Sunday, October 13, 2019

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Gesehen in Berlin-Buch

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Saturday, September 14, 2019

Besucher aus einer anderen Zeit

Allgegenwärtige Kinderfreundlichkeit.
„Lernen soll doch Freude machen – denkt daran!“ Jede/r kann mal Fehler machen und dass man daraus lernt. Alle Kinder sollen mitgenommen werden – die Schwächeren unterstützt, die Stärkeren gefördert werden.
39 Jahre nach der eigenen Einschulung ist das kein Ausflug in einen Wunschtraum, sondern der Besuch der Einschulung meines Neffen. Die ganz in diesem Geiste am selben Orte wie bei mir damals stattfindet.
Immer noch die assige, mit Kies beschichtete Steintreppe. Die alten Schilder an den Toiletten. Die olle Uhr in der Turnhalle. Relikte aus einer anderen, sterileren, unfreundlicheren Zeit.
Das heutige Schulgebäude ansonsten bunt bemalt und mit bunten Mosaiken bestückt. Der Blick nach draußen geht auf den Mitmach-Garten, wo früher nur eine Grasfläche war, die zu betreten verboten war.
Es ist nicht wirklich Neid, den ich empfinde, denn ich gönne es den Kindern von heute von Herzen, in solch einer besseren Umgebung aufzuwachsen als wir damals.
Aber ich staune, und fühle mich wie ein Besucher aus einer fernen, anderen Zeit.

Thursday, July 25, 2019

Unterwegs in der sonnigen Stadt


"Dienstag Mittag, es ist warm
Und ich hab mein T-Rex-T-Shirt an
Und ich lass mich treiben durch die Stadt
und dann leg ich mich erst mal in den Park

Dienstag Mittag, nichts zu tun
bitte sag nicht wieder: 'häng nicht nur rum'
und wenn schon
erst mal geh ich was trinken, nach nebenan
und frag mich bloß nicht: 'und was machste dann'?

Dienstag Mittag, der Himmel blau
und der … brennt so schön auf meiner Haut
und ich lass mich treiben von früh bis spät
kein Plan, wie es heute weiter geht
kein Plan, wie es heute (und überhaupt) weiter geht

Dienstag Mittag, nichts zu tun
bitte frag nie wieder: 'was machste nun'?
ich leb einfach so, wie ich es mag
und manchmal so, als wär’s der letzte Tag!"

(Text: "Dienstag Mittag" von Brausepöter.
Vgl. auch den Aufenthalt auf der Tagediebshöhe am Dienstag Mittag exakt ein Jahr vorher!)

Monday, July 15, 2019

Großer Ausbruch am Stromboli

Am 3. Juli 2019 gab es einen großen Ausbruch am Vulkan Stromboli, von dem hier im Juni 2017 die Rede gewesen war. Ein Ausbruch des Stromboli ist an sich keine besondere Nachricht, schließlich ist der Vulkan nahezu ständig aktiv, bringt etwa alle Viertelstunde Eruptionen mit vulkanischer Asche und kleinen Lavastücken hervor.
Der vom 3. Juli war allerdings ein großer Ausbruch, der einen gewaltigen Aschedom bis in 9 km Höhe, einen Lavaausfluss und einen pyroklastischen Strom bis 800 Meter weit aufs Meer mit sich brachte. Ferner vulkanische Bomben, die bis nahe an den Ort Ginostra im Süden der Insel nieder gingen; diese wiederum auch weite Teile der Vegetation der Insel in Brand setzten. Ein Wanderer starb, ein weiterer wurde schwer verletzt. Beide waren zusammen im für individuelle Touren erlaubten Bereich bis 400 Meter Höhe unterwegs gewesen.
Der Ausbruch geschah gegen 14.45 Uhr und betraf offenbar insbesondere auch den "Pizzo", das ist die Stelle kurz unterhalb des Gipfels, von der aus man in die Krater gucken kann und an der die geführten Wanderungen enden. Geführte Wanderungen beginnen normalerweise um 16 Uhr im Ort Stromboli und erreichen gegen 19 Uhr den "Pizzo". Wäre der große Ausbruch nur wenige Stunden später geschehen, wären etwa 40 bis 60 Menschen in akute Gefahr gekommen. Erst zwei Minuten vor dem Ereignis konnten die Experten vor dem Ausbruch warnen.
Was der Ausbruch für zukünftige Touren bedeutet, ist offenbar noch nicht abzusehen, möglicherweise droht ein Ende oder zumindest eine Änderung. 
Hier finden sich aktuelle Meldungen und Einschätzungen zu jenem Ereignis; auf der an zweiter Stelle genannten Website sind auch imposante Videos verlinkt:
Das Foto hier ist eine Aufnahme von mir vom "Pizzo" aus, der etwa 100 Meter über dem Krater liegt. Es zeigt eine übliche Eruption des Stromboli, die mehrmals pro Stunde stattfindet. Der Auswurf erreichte hier etwa 100 Meter Höhe. Demgegenüber ging die große Eruption vom 3. Juli mit 9 km 90 mal höher hinauf!

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Friday, April 26, 2019

Wischmattenweg

Gesehen in Berlin-Rudow

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Thursday, April 11, 2019

M99 im Exil Falckensteinstraße 8

Mieten-Demo lädt zum Träumen ein

Immer weiter steigende Mieten und die Macht von fiesen Vermieter*innen und Wohnungsgesellschaften sind kein Naturgesetz – daran hat die Großdemonstration - 40.000 in Berlin, 55.000 bundesweit - vom vorigen Samstag erinnert! Hat der Kapitalismus überdreht und ist eine dauerhafte Mieterbewegung entstanden, die sich stetig weiter vernetzt und das Renditestreben einzelner, unter denen die Massen leiden, nicht mehr hin nimmt...?

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Strausberger Platz autofrei

Autofrei und Spaß dabei - Berlin Strausberger Platz vorigen Samstag während der -Demo. Erinnerte daran, wie stressfrei autofreie Städte sein könnten!

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Saturday, March 23, 2019

Razzia: Am Rande von Berlin

Geschickt hatte die Hamburger Band den Titel-Song ihres neuen Albums „Am Rande von Berlin“ schon im Vorfeld als Appetitanreger platziert. Ich hatte ihn über meine favourite radio-station „New Rose Punkrock-radio“ kennengelernt, und den Song - hier bei youtube anzuhören - als so toll empfunden, dass ich mir das Konzert nicht entgehen lassen wollte. Obwohl es an jenem Abend eine durchaus attraktive Alternativ-Veranstaltung im „Wild at heart“ gegeben hätte. Auch die beim Konzert gespielten neuen Songs machten Lust auf das neue Album, das als CD und als Doppel-LP auf schwarzem und rotem Vinyl verkauft wird. (Wobei ich beim Preis von 30 für rot statt 20 € für schwarz schon fast von einer Kapitalanlage sprechen möchte.)  Es ist ein sehr gutes, ein vorzügliches Album geworden. 14 Songs, die an die beste Razzia-Zeit erinnern und direkt nach dem zweiten Album „Ausflug mit Franziska“ hätten entstanden sein können. Teils nachdenklich, teils melancholisch, aber letztendlich immer mit dem Drang nach vorne, mit dem geilen Gesang und der großartigen Lead- Gitarre. Die Songs lassen sich auch sehr gut hintereinander anhören, was für mich ein wichtiges Kriterium für den Kauf eines Albums ist – wenn ich nur einzelne Songs gut finden kann, hole ich mir die lieber irgendwoher aus dem Internet. „Am Rande von Berlin“ ist aber durchgängig stimmig und gut. Lohnt!
Ein kleiner Schönheitsfehler ist nur das seltsame Cover, das – im Gegensatz zu allem anderen dieser Scheibe - nicht wirklich ausgereift wirkt, nach nichts aussieht und worauf ich nicht erkenne, was gemeint ist. Viel hübscher – und von der Stimmung auch an „Ausflug mit Franziska“ erinnernd - ist doch das hier dokumentierte Cover des Booklets!

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RAZZIA live 2019 im SO 36

Ich habe FLIEHENDE STÜRME zu meiner Stuttgart-Zeit nie live gesehen, ich habe sie generell nie groß mitgekriegt oder beachtet, immer nur eine Platte, „Priesthill“, in diversen Plattenläden stehen sehen. Bis gestern habe ich sie – obwohl daher stammend und Nachfolger der berühmten Chaos Z – nie als Stuttgarter Band wahrgenommen. Bis ich eben gestern vor und während des Konzerts im SO 36 verschiedene alte Bekannte aus Stuttgart wiedertraf. Und realisierte, dass ich sogar einen kenne, der mittlerweile – und nicht erst seit gestern - bei denen mitspielt. Das waren sehr schöne Wiedersehen, nach teilweise 20 Jahren „no see“. (Ähnlich wie bei der Ausstellungs-Eröffnung zu Punk in Stuttgart 2017.) Insgesamt war ihr Auftritt aber schon sowas wie eine Geduldsprobe für mich. Gleich der erste Song, unglaublich schwer, langsam, düster. „Was ein stimmungsvoller Opener“, unkte ich zu meinem Nebenmann. Der folgende Song war dann schwungvoller, und das war sicher auch bewusst so choreografiert. Ich habe wirklich Respekt davor, wenn eine Band über 20 Jahre ihren Stil durchzieht – ihr erstes Album ist von 1988! – und wie Sänger und Gitarrist Andreas Löhr auf der Bühne steht. Auch hat diese Band ihr Publikum, das offensichtlich auch zufrieden war. Dieser düstere Wave-Punk ist nur leider überhaupt nicht meine Musik.
Den Abend hatten KLOTZS begonnen, eine Band aus Siegen, deren Namen ich nie zuvor gehört hatte, obwohl sie laut Discogs bereits 1996 aktiv sind und mal eine Split-7" mit EA 80 veröffentlicht hatten. Der erste Eindruck war auch eher schräg, aber das war wohl durchaus auch so gewollt. Die beiden älteren Herren – nur Gitarre und Schlagzeug – spielten schon Punk, der in die EA 80-Richtung geht, hatten aber zwischendrin auch immer wieder andere, experimentellere und uneingängige Elemente. Und gerade der Sänger eine Attitude, die „Mut zur Peinlichkeit“ ausdrückte. Das passte, das war irgendwie erfrischend gut!
Waren die Reihen bei KLOTZS noch sehr überschaubar besetzt gewesen, war es spätestens beim heutigen Haupt-Act – beim Konzert vor dreieinhalb Jahren, hier mein Bericht, war die Reihenfolge eine andere gewesen - RAZZIA rappelvoll. Verglichen mit Fliehende Stürme merkte ich sofort, dass DAS meine Musik ist, mit Texten, die ich auch heute noch ohne Schmerz und Pein hören und mitsingen kann. Razzia haben eine Spur Melancholie, gehen aber dennoch nach vorne, mit der geilen charakteristischen Gitarre und dem knalligen Gesang. Das war gut, das hat Spaß gemacht. Auch wenn es ein paar Abzüge in der B-Note zu vergeben  gibt. Es kam mir fast vor, als sei es das erste Konzert nach längerer Pause gewesen: teils wurden ein paar Einsätze verpasst und wenn man ganz vorne stand, sah man, dass der Sänger teils die Texte der neuen Lieder nachlas. Zwischen den Songs gab es manchmal abtörnend lange Pausen. Es klingt schräg, das bei einer Band, die seit 1979 aktiv ist und hier weitgehend in Original-Besetzung auftrat, zu sagen: aber das waren lauter so vermeidbare kleine Fehler, die sich mit etwas mehr Übung schnell erledigt haben dürften. Im ganzen war es aber sehr gut gespielt, und auch die zahlreich gespielten neuen Songs – was ja durchaus mutig ist, viele kamen sicher vor allem, um die alten Songs zu hören -  passten sich sehr gut ins Programm ein, klangen typisch nach Razzia, wie man sie liebt, und bestärkten zumindest mich, sich das neue Album im Anschluss mitzunehmen.    
Am Tresen gab es übrigens ein Band-Bier zu kaufen. Für Razzia, und laut Website nur für das Konzert in Berlin, wurden von einer offenbar befreundeten Brauerei 240 Flaschen Razzia-Bier abgefüllt, ein dunkles Lager-Bier. Da ich eh Bier trinken wollte, habe ich eines probiert. Ein Bier, wie Schwarzbier – Köstritzer oder Ähnliches - eben so schmeckt. Nichts Besonderes. Vielleicht gelingt ja irgendjemandem noch, mehr Infos zum Hintergrund dieser Aktion zutage zu fördern, würden mich interessieren. 
Eine interessante Zusammenfassung der Band-geschichte ist übrigens zu finden auf: https://razzia.info
Sehr toll auch die vier Songs, die Olli Schulz unter dem Titel "Ausflug mit Razzia", auf 7" veröffentlicht hat; Cover-versionen von "Kaiserwetter", "Sentimentaler Zusammenbruch", "Nacht im Ghetto" und dem immer wieder großartigen "Als Haus wärst du ne Hütte".

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Birkenstraße: es wird geschossen

Gesehen in Berlin-Moabit

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