, gingen
von dort aus aber nicht zurück zum Hafen, sondern nahmen auch noch den Ort
Pecorini mit, der eine Kirche, ein ehemaliges Postamt und eine Mauer mit schrill-bunten
Grafitti hat! Unser Weg führte uns – nachdem wir den Ort wieder verlassen
hatten - wiederum oberhalb der Küste entlang. Der Höhenunterschied zum Meer ist
an dieser Stelle aber schließlich nicht mehr allzu hoch, denn wir überquerten
hier einen Isthmus, also eine niedere Landverbindung zwischen den drei
ehemaligen Vulkanen von Filicudi, die nun in unseren Rücken lagen, und dem
ehemaligen Vulkan an der Südostspitze, in der Capo Graciano liegt. In der
frühen Bronzezeit um 2000 v. Chr. gab es eine Siedlung auf jener Landverbindung
direkt am Meer, diese wurde jedoch nach einer gewissen Zeit auf die halbe Höhe
des ehemaligen Vulkanes des Capo Graciano verlegt. Die vermuteten Lagen der
Häuser sind inzwischen durch im Boden eingelassene Steine gekennzeichnet. Zahlreiche Tongefäse aus dieser Capo Graciano-Kultur sind im Museum in Lipari ausgestellt. Auch hat man von jener
Halbhöhenlage einen tollen Blick aufs Meer, auf den Hafen und die tief
gelegenen kleinen Orte von Filicudi.
Wir hatten nun nur einen Teilbereich von Filicudi gesehen;
nicht die drei Vulkane im Zentrum von Filicudi, geschweige denn die Felsklippen
der Nordwestküste und auch nicht die berühmte Felsnadel La Canna. Aber viel mehr war bei einer Tagestour nicht
drin, und niemand von uns wollte sich abhetzen. Wir hatten nun noch rund 1 ½ Stunden
Zeit, bis um 16.55 Uhr die letzte Fähre des Tages zurück nach Lipari fahren
sollte. Die beiden gingen gleich vor zum Cafe, ich nahm noch ein kurzes Bad im Meer und
legte mich noch eine Weile an den Kiesstrand, den ich vollständig für mich
alleine hatte. Nachdem es mir sehr gut auf Filicudi gefallen hatte, nahm ich mir doch das zuvor schon in Augenschein genommene deutschsprachige Buch aus dem Hafencafe als Erinnerung mit. Die Betreiberin des Cafes (und der Fahrscheinausgabe) warf mir beim Bezahlen einen ganz eigentümlich warmen Blick zu, an den ich – wie generell an den Tag auf Filicudi - sehr gern zurückdenke!
Der Autor des
erwähnten Buches Roland Zoss ist nach Selbstbeschreibung
ein Schweizer „Schriftsteller,
Musiker, Songpoet“, der in den frühen 1970ern als 23-Jähriger kurzentschlossen ein
altes Haus auf Filicudi gekauft und im Laufe der Jahre ausgebaut hat. Er
schreibt über seine Eindrücke und Erlebnisse in kurzen, ausgefeilten, lesenswerten
Berichten in „Die Insel hinterm Mond. Eine äolische Erzählung“, das
mittlerweile in zweiter Auflage erschienen ist und es regulär für 29 € (so habe ich auf Filicudi ein Schnäppchen gemacht) zu
kaufen gibt, u.a. über seine Website www.rolandzoss.com.
(Bis vor wenigen Monaten bot er noch an, dass man das Haus auch für Kurz- wie
auch Langzeitaufenthalte mieten könnte,
diese Information habe ich nun nicht mehr auf der Website gefunden.)
ein Schweizer „Schriftsteller,
Musiker, Songpoet“, der in den frühen 1970ern als 23-Jähriger kurzentschlossen ein
altes Haus auf Filicudi gekauft und im Laufe der Jahre ausgebaut hat. Er
schreibt über seine Eindrücke und Erlebnisse in kurzen, ausgefeilten, lesenswerten
Berichten in „Die Insel hinterm Mond. Eine äolische Erzählung“, das
mittlerweile in zweiter Auflage erschienen ist und es regulär für 29 € (so habe ich auf Filicudi ein Schnäppchen gemacht) zu
kaufen gibt, u.a. über seine Website www.rolandzoss.com.
(Bis vor wenigen Monaten bot er noch an, dass man das Haus auch für Kurz- wie
auch Langzeitaufenthalte mieten könnte,
diese Information habe ich nun nicht mehr auf der Website gefunden.) Labels: Auf Reisen, Liparische Inseln






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