Monday, July 15, 2019

Großer Ausbruch am Stromboli

Am 3. Juli 2019 gab es einen großen Ausbruch am Vulkan Stromboli, von dem hier im Juni 2017 die Rede gewesen war. Ein Ausbruch des Stromboli ist an sich keine besondere Nachricht, schließlich ist der Vulkan nahezu ständig aktiv, bringt etwa alle Viertelstunde Eruptionen mit vulkanischer Asche und kleinen Lavastücken hervor.
Der vom 3. Juli war allerdings ein großer Ausbruch, der einen gewaltigen Aschedom bis in 9 km Höhe, einen Lavaausfluss und einen pyroklastischen Strom bis 800 Meter weit aufs Meer mit sich brachte. Ferner vulkanische Bomben, die bis nahe an den Ort Ginostra im Süden der Insel nieder gingen; diese wiederum auch weite Teile der Vegetation der Insel in Brand setzten. Ein Wanderer starb, ein weiterer wurde schwer verletzt. Beide waren zusammen im für individuelle Touren erlaubten Bereich bis 400 Meter Höhe unterwegs gewesen.
Der Ausbruch geschah gegen 14.45 Uhr und betraf offenbar insbesondere auch den "Pizzo", das ist die Stelle kurz unterhalb des Gipfels, von der aus man in die Krater gucken kann und an der die geführten Wanderungen enden. Geführte Wanderungen beginnen normalerweise um 16 Uhr im Ort Stromboli und erreichen gegen 19 Uhr den "Pizzo". Wäre der große Ausbruch nur wenige Stunden später geschehen, wären etwa 40 bis 60 Menschen in akute Gefahr gekommen. Erst zwei Minuten vor dem Ereignis konnten die Experten vor dem Ausbruch warnen.
Was der Ausbruch für zukünftige Touren bedeutet, ist offenbar noch nicht abzusehen, möglicherweise droht ein Ende oder zumindest eine Änderung. 
Hier finden sich aktuelle Meldungen und Einschätzungen zu jenem Ereignis; auf der an zweiter Stelle genannten Website sind auch imposante Videos verlinkt:
Das Foto hier ist eine Aufnahme von mir vom "Pizzo" aus, der etwa 100 Meter über dem Krater liegt. Es zeigt eine übliche Eruption des Stromboli, die mehrmals pro Stunde stattfindet. Der Auswurf erreichte hier etwa 100 Meter Höhe. Demgegenüber ging die große Eruption vom 3. Juli mit 9 km 90 mal höher hinauf!

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Friday, June 09, 2017

Stromboli

Ätna oder Stromboli – einen der beiden Vulkane wollte ich bei meiner Sizilien-Reise erklimmen. Es wurde schließlich Stromboli, da der Ätna zur Zeit meiner Reise aktiv war und man nicht ganz hoch hätte können. Dazu bot mein Quartier in Lipari ein Gesamt-Paket einer geführten Stromboli-Tour incl. Anreise an. Und ein alter Geographie-Studienfreund, der beides gemacht hatte, empfahl eher Stromboli. So brach zur Mittagszeit ein kleines Schiff mit rund 20 Leuten in Lipari Richtung Stromboli auf, mit Zwischenstationen auf Panaräa und unterwegs vor der unbewohnten Insel Lisca Bianca, wo es u.a. untermeerische  vulkanische Bläschen im Wasser zu bestaunen gab.  
Nach eineinhalb Stunden reiner Fahrzeit im Boot war mir erstmal etwas unwohl, dazu der Blick auf den doch recht massiven und hohen Vulkan (Gipfel auf 926 Meter), und die Hitze an Land… War das eine gute Idee, hier mit hinzukommen…? Zum Glück hatten wir etwas Übergangszeit, in der ich runter kam. Ehe es dann in Richtung Gipfel ging. Zunächst, bis angeblich ziemlich genau auf die Höhe von 500 Metern, durch die bewachsene Zone. Dann, ab 500 Metern, durch den Bereich ohne Vegetation, wo nur noch vulkanischer Sand und Geröll herumliegt. Als die Vegetation auf einmal fehlte und der Blick auf den durchaus steilen Vulkan frei wurde, erinnerte ich mich an meine Höhen-Angst… hatte sie aber schließlich zum Glück im Griff – habe eher nach oben als nach unten geguckt, und mich einer netten Mitreisenden gegenüber auch offenbart. Stromboli ist permanent aktiv, stößt ständig Gase und alle paar Minuten auch kleine Lava-Brocken aus. Je näher man den insgesamt drei Kratern kommt, desto deutlicher hört man auch die Eruptionen, die klingen, wie das massive Geräusch einer U-Bahn, die in den Bahnhof hinein rauscht.  
Die drei aktiven Krater liegen auf etwas über 700 Meter; der Gipfel ist ein Rest eines alten Kraters, und von ihm blickt man einerseits auf die untergehende Sonne, andererseits etwa 150 Meter tiefer in die Krater, die immer wieder Lava in die Luft schleudern, deren Wärme man spüren kann. Beeindruckend auch die besondere, unwirklich wirkende Szenerie, die durch das Zusammenspiel der Schwefeldämpfe mit dem Licht der untergehenden Sonne entsteht!
Nach einer knappen Stunde Aufenthalt auf dem Gipfel, auf dem es wegen des starken Windes unangenehm kühl wurde, ging es dann eine andere Strecke in knapp 1:20 Stunden zurück.
Auch mit Höhen-Angst, die im Gipfel-Bereich nochmal virulent wurde, ein absolut großartiges Erlebnis!
 

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