Tuesday, December 05, 2017

Stuttgart 61 im Fernsehen

Der Blick vom Rotenberg nach Uhlbach zur besten Sendezeit im Fernsehen!

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Wednesday, November 29, 2017

Wettbüro Goldesel

Ein Lichtblick in der sonst meist unwirtlichen Landsberger Allee

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KaulquappennummeriererInnen*

Eine neue Facebook-Geschichte. Eine Freundin postet mit erleichterten Worten, dass sie nach sechs Jahren im Dunklen endlich ein Büro mit Blick auf den Himmel hat, ein Foto mit Horizont-Blick. Unglücklicherweise ist im Vordergrund ein kleines Aquarium zu sehen... Das das eigentliche Thema sogleich in den Hintergrund rückt! 😆





















*(Zitat, ohne -Innen, von Gerhard Polt. Dieses Jahr zum 75. Geburtstag erschienen: Der große Polt. Konversationslexikon)

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Friday, November 10, 2017

Radiosendungen und Podcasts

Meine aktuelle Tätigkeit ist oftmals öde, hat aber den Vorteil, dass ich nebenbei ungehemmt Musik oder was auch immer anhören kann. Das habe ich die letzte Zeit ausgebaut - zuletzt gar mit dem Kauf eines neuen Radios, mit dem ich sehr glücklich bin! - und ich will hier mal einen kleinen Überblick geben über Radiosendungen und Podcasts, die ich teils eh schon kannte, teils zuletzt neu entdeckt habe.

Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur, wie Deutschlandradio neuerdings heißt, habe ich immer schon gern gehört. Endlich habe ich nun auch den „DLF-Recorder“ ins Laufen gebracht, mit dem man Sendungen aufnehmen und zu jedem gewünschten Zeitpunkt nachhören kann. Gute Erfindung, nur schade, dass der Rechner während der Aufnahme laufen muss. Da hoffe ich heimlich, dass es dafür irgendwann eine bessere technische Lösung gibt.

New Rose Punkrockradio höre ich auch schon lange, nun aber wirklich jede Woche. Habe ich ja bereits mehrmals darauf hingewiesen, hier der Vollständigkeit halber nochmal. Momentan kaufe ich mir sogar wieder verstärkt Platten und CDs, auf die ich meist durch diese Sendung aufmerksam gemacht wurde.

Die Punk-Ausstellung von September bis Oktober 2017 in Stuttgart war ein größeres gesellschaftliches Ereignis in Stuttgart, das sich in der Presse, bei persönlichen Begegnungen und natürlich auch in Radio-Sendungen niederschlug. Besonders bemerkenswert in ihrer Ausführlichkeit und Akribie die Sendung von Jürgen Jankowitsch im Freien Radio für Stuttgart. Es gab noch einige weitere Sendungen, u.a. in der „Wüsten Welle“ Tübingen und im „Freifunk“ Erfurt. Sogar eine ganz kurze in SWR2. Ich musste aber gerade leider sehen, dass alle diese Sendungen nicht mehr im Internet nachzuhören sind…

Ein Bekannter, von dem unten noch zu reden sein wird, empfahl mir den Rasenfunk-Fußball-Podcast. Und ich muss schon sagen, dass ich davon wirklich begeistert bin. Auf einem sprachlich wie technisch bemerkenswerten Niveau (ich meine, die Betreiber sind gar journalistisch vorgebildet) wird hier in drei Rubriken über Fußball gesprochen: die „Schlusskonferenz“ bietet immer montags einen ausführlichen Rückblick auf den zurückliegenden Bundesligaspieltag, das „Tribünengespräch“ beinhaltet ausführliche Gespräche mit Experten über diverse Themen, die im Zusammenhang mit Fußball stehen, und der „Kurzpass“ macht das selbe nochmals in eben geraffterer Form.
Ich bin momentan sehr begeistert und bezuschusse das aktuell auch ein bisschen; das Geld, das ich ab und an in eine „kicker“-Ausgabe gesteckt habe, ist hier besser aufgehoben.
Auf die Dauer wird mir eventuell der „gossip“ fehlen, wie es die Betreiber nennen, die geschätzt zehn Jahre jünger und damit sicher näher am Puls der Zeit als ich sind. Der Tratsch rund um den Fußball, der hier weitestgehend ausbleibt, für mich aber ein Stück weit zum Vergnügen gehört. (Was war das für ein großer Tag, als letztes Jahr Beckenbauer, Netzer und wie sie alle heißen aufflogen… Vergleichbar mit den Tagen des CDU-Spendenskandals um die Jahrtausendwende!) Bis mir jener Trash-Faktor zu sehr fehlt, werde ich jedenfalls  jede Sendung mitanhören und auch weiter in ihrem Sendungsarchiv graben.
Der Rasenfunk bietet auch einen Überblick über
weitere Fußball-Podcasts, und ich musste schnell sehen, dass das offenbar ein Fass ohne Boden ist. Testweise habe ich mir Podcasts über den VfB Stuttgart und Union Berlin angehört; beide auch durchaus ansprechend, und ebenfalls mit Sport-Journalisten als Gästen, aber qualitativ doch nicht ganz vergleichbar mit dem Rasenfunk.


Falk Fatal aus Wiesbaden ist der Sänger der Band Front und er betreibt darüber hinausgehend auch das Polytox-Online-Zine und den Polytox-Podcast, von dem neulich die 15. Ausgabe lief. Anders als man vielleicht denken würde stehen hier weniger die gespielte Musik als ausführliche Gespräche im Vordergrund. In der Nummer 15 spricht Raidy, der Schlagzeuger der Band Chaosfront, unter anderem über seine Blindheit und wie er mit ihr einerseits durchs Leben, andererseits auch durch die Punk- und linke Szene kommt. Auch als Stotternder erlebt man auch ab und an seltsame Situationen (u.a. wenn sich manche/r hinter'm Tresen bei der Getränkebestellung verarscht fühlt und gleich wild wird), aber nach Raidys Erzählungen halten sich diese wohl vergleichsweise in Grenzen.  Es ist aber keineswegs nur eine rein Problem-orientierte Sendung; es fallen großartige Zitate wie: „Du kannst doch Dritte Wahl nicht mit Slime vergleichen“, "ich hab ne schwarze Freundin und fress Döner - ich kann kein Rassist sein"; auch der Bandname „Arbeitsloser Analphabet Alfred“ ist absolut großartig oder kurz darauf die Aussage „Wir haben nicht das typische Alfred-Publikum“... Lohnt! Auch die Ausgabe 14 mit Stefano Stiletti, der u.a. über seine legendären Sardinien-Reisen und manch Untat aus seiner Vergangenheit spricht und dabei glücklicherweise mit keinem Detail hinter dem Berg hält, ist absolut gelungen und unterhaltsam. Versprüht einen Hauch von Rock'n'Roll-Freiheit im Jahr 2017!
Punk und Fußball sind gleichberechtigt Thema in der Ausgabe 10 mit Basti Fantasti, der früher diverse Punk-Aktivitäten durchführte, inzwischen als Sozialarbeiter Fanprojekt-Mitarbeiter bei Eintracht Frankfurt ist. Auch diese Ausgabe lohnt!

Soviel für den Moment über Radiosendungen und Podcasts; die Übersicht wird sicher bei Gelegenheit fortgesetzt. Die Leserinnen und Leser sind dringend aufgerufen, eigene dringende Empfehlungen ins Kommentar-Feld zu setzen...!

Wednesday, November 08, 2017

Zeitreise: Dreharbeiten in der Linienstraße



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Sunday, October 22, 2017

Zwei Abende in der Zionskirche

 
Beeindruckend oder befremdlich? Direkt nachdem die Dokumentation, auf die ich hier neulich hingewiesen hatte, vor nach Zeitungsangaben rund 350 Zuschauern gelaufen war, sollte die Diskussion begonnen werden. Es meldete sich eine Frau, die mit einem Wahnsinns-Verve losfeuerte, wie es sein könnte, dass der ehemalige Angreifer auf das Zionskirch-Publikum sich in der Dokumentation so präsentieren könnte, ohne dass darauf hingewiesen werde, dass er sich weiterhin auf Neonazi-Demonstrationen zeige. Woher nur nimmt sie die Gewissheit, dass das hier „ihre“ Veranstaltung ist, wie kommt sie darauf, dass automatisch jeder Anwesende ihrer Meinung ist, dass sie so offensiv auftritt? Wobei sie inhaltlich durchaus Recht hatte. Jener ehemalige Täter kommt in der Tat sehr „authentisch“ und durchaus positiv rüber. Es ist ein Gewinn für die Dokumentation, dass er dort mit auftritt. Aber natürlich ist es problematisch, dass nicht recht deutlich wird, von was er sich letztendlich distanziert: von der Gewalt oder einer rechten Einstellung. Sein Zungenschlag („Zecken“) lässt eher ersteres vermuten. Dass zum Schluss aus dem „off“ geäußert wird, dass er bis zum heutigen Tage Kommunisten hasst, würde allerdings vermutlich auch jemand wie (Ex-?) Punk Stracke aus Leipzig für sich bestätigen, der sich u.a. im „Ostpunk“-Film unversöhnlich gegenüber allen Nachfolgern der SED äußert und diese zu bekämpfen vorgibt.
Nach dieser ersten Wortmeldung verlief die Diskussion – zu der Element of Crime natürlich nicht gekommen waren, warum sollten sie auch – aber friedlicher und differenzierter. So wurde von Seiten der damaligen Veranstaltern geäußert, dass der Angriff auf das Publikum durch die Skinheads zunächst gar nicht ins Gewicht gefallen war. Sie hätten sich darüber gefreut, dass rund 1.000 Zuschauer zum Konzert in die Kirche gekommen waren, und dieser Erfolg sei das Entscheidende gewesen. Erst die Berichte durch westdeutsche Medien mit Beginn des nächsten Tages hätten diese Ereignisse in den Vordergrund gestellt und DDR- und Deutschlandweit bekannt gemacht. Sie seien dann auch ein Impuls gewesen, eine Antifa in der DDR aufzubauen.
Insgesamt gab der Besuch ein Gefühl für diese beeindruckend große, recht marode aussehende Kirche an der Grenze von Mitte zu Prenzlauer Berg an einem Herbst-Abend, wie er vielleicht auch damals gewesen war.
Am Abend darauf gab es dann nach einer Sondergenehmigung ein Punk-Konzert in der Kirche, bei der u.a. Hans am Felsen aus Berlin und The Movement aus Koppenhagen auftraten. Warum ausgerechnet eine Band aus Dänemark an so einem Abend, fragte ich mich, auch wenn sie noch so antifaschistisch sein möge? Es war letztendlich aber völlig egal, wer da spielte, denn die Akkustik war – womöglich durch den hohen Turm der Kirche – so schlecht, dass man kein Wort verstand und auch keinen Ton wieder erkannte. Es war so schlimm, dass mir der völlig chaotische und uneingängige Sound auf den Magen ging und ich den Raum wegen Übelkeit frühzeitig verlassen musste. Auch das ein Gefühl aus der Zionskirche. Das daran denken ließ, dass es gar nicht so schlecht sein muss, nicht bei jedem historischen Ereignis dabei gewesen zu sein.

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Gnadenloser Boxi

Bereits Anfang September habe ich nach Jahren zum ersten Mal wieder auf dem Flohmarkt verkauft. Zusammen mit einem Freund, der den Flohmarkt am „Boxi“, Boxhagener Platz in Friedrichshain, empfohlen hatte, an den ich mich selbst gar nicht ran getraut hatte, weil ich dachte, dass an diesem insbesondere bei Touristen sehr beliebten Markt ohnehin nur professionelle Händler zum Zuge kommen würden. Aber weit gefehlt, die telefonische Anmeldung klappte bestens, und es wurde sogar extra nachgefragt, dass wir auch tatsächlich private Verkäufer seien. Auch die Tisch-Vergabe am Sonntag klappte bestens, und nicht angeblich wie früher, dass man knapp eine Stunde dumm in der Gegend herumstand. Hatten die Betreiber des Marktes vor ein paar Jahren einen eher schlechten Ruf, gibt es nun wohl eine neue Truppe, die ihn recht cool zu schmeißen scheint.
Die Umgebung des beliebten Platzes ist, was die Mieten angeht, längst kaum noch erschwinglich, der Platz selbst hat sich aber doch ein Stück seinen rohen Charme bewahrt. So standen auch an jenem Tag herrenlose Stühle im inneren Bereich herum – perfekt für jemand wie mich, der meinte, alle seine Klappstühle bei den letzten Umzügen stehen gelassen zu haben…
Auch kamen im Laufe des Tages einige Freundinnen und Freunde vorbei, denen ich Bescheid gesagt hatte. Und wenn ich vorher gewusst hätte, dass ich mit meinem Kram mehr als die Standgebühr erlösen würde… hätte ich mich sicher gefreut.
Trotz dieser positiven Erlebnisse war das ganze rückblickend aber eine ernüchternde, sehr nachdenklich machende Veranstaltung. Ich habe „Kram“ verkauft: insbesondere Bücher und Kleidung. Dabei schon ausgewähltes, nicht  allerletztes Zeug, von dem ich sicher sein konnte, dass ich es wieder nach tragen würden müsste. Darunter Marken-Jeans sowie neuwertige bis ungelesene Bücher über Punk / NDW, Politik (u.a. DDR) und Fußball. Dazu einen Hand-Staubsauger, den ich vor einigen Monaten für 35 € gekauft hatte, und wenige CDs und DVDs.
Mein Kompagnon hingegen hatte sich – selbst Sammler - auf Schallplatten spezialisiert. Vorwiegend gebrauchte, teils günstige, teils mittel-, teils hochpreisige.
Bei mir wurden es abzgl. der halben Standgebühr rund 20 € an Gewinn. Dazu hatte ich ein paar Freundinnen und Freunde getroffen, ein paar interessante Leute kennengelernt oder zumindest am Stand gesehen. Das Wetter war auch okay gewesen, und wie gesagt, immerhin 20 € eingenommen, und dazu Ballast losgeworden. Aber es war eben sehr viel Lehrlauf zwischendrin, in jenen rund sechs Stunden, und auch wenn ich meinem Kompagnon natürlich den Gewinn gönnte, war es auf Dauer doch seltsam mit anzugucken, wie bei ihm ständig Leute was kauften – und bei mir eben nicht.  Sein Publikum war breit gefächert, von Freaks, die mehrmals kamen, bis hin zu Touris, die sich möglicherweise ein Mitbringsel aus Berlin sicherten. Rund 500 € waren es schließlich bei ihm. Der „Vinyl-Boom“, von dem die letzten Jahre die Rede ist, und den ich immer angezweifelt habe, er scheint zumindest was gebrauchte Schallplatten angeht, tatsächlich zu existieren. Es gibt offensichtlich noch eine relevante Masse an Leuten, die Schallplatten kaufen, zumindest auf Flohmärkten.
Bücher und Kleidung hingegen, die klassischen Flohmarkt-Schnäppchen, die ich so kannte, scheinen im Kurs radikal gesunken zu sein. Bei Büchern ist man wohl einerseits zu faul, sich durchzuwühlen. Und andererseits wohl durch Amazon, Booklooker usw., wo es gebrauchte Bücher – wenn man diese im Zeiten des e-books und digitaler Lesegeräte überhaupt noch kaufen will! - oft sehr günstig gibt, preislich total verdorben. Man nimmt nur dann was mit, wenn es etwas ist, nach dem man wirklich gesucht hat.
Der Markt ist gnadenlos. Aber ich muss gestehen, dass bei mir zuhause auch jetzt noch – nach dem vergangenen Umzug und nach diesem Flohmarkt-Tag - viel zu viel Kram herumsteht, den ich eigentlich nicht mehr brauche und bei dem die Chancen gut stehen, dass er vor dem nächsten Umzug entsorgt wird. Ich kaufe ja auch kaum noch (oder gar nicht mehr?) neue Bücher sowie DVDs, leihe sie mir vielmehr zuletzt verstärkt aus. Und Kleider? Kaufe ich eigentlich nur noch neu, oder im Gebraucht-Kaufhaus (nein, nicht Humana), wo die Dinge sortiert sind und ich sie vor dem Kauf anprobieren kann. Eigentlich verstehe ich „den Markt“ und seine Teilnehmer also sehr gut, auch bei mir lautet die Devise „weniger statt mehr“. Dass all die Massen, die vorbei geschlendert waren, aber so wenig von mir mitnehmen wollten, hat mich dennoch ernüchtert.
Es sollte einen Container geben, in den am Ende eines Flohmarktes die übrig gebliebenen Dinge abgelegt werden und wo sich bedürftige Menschen dann was für umsonst nehmen können. Den gibt es nicht, die Entsorgung der Reste will sich natürlich keiner ans Bein binden. So führte mein Weg zunächst zum Zuhause meines Kollegen, wo ich die restlichen Bücher ins Treppenhaus stellen konnte, und anschließend zum Alt-Kleider-Container, wovor sich ein paar Leute, möglicherweise aus Polen, über zumindest einige meiner übrig gebliebenen Kleider freuten.

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Wednesday, October 18, 2017

Die Zeitung von vorgestern


Gestern in der Zeitungsabteilung der StaBi Berlin rumliegen gesehen: Stuttgarter Nachrichten von 1983, wie ich sie noch kenne, oder: "Nichts ist so langweilig wie die Zeitung von gestern, nichts ist so interessant wie die Zeitung von vorgestern".


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Wednesday, October 11, 2017

30 Jahre Überfall auf die Zionskirche

Am 17.10.1987 überfielen 30 Skinheads aus Ost und West ein Punk-Konzert in der Zionskirche in Berlin-Mitte - ein Ereignis, das in die DDR-Geschichte eingegangen ist. Erstmals konnte die DDR-Führung nicht mehr leugnen, dass es auch in der DDR Neonazis gab.
30 Jahre später nun gibt es kommenden Freitag eine Diskussionsveranstaltung (laut einer Ankündigung auch mit Mitgliedern von Element of Crime, die damals spielten) und am Samstag ein Konzert u.a. mit Hans am Felsen und The Movement.
Hier eine sehr gute 50-minütige Dokumentation über die Ereignisse und auch die gesellschaftlichen Hintergründe, in der damalige Veranstalter, Opfer, Beobachtende, DDR-Politiker und -Journalisten sowie auch Täter zu Wort kommen: Nazis in der DDR der Fall Zionskirche
Und ein kurzer Überblickstext zum Einstieg: BSTU - Zionskirche

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