Friday, June 09, 2017

Stromboli

Ätna oder Stromboli – einen der beiden Vulkane wollte ich bei meiner Sizilien-Reise erklimmen. Es wurde schließlich Stromboli, da der Ätna zur Zeit meiner Reise aktiv war und man nicht ganz hoch hätte können. Dazu bot mein Quartier in Lipari ein Gesamt-Paket einer geführten Stromboli-Tour incl. Anreise an. Und ein alter Geographie-Studienfreund, der beides gemacht hatte, empfahl eher Stromboli. So brach zur Mittagszeit ein kleines Schiff mit rund 20 Leuten in Lipari Richtung Stromboli auf, mit Zwischenstationen auf Panaräa und unterwegs, wo es u.a. untermeerische  vulkanische Bläschen im Wasser zu bestaunen gab.  
Nach eineinhalb Stunden reiner Fahrzeit im Boot war mir erstmal etwas unwohl, dazu der Blick auf den doch recht massiven und hohen Vulkan (Gipfel auf 926 Meter), und die Hitze an Land… War das eine gute Idee, hier mit hinzukommen…? Zum Glück hatten wir etwas Übergangszeit, in der ich runter kam. Ehe es dann in Richtung Gipfel ging. Zunächst, bis angeblich ziemlich genau auf die Höhe von 500 Metern, durch die bewachsene Zone. Dann, ab 500 Metern, durch den Bereich ohne Vegetation, wo nur noch vulkanischer Sand und Geröll herumliegt. Als die Vegetation auf einmal fehlte und der Blick auf den durchaus steilen Vulkan frei wurde, erinnerte ich mich an meine Höhen-Angst… hatte sie aber schließlich zum Glück im Griff – habe eher nach oben als nach unten geguckt, und mich einer netten Mitreisenden gegenüber auch offenbart. Stromboli ist permanent aktiv, stößt ständig Gase und alle paar Minuten auch kleine Lava-Brocken aus. Je näher man den insgesamt drei Kratern kommt, desto deutlicher hört man auch die Eruptionen, die klingen, wie das massive Geräusch einer U-Bahn, die in den Bahnhof hinein rauscht.  
Die drei aktiven Krater liegen auf etwas über 700 Meter; der Gipfel ist ein Rest eines alten Kraters, und von ihm blickt man einerseits auf die untergehende Sonne, andererseits etwa 150 Meter tiefer in die Krater, die immer wieder Lava in die Luft schleudern, deren Wärme man spüren kann. Beeindruckend auch die besondere, unwirklich wirkende Szenerie, die durch das Zusammenspiel der Schwefeldämpfe mit dem Licht der untergehenden Sonne entsteht!
Nach einer knappen Stunde Aufenthalt auf dem Gipfel, auf dem es wegen des starken Windes unangenehm kühl wurde, ging es dann eine andere Strecke in knapp 1:20 Stunden zurück.
Auch mit Höhen-Angst, die im Gipfel-Bereich nochmal virulent wurde, ein absolut großartiges Erlebnis!
 

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