Wednesday, October 18, 2017

Die Zeitung von vorgestern


Gestern in der Zeitungsabteilung der StaBi Berlin rumliegen gesehen: Stuttgarter Nachrichten von 1983, wie ich sie noch kenne, oder: "Nichts ist so langweilig wie die Zeitung von gestern, nichts ist so interessant wie die Zeitung von vorgestern".


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Wednesday, October 11, 2017

30 Jahre Überfall auf die Zionskirche

Am 17.10.1987 überfielen 30 Skinheads aus Ost und West ein Punk-Konzert in der Zionskirche in Berlin-Mitte - ein Ereignis, das in die DDR-Geschichte eingegangen ist. Erstmals konnte die DDR-Führung nicht mehr leugnen, dass es auch in der DDR Neonazis gab.
30 Jahre später nun gibt es kommenden Freitag eine Diskussionsveranstaltung (laut einer Ankündigung auch mit Mitgliedern von Element of Crime, die damals spielten) und am Samstag ein Konzert u.a. mit Hans am Felsen und The Movement.
Hier eine sehr gute 50-minütige Dokumentation über die Ereignisse und auch die gesellschaftlichen Hintergründe, in der damalige Veranstalter, Opfer, Beobachtende, DDR-Politiker und -Journalisten sowie auch Täter zu Wort kommen: Nazis in der DDR der Fall Zionskirche
Und ein kurzer Überblickstext zum Einstieg: BSTU - Zionskirche

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Sunday, October 08, 2017

Erntewoche

Montag freigenommen. Dienstag Feiertag. Mittwoch Betriebsausflug. Eine angenehme Arbeitswoche. Ab Donnerstag wurde dann der von mir gewünschte Arbeitsplatzumzug durchgeführt. Weg aus der Ecke ohne Tageslicht und Lüftungsmöglichkeit, hin direkt ans Fenster. Ich hatte mir lediglich eine Verbesserung davon versprochen; das Gefühl, nun dort tatsächlich zu sitzen, ist aber mehr als das, nämlich umwerfend. So einen Blick hatte ich noch nie an einem Arbeitsplatz, und nichtmal zuhause. Ein ganz anderes Lebensgefühl.
Nun rächt es sich allerdings, dass ich vor Wochen - begierig nach Abwechslung - den Wunsch geäußert hatte, zwei Tage die Woche in der "Zentrale" zu arbeiten, und mir dieser auch prompt genehmigt wurde. Statt Königsplatz nun zwei Tage im dunklen und unkomfortablen Magazin in Dahlem. Künstlerpech. Aber vielleicht auch nicht auf alle Zeiten.
Donnerstag "Xavier", der zunächst nicht allzu schlimm klang (Windstärken um 100 km/h), es aber wirklich in sich hatte. Eher durch Zufall - weil es morgens recht stark geregnet hatte - war ich an jenem Tag nicht mit dem Rad unterwegs. Anfahrt statt 35 Minuten eine Stunde zehn mit Schienenersatzverkehr. Rückfahrt im Sturm ebenfalls eine Stunde zehn, diesmal aber dankbar dafür, dass immerhin die U-Bahnen tapfer und häufig fuhren. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, die 8,5 km ganz laufen zu müssen. Eine Kollegin hatte weniger Glück und lief mitten im Sturm 7 km durch den Wald nach Nikolassee. Zum Glück ohne Blessuren.
Das sind vielleicht die letzten Bilder in minderer Qualität auf diesem Blog. Am Wochenende nun auch auf Smartphone umgestiegen, es war an der Zeit. Wird aber noch ein bisschen dauern, bis ich dazu fähig sein werde, es voll zu nutzen. Leider verschwanden mit dem Umstieg auch diverse Kontakte.
A propos Blog: Teil des Erkenntnisgewinns dieser Woche war, dass "Blogspot" nur ein begrenztes Angebot Repertoire bereitstellt. Es ist hier nicht möglich, Audio-Dateien oder PDFs zu hinterlegen. Das mit den PDFs ist insofern schade, dass ich somit den vor wenigen Tagen fertiggestellten Text über den "Doppelmord in Geberting 1919", zu dem ich in Bayern recherchiert hatte, hier nicht veröffentlichen kann. Sende ich euch den 11-seitigen Text auf Anfrage gern per mail zu.
Wenn ich mich dann nochmal an den Montag erinnere, mit "meiner" Radiosendung, die allem Anschein nach auch sehr gut angenommen wurde... blicke ich mit Dank und Freude auf die vergangene Woche zurück.

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Saturday, October 07, 2017

Rechtsruck

"Da schämt man sich seiner Herkunft!" Mit diesem Kommentar postete ein Freund, der aus dem Zittauer Gebirge (Görlitz und südlicher, Drei-Länder-Eck) stammt, die Ergebnisse aus seiner Heimatregion. 24 Wahlkreise, in keinem hat die AFD weniger als 40% erhalten. (Die Ergebnisse im einzelnen unten).
Ein Ergebnis, das mich bis heute platt zurücklässt. Ist in jener Region tatsächlich der Zug für die Demokratie abgefahren?
Einen Tag darauf ein Vortrag in der Stiftung Topografie des Terrors zur Parteigeschichte der NSDAP. Der Journalist Sven Felix Kellerhoff, Jahrgang 1971, stellt die nach Selbstauskunft erst zweite je erschienene deutsche komplette Parteigeschichte der Nazi-Partei vor und präsentiert dazu zehn Thesen. Er weißt darauf hin, dass er tags zuvor in der "Welt" einen Vergleich von AFD und NSDAP publiziert habe und nun täglich 50 bis 100 Hass-mails erhalte. Auf der Suche nach jenem Text im Internet, der leider nicht frei zugänglich ist, stoße ich auf "Prabels Blog", ein Blog eines AFD-Mitgliedes, der offenbar auch gelesen wird, jedenfalls hat der entsprechende Text, der sich mit Kellerhoff beschäftigt, bis heute neun zustimmende Kommentare erhalten. Der Text "Was die "Liberalen" und die NSDAP verbindet" ist eigentlich weniger eine Beschäftigung mit Kellerhoffs Thesen als mit der Rolle der Grünen, die offenbar das größte Feindbild für den Autor sind. Und auch für einzelne Kommentierende. Einer versteigt sich dazu, die Antifa die SA-Truppe der Grünen zu nennen.
Mir kommt gleich das Bild in den Sinn, wie um 2015 das Büro der Grünen in der Boxhagener Straße (Berlin-Friedrichshain) ganz offensichtlich von Autonomen, wohl wegen des mäandernden Kurs der grün-geführten Bezirksregierung mit Farbe und Steinen beschädigt wurde. Damals kam mir die SA-Assoziation, als ich dieses traurige, fast schon beängstigende Bild vor mir sah. Eine beschämende Art, sich politisch auszudrücken. Und absurd, diese Leute mit den Grünen in Verbindung zu bringen.  

Aber es gibt diese Blogs, und sobald es ums Thema Flüchtlinge geht, ist bei jeder Facebook-Seite jeder größeren Institution der Shit-storm nicht weit. Es gibt ein massives Problem mit dem Rechtsradikalismus im Land, und das sind nicht alles nur "Modernisierungsverlierer", die sich nun zunehmend zu Wort melden. Und es sind auch nicht nur Menschen in Ostdeutschland oder speziell in Sachsen, die sich so äußern. Es gibt in Ost und West Menschen, die sich daran stören, nicht-deutsch aussehende Menschen auf Straßen in Deutschland zu sehen. Ich vermisse die Ehrlichkeit, das klar auszusprechen und sich dem Problem offen zu stellen.

Das Problem wird uns leider auf absehbare Zeit immer wieder beschäftigen; der Wunsch, dass sich die AFD selbst zerlegt, ist fromm, aber erscheint mir als nicht realistisch. Eine Zeit lang dachte ich, man müsse auch mit jenen Leuten im Gespräch bleiben, die AFD gewählt haben oder sich in jenem Sinne öffentlich äußern. Um ihnen Alternativen, andere Denkweisen entgegenzustellen und den überzeugten Rechten nicht das Feld zu überlassen. Zu lang habe auch ich mich nur in Kreisen aufgehalten, die eh weitgehend die gleiche Meinung wie ich haben, und das pubertäre Spiel mitgemacht "Wer anders denkt, ist eh ein Depp". Das ist es nicht, davon bin ich längst überzeugt. Wie aber mit einer Masse umgehen, von der 40% und mehr die AFD gewählt haben?
"Weiter so", meint Angela Merkel, in Kauf nehmend, die Abgehängten (und natürlich haben auch die und nicht nur überzeugte Rassisten AFD gewählt) weiter safteln zu lassen. Das kann es auch nicht sein. Es müsste etwas passieren. Nur was? Klar, tausend und mehr kleine Schritte. In die richtige Richtung. Was ist die richtige Richtung? Unideologisch, pragmatisch. Denke ich, mittlerweile. Die Ochsentour. Mutig. Ermüdend. Aber vielleicht geht es inzwischen wirklich um alles.
Hier ein kleiner, utopischer, ans Herz gehender Multi-Kulti-Mutmacher: Antoine Villoutreix - Wie wunderschön


1. Dorfchemnitz (LK Mittelsachsen) - 47,4 % 2. Schönbach (LK Görlitz) - 46,9 %
3. Oppach (LK Görlitz) - 46,0 %
4. Dürrhennersdorf (LK Görlitz) - 45,1 %
5. Großschweidnitz (LK Görlitz) - 44,8 %
6. Lawalde (LK Görlitz) - 44,4 %
7. Neißeaue (LK Görlitz) - 44,2 %
8. Rathmansdorf (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 43,9 %
9. Dohma (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 43,5 %
10. Beiersdorf (LK Görlitz) - 42,6 %
11. Großdubrau (LK Bautzen) - 42,4 %
12. Neusalza-Spremberg (LK Görlitz) - 41,9 %
13. Gohrisch (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 41,9 %
14. Neschwitz (LK Bautzen) - 41,7 %
15. Bahretal (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 41,6 %
16. Oßling (LK Bautzen) - 41,2 %
17. Rechenberg-Bienenmühle (LK Mittelsachsen) - 41,0 %
18. Struppen (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 40,9 %
19. Königshain (LK Görlitz) - 40,6 %
20. Müglitztal (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 40,4 %
21. Großschirma (LK Mittelsachsen) - 40,2 %
22. Hartmannsdorf-Reichenau (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 40,1 %
23. Hohnstein (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 40,1 %
24. Stadt Wehlen (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - 40,1 %

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Monday, October 02, 2017

Das ist doch mal ein tolles Radioprogramm...

Pünktlich wie die Maler ging's los! Seit heute 21 Uhr läuft New Rose Punkrock-Radio von und mit Frank Nolti Nolte, heute mit Songs, die ich rausgesucht habe! Live mithören oder mit "Ziel speichern unter" jederzeit downloaden und anhören! Hier du gehst:
Thematisch geht es nicht ganz zufällig um Punk aus den späten 80ern und frühen 90ern. Zum einen war das für mich eine sehr prägende Zeit, ich würde heute sagen, dass das damals "mein Sound" war. Zum anderen ist es eine Zeit, die heute kaum noch einen interessiert. Bei allem Vinyl-Boom vor allem gebrauchter Platten, bekommt man Erzeugnisse aus jenen Jahren nachgeworfen. Das hat natürlich auch Vorteile, weil die wenigen, die es interessiert, die Platten dann günstig schießen können. Allerdings tut es teils echt fast schon weh, wenn absolute Hit-Platten zu absoluten Mini-Preisen verramscht werden. Auch im Internet ist Punk aus jener Zeit rar gesät. Es lässt sich jedes noch so schlecht gespielt Konzert oder Demo-Tape von 77-Punk- oder auch Deutschpunkbands der 80er Jahre digital finden, aber nur selten was von Bands aus etwa 1988 bis 1993, die damals Konzerte gespielt und damit die seinerzeit recht kleine Szene am Laufen gehalten haben.
Es war durchaus auch eine ambivalente Zeit. "D.I.Y." ist leider nicht immer ein Qualitätsmerkmal, und Sound-technisch klangen seinerzeit einige Platten nicht so, wie sie hätten klingen sollen. Andererseits hat auch nicht jede Band gleich etwas veröffentlichen können, was teils möglicherweise zu einem Reifungsprozess geführt hat. (Siehe dazu auch auf diesem Blog vom Januar 2015: Punkrock von 1989/1990)
Wie auch immer - die Radiosendung führt zurück in diese Zeit. Natürlich nur mit Hits...

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Sunday, September 24, 2017

Szenen aus dem September-Urlaub: Berlin

Mit Zeit unterwegs in der eigenen Stadt, und es gibt immer wieder etwas zu entdecken. 
Am ersten Tag Neukölln und Kreuzberg 36: hier zu sehen das "Baumhaus an der Mauer" am Bethaniendamm, nach Jahren mal wieder bewusst angeguckt.
 Dann Mitte, Kreuzberg 61 und Schöneberg. Oben: "Deutschland - Gypsyland, Roma Armee Fraktion" direkt hinter der Hunboldt-Uni Unter den Linden (klicken macht groß)
 Sehr gelungen: der neu errichtete Gleisdreieckpark zwischen Kreuzberg und Schöneberg. Tolle weite Rasenflächen, großartig breite Wege, und an den Rändern viele der ehemaligen Bahngleise wild, das heißt der Natur überlassen.

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Szenen aus dem September-Urlaub: Sigmaringen, Donautal

 Beeindruckendes Schloss Sigmaringen, von Jens Gille als "Klein-Hohenschwanstein" bezeichnet.
Auch in Sigmaringen präsent: Familie Schmauder

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Szenen aus dem September-Urlaub: Stuttgart

Sehr gelungene Punk-Ausstellung direkt am Stuttgarter Schlossplatz. Gave me a blast! Top!


Stuttgarter Kickers, oh weh. 3:3 gegen den Tabellenletzten, aber befremdender als dieses muntere Spiel waren die stets bruddelnden Reaktionen des Publikums. In die Pause ging es trotz 2-1-Führung mit Pfiffen. Da bin ich bei Union Berlin anderes gewöhnt...

Alte Werbung auf einer Brandwand: entdeckt in der bauwütigen Stuttgarter Innenstadt



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Szenen aus dem September-Urlaub: Hochfelln

Hoch die Solidarität am Berg! Kurz nach dem Start löste sich meine Sohle. An einer Alm bekam ich problemlos Klebeband, im Laufe der Wanderung boten mir fremde Menschen ein Seil und Kabelbinder an.


Foto: Blick in das Kar, durch das man Richtung Mittelstation hinab geht

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Szenen aus dem September-Urlaub: Bayern

Auch wenn das Wetter leider nicht immer so toll war wie am letzten Tag, war es die absolut richtige Entscheidung, einen Roller zu mieten. In einer Gegend nahezu ohne ÖPNV.
Roller mieten im Chiemgau? Empfehlenswert: Firma Südbike in Übersee. 65 € für fünf Tage. Hat bestens geklappt, und keineswegs so eine Gurke, wie ich sie z.B. auf Lipari bekommen habe...

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Saturday, September 02, 2017

Nice try...

Gesehen am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße in Berlin-Mitte...
... einem wirklich bemerkenswerten Bauwerk! :)

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