André Pilz hat im Verlag des Archiv der Jugendkulturen 2005 seinen Roman-Erstling "No Ilores, me querida" veröffentlicht. Ein Skinhead-Roman, den ich noch nicht gelesen habe. Wie es so ist, Beruf und privat, und außerdem interessieren mich Skinhead-Geschichten spätestens seit Mitte der 1990er nicht mehr. Letztendlich immer wieder das selbe...
Nun hat allerdings das Ensemble des Deutschen Theaters zu Berlin aus irgendwelchen Gründen Freude an diesem Roman gefunden und ihn als Theaterstück inszeniert. Aus diversen Gründen sind wir an Freikarten gekommen, und so schauten wir uns gestern die zweite Aufführung des Stückes an.
Der Anfang, (gewollt, aber letztendlich tatsächlich) provokant mit Juden-Witzen. Die oft derbe Sprache des Stückes und die angedeutete Brutalität der Leute untereinander - sie schocken mich nicht mehr, dazu habe ich mich wie gesagt als Punk-Szene-Gänger genug mit Skinheads beschäftigen müssen. Der Handlungsstrang erschien mir verworren und schwer durchschaubar. Zumal mit lokalen Einsprengseln (u.a. Bezugnahme zur "Alexa" und zu Union Berlin), die sicher nicht so im Roman standen. Und laut diverser Zeitungskritiken mit Bezugnahme auf klassische Stücke, was mir natürlich verborgen geblieben ist. Es wirkt nicht auf mich, ich blick nix - soweit also: "lass ma'!"
Überzeugend allerdings die Schauspieler, denen man' s wirklich abnimmt, das 1:1 zu spielen, obwohl sie natürlich real Schauspieler sind und keine Skinheads.
Und letztendlich hat mich das Stück neugierig gemacht, das Buch zu lesen.
Insofern also eigentlich doch ganz interessant.
Anfang Oktober sind nochmal zwei Vorstellungen, Eintritt 19.- (ermäßigt 9.-) Euro.
Das Buch gibt's bei... Aber halt, Trennung von privat und Beruf...
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