Tuesday, September 04, 2018

Berlin, ein kontaminiertes Pflaster

Der heutige Betriebsausflug ließ neu über Berlin nachdenken. Zunächst ging es auf - und in! - den Kreuzberg, anschließend auf - und, genau, in - den Flughafen Tempelhof.
Der sehr kundige "Guide" am Kreuzberg wieß unter anderem auf die Straßen und Plätze hin, die in der näheren Umgebung nach Generälen und - für die Preußen erfolgreichen - Schlachten aus den "Befreiungs-"(?) Kriegen gegen Napoleon benannt wurden. Das hat mich ja für die Generäle Yorck, Gneisenau usw. nicht weiter überrascht. Dass aber neben der  Großbeeren- auch die Hagelberger Straße nach einer Schlacht benannt wurde, war mir nicht bewusst gewesen. Erst Ende April war ich in - und auf dem - Hagelberg, am Hohen Fläming im südlichen Brandenburg gelegen, gewesen, und hatte den Straßennamen nach diesem Orts- bzw. Bergnamen hergeleitet.
Diese neue Erkenntnis ließ neu nachdenken, wo ich in Berlin so lebe. Wo vorige Generation offensichtlich hochgradig militarisiert waren. Das ist natürlich nicht wirklich etwas Neues, es wurde mir an dieser Stelle nur neu bewusst.
Im Anschluss dann zum Flughafen Tempelhof. Nachdem wir voriges Jahr den Betriebsausflug u.a. ins Olympiastadion gemacht hatten, war Tempelhof sozusagen der zweite Nazi-Bau in Folge, den wir besuchten. Das ist jetzt schwer verkürzt, denn Olympiastadion wie Flughafen Tempelhof haben eine viel kompliziertere, vielfältigere Geschichte, die schon vor 1933 begann und sich nach 1945 fortsetzte. Dennoch ließ es mich fragen, zu welchem Nazi-Monument es denn nächstes Jahr gehen wird...

Zu den Fotos: (1) aufgenommen auf dem Hagelberg, 201 Meter über NN, es gibt dort sogar ein Gipelbuch und Gipfelkreuz. Letzteres steht nichtmal am höchsten Punkt des "Berges"...
(2) Hübsches altes Etikett einer Flasche, die Wein enthält, der aus Trauben gewonnen wird, die nahe des Kreuzbergs wachsen und in der Partnerstadt Wiesbaden gekeltert werden. Wein mit Trauben aus Kreuzberg
(3) Die - im Gegensatz zur monumentalen Außenseite - moderne Innenseite des Flughafen Tempelhof, die für die 30er Jahre architektonisch ambitioniert angelegt, bis 1945 aber niemals im Flugbetrieb war. 

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